Metadata : Fünfzig Jahre aus Preußens und Deutschlands Geschichte.

Vor  den  Schanzen.  193

andres,  im  Kugelregen  vorwärts  zu  stürmen,  als  stillzustehen  und  ein  Ge—
schütz  zu  richten.“

„Na  —  ob!  —  Das  will  ich  meinen“,  entgegnete  der  Kanonier;  „drauf
gehen  kann  jeder,  aber  im  Kugelregen  nachdenken  und  ruhig  überlegen,  das  erfordert
  schon  größere  Selbstüberwindung.  Darum  verdienen  auch  die  Offiziere
das  meiste  Lob,  die  nicht  bloß  vorgehen  wie  der  gemeine  Soldat,  sondern  im
Gefecht  daran  zu  denken  haben,  ihre  Leute  so  zu  führen,  daß  der  Zweck  mit
möglichst  wenig  Opfern  erreicht  wird.  Die  Ruhe  i  im  n  Gefecht  ist  die  Hauptsache;

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Prcußische  Sanitätspflege  im  Feldc.

um  uns  würde  es  schlecht  stehen,  wenn  Offizier  und  Feuerwerker  nicht  kaltblütig
  wären;  sie  müssen  ja  nach  dem  Augenmaß  die  Entfernung  abschätzen
und  danach  die  Ladung  und  das  Visier  bestimmen.“

„Das  muß  der  Infanterieoffizier  ebenfalls“,  bemerkte  ein  Sechziger.
„Beim  Zündnadelgewehr  wird  „Feuer!“  kommandiert;  400  Schritt  Lochyisier,
300  kleine  Klappe,  200  Standvisier  Brust,  180  Standvisier  Knie.“

„Mag  sein“,  lächelte  der  Kanonier,  „aber  bei  uns  bedeutet  ein  Schuß,
ob  er  trifft  oder  nicht,  etwas  andres  als  bei  euch,  die  Entfernungen  sind  größer

Vaterl.  Ehrenbuch.  II.  13