Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1888. (72)

nammer  73

die  sich  in  ähnlicher  Lage,  wie  der  Distrikt  Miesbioch

  befanden,  haben  sich  dieser  Notwendigkeit

der  Zeit  keineswegs  verschlossen.  Die  Militär-=behörden
  haben  überdies  Sorge  getragen,  durch
zeitweise  Belassung  eines  Teiles  des  Kommandos
  die  Straße  so  zu  richten,  daß  für  den  Verkehr
  keine  erhedlichen  Hemmungen  entstehen
können.  Sie  haben  ferner,  wie  den  Beteiligten.
belannt  sein  wird,  die  Absicht,  die  Arbeiten  in
vollem  Umfang  wieder  auszunehmen,  wenn  die
Kriegegefaugenen  nicht  mehr  für  die  Landwirtschaft
  benötigt  sein  werden.

wWasserburg,  25.  März.  Kurz  vor  Einfahrt
im.  Wasserburger.  Bahnhof  entgleisten  bei  Lokalbahnzug
  16  die  beiden  letzten  nicht  besetzten
Wagen.  Verletzt  wurde  niemand.  Der  Gegenzug
  nach  Wasserburg-Stadt  erhielt  größere  Verzögerung.


Mühldorf,  26.  März.  Das  erste  Gewitter
des  Jahres  1916  zog  gestern  über  die  Stadt.
Außer  Plahregen  binterließ  das  Donnerwetter
ludlicherweise  leine  Spuren  vernichtender  Tätigleit.
  Dagegen  artete  es  in  der  Gegend  von
Neumarkt  a.  R.  in  einen  Hagelschauer  aus.

Traunstein,  26.  März.  Tier  Tchtiapperter
Dr.  Nillas,  zurzeit  verwendet  im  Staats
ministerium  des  Innern,  wurde  zur  Geschäfteloitung
  der  neuerrichteten  Reichsfleischversorgungsstelle
  in  das  Reichsamt  des  Innern  einberufen.


Warum  wit  die  Eiserne  ose

benageln.

Im  Aufruse  des  Ortssammelkomitees  ist  angegeben,
  mem  der  Ertrag  der  Nagelung  zusällt.


In  erster  Linie  der  Nationalstiftung.  Das
it  eine  Sammlung,  die  in  allen  Gegenden
Deutschlands  vorgenommen  worden  ist,  um  bedeutende
  Geldmittel  zusammenzubringen,  damit
  den  Waisen  und  Witwen  unserer  gefallenen
Krieger  ein  auskömmliches  Fortkommen  ermöglicht
  mird.  Dem  wird  vielleicht  entgegengehalten
  werden:  Das  ist  doch  Pflicht  des  Reiches!
Ganz  richtig.  Das  Reich  wird  sich  auch  dieser
Rflicht  sicher  nicht  entziehen.  Aber  ganz  läßt
sich  von  Seite  des  Reiches  diese  Pflicht  nicht
erfüllen.  Da  soll  z.  B.  ein  recht  talentvoller
Bub'  studieren,  ein  feiner  junger  Kopf  unter
den  Handwerkern  soll  höhere  Schulbildung  genießen,
  eine  krante  Witme  soll  ins  Bad,  ein
krankes  Kind  braucht  besondere  Pflege.  Dazu
gehören  größere  Mittel.  Das  Reich  kann  all
diese  Einzelfälle  nicht  erfassen;  hier  tritt  die
Nationalstiftung  ein.

Die  zweite  Hälfte  bekommt  unsere  Angehörigenfürsorge.
  Ueber  diese  ist  schon  so  viel
geschrieben  worden,  daß  unsere  Rosenheimer
schon  wissen,  daß  es  sich  um  etwas  ganz  besonders
  Gutes  handelt.  Hier  gilt  es,  die  Not
von  den  Angehörigen  unserer  Freunde  und
Bekannten  im  Felide  fern  zu  halten,  ihnen  Brot,
Wohnung,  Kleidung  zu  geben.

Lohnt  es  sich  nun,  einen  Nagel  zugunsten  der
beiden  Wohltätigkeitskassen  einzuschlagen?

Rosenheim,  27.  März.

Silbergeld  bei  Reisen  im  Ausland.
Im  Interesse  des  reisenden  Publitums  sei  darauf
  hingewiesen,  daß  infolge  des  Aus=  und
Durchfuhrverdotes  ron  Silber  die  Mitnahme
von  Silbergeld  in  das  Ausland  rerboten  ist.
Ausgenommen  bleibt  die  Mitnahme  von  Subermunzen
  bis  zum  Betrage  von  10  Mk.  für
eine  Person.

Regelung  des  Verlkehrs  mit  Vieh
und  Fleisch.  Die  Ministerialbekanntmachung
vom  20.  Januar  1916  über  den  Verkehr  mit
Vich.  Wild  und  Fleisch  wird  mit  sofortiger
Wirksamkeit  dahin  ergänzt,  daß  jede  Ausfuhr
von  Vieh.  Wild.  Geflügel,  Kaninchen,  sowie
von  Fleisch,  Fleischtonserven,  Rauch=  und  Dauerwaren,
  Speck  und  Fett  in  rohem  oder  ausgelassenem
  Zustande,  ferner  von  frischer  Wurst
aller  Art  aus  Bayern  ohne  Rücsicht  auf  die
Menge  der  Genebmig  gung  der  Bayerischen
Blenchoersergungeseil  unterliegt.  Bisher  waten
  Mengen  unter  5  Kilogramm  nicht  genehmigungspflichti


StaR  des  Verlkehrsperso-=nals.
  Ab  1.  April  1916  erfolgt  die  Einhebung
  der  monatlichen  Beiträge  zum  Sterbekasseverein
  des  Verkehrspersonals  in  Rosenheim  durch
die  Staatslassen  im  Wege  des  Abzuges  an
Gehan,  Pensionen,  Renten  u.  dgl.

Die  Einkaufsge  nossenschaft  der  Kolonialwarenhändler
  Rosenheim  und  Umgebung
veröffentlicht  ihren  Abschluß  für  1915.  Während
  der  Reingewinn  sich  im  Jahre  1913  auf
nur  2.08  belief  und  im  Jahre  1914  auf

854,.84  Mk.  stieg,  schlietzt  die  Bilanz  für  das

W“73  1915  mit  einem  Reingewinn  von
5044.19  Mk.  a

apier'  u#r“  Leder.  Ein  Handwerlsgebülle

  schreibt  und:  „Bel  einem  hiesigen  Schab-Firrist.

  wurde  vor  kurzem  ein  Paar  Ddae

  efeh,  N  39,  doppelfohlig,  gekauft.  Im

 

 

 

—.  '—  ——.—  W—  ––  —

Hinblick  auf  die  teueren  Lederpreise  wurden
20  Mk.  dafür  gefordert  und  bezahlt.  Die  Fran
fuhr  damit  zweimal  hach  Wasserburg;  die  Schuhe
wurden  dabei  etwa  Stunden  ge  ragen.  Weiter
  trug  die  Frau  8  Schuhe  achtmal  beim
Besuch  des  Gottesdienstes  in  der  Siadtpfarrlirche,
  insgesamt  weitere  16  Stunden.  Nach
dieser  Benützung  in  der  Dauer  von  nur  36
Stunden  löste  sich  von  der  angeblichen  Doppelsohle
  eine  dünne  Haut  ab  und  Papier  kam  zum
(Vorschein.  Die  Schuhe  konnien  beim  besten
Willen  nicht  mehr  getragen  werden.“  Wenn
dem  so  ist,  scheint  der  Schuhmachermeister  das
Opser  eines  Lieferanten  geworden  zu  sein.  Eingewissenloser
  Fadrilant  hätte  darnach  die  Teuerung
  noch  zu  Betrug  und  Ausbeutung  benützt.
Bekanntlich  lag  einer  Auseinandersetzung,  die
kürzlich  zwischen  dem  Zentralverband  Deutscher
Schuhmarenhändter  und  dem  Verband  der  deutschen
  Schuh=  und  Schäftefabrikanten  spielte,  die
Bekämpfung  der  umfangreich  auf  dem  deutschen
  Markle  erscheinenden  Pappschuhwaren  zugrunde.

  Der  Fail,  der  sich.  wie  oben  erwähnt.
in  Rosentzeim  zutrug,  wäre  neues  Material

hierfür.  Die  Staatsanwaltschaft  in  Zweibrüllen
  hat  sich  der  Sache  bereits  angenommen.
Die  freirwillige  Feuerwehr  Nosenheim
  berief  auf  Samstagabend  ihre
Hauptversammlung  in  den  Fortnersaal,  um  Rechenschaft
  über  das  Jahr  1915  abzulegen.  Sie
nar  sehr  gut  besucht,  namentlich  auch  von  der
Jungmannschaft,  welche  infolge  des  KRrieges
herangezogen  wurde  und  sich  dem  Ganzen  gut
anpaßte.  Die  durch  die  Einberufungen  hervorgerufene
  Lücke  ist  dadurch  zu  einem  guten  Teil
wieder  ausgefüllt.  Die  Versammlung  leilete  der
erste  Kommandant,  Herr  Stadtbaurat  Schlögl,
welcher  zur  Einicitung  einen  fesselnden  Ruckblick
auf  das  Kriegsjahr  1915  warf.  Der  von
Herrn  Buchhändler  Bensegger  erstattete  allgemeine
  Kassenbericht,  wie  auch  der  Bericht  des
Herrn  Kaufmanns  Reich  über  die  Sterbekasie
im  Jahre  1915  und  der  Jahresbericht  des  Herrn
Elasermeisters  Gietl  wurden  mit  großem  Inleresse
  entgegengenommen.  Der  erste  Kommandant
  sprach  ihnen  Dank  und  Anerlennung  fur
ihre  Mühewaltung  aus,  und  die  Versammlung
erteilte  den  Kassieren  En  tlaftung.  Von  der
Wehr  stehen  jetzt  140  Mann  zum  Schutze  des
Vaterlandes  unter  den  Waffen,  7  starben  bereits
  den  Heldentod,  10  erhielten  Auszeichnun-=gen
  für  hervorragende  Tapferkeit.  Der  Jugendnehr
  sind  51  junge  Leute  beigetreten.  Herr
Kaufmann  Groß  verpflichtete  sie  in  der  Versammlung
  auf  ihre  Obliegenheiten  durch  Handgelübde.
  Der  erste  Kommandant  konnte  der
Jugendmehr  bereits  das  Zeugnis  auostellen,
dab  sie  bei  der  Uebung  jiott  und  sicher  eingegrissen
  hätte.  Die  Versammlung  genehmigte
auch  nachträglich  die  Ausgaben  für  Liebesgaben
und  Unterstützungen  wie  auch  die  Zeichnung  der
Kriegsanleihe.  Von  einer  Wahl  der  Leitung
wurde  abgesehen.  Alle  Chargierten  führen  ihre
Aemter  auf  Kriegsdauer  weiler.  Ebenfalls  auf
Kriegsdauer  unterbleibt  die  Verleihung  von
Auszeichnungen  und  Ehrungen;  sie  sollen  nach
dem  Kriege  nachgeholt  werden.  Erwähnenswert
  ist  noch,  daß  ein  Hydrantenbuch  gedruckt
und  den  Chargierten  ausgefolgt  wurde.  Herr
Möbelfabrifant  Riggauer  dankte  dem  ersten
Kommandanten  für  die  erfolgreiche  Führung  der
Wehr  im  letzten  Jahre  und  gab  Anregung  zur
Beteiligung  an  der  Nagelung  der  „Eisernen
ose“.  Der  erste  Kommandant  entbot  noch  Gruß
den  feldgrauen  Mitgliedern,  welche  der  Versammlung
  anwmohnten,  und  schioß  die  Ve  rsanimlung
  mit  der  Aufsorderung,  daß  jeder  seine
Pilicht  tue  im  Ehrendienst  der  Feuerwehr.  Auf
seinen  Rückblick  wie  auch  auf  den  Jahresbericht
und  die  Kassenberichte  kommen  wir  noch  zurück.

Kath.  Frauenkund  schreibt  uns:  Um  weilerem
  Irrium  vorzubengen,  machen  wir  unsere
Hausfkauen  nochmals  darauf  aufmerksam,  daß
die  prechstunde  unserer  Hausfraue  nberalungsflelle
  jeden  Donnerstag  ron  2  3  Uhr  in  dem
Sreckzimmer  des  Herrn  Dr.  Karl  Lechleuthner,
Innstr.  46,  (Erdgeschoß)  stattfindet.  Auch  die
Rezepte  werden  nur  zur  oden  angegebenen  Zeit
rerabreicht.

Kriegsstiftung.  Die  Banerische  KavallerieDivision
  hat  den  gelegentlich  des  Weihnachtsfestes
  1915  durch  freimillige  Spenden  von
Angehörigen  ihrer  Stammtruppenteilen  angesammelten
  Betrag  von  23.000  Mark  als  Grundsiock
  zur  Errichtung  einer  Stiftung  unter  dem
Namen  „Kriegsweih  nachtsstiftung  1915  der
Bayerischen  Kavallerie-Division“  gewidmet.  Die
Zinsen  des  unter  der  Verwaltung  der  Militärsondskommission
  stehenden  Stiftungsvermögens
sind  alljährlich  zu  Weihnachten  erstmals  an
dem  auf  die  Demobilmachung  solgenden  Weihnachtstage
  nach  der  Entscheidung  eines  Stiftungsausschusses
  an  solche  würdige  und  bedürftige
  Unteroffiziere  und  Mannschaften  der  zur
Kriegsgliederung  der  Kavallerie-Dioision  gehörenden
  Formationen  zu  verteilen,  die  im
Dienste  der  Division  eine  Kriegsverwundung  vor
dem  Feinde  und  als  deren  unmittelbare  Folge
eine  Verstümmelung  und  wesentliche  Einschränlung
  ihre  Erwerbsfähigkeit  erlitten  haben.  Die
einzelnen  Unterstützungen  sollen  mindestens  50
Mark,  und  so  lange  der  Kreis  der  Bewerber  ein
entsprechend  grober  ist,  höchstens  150  Mk.  betragen.
  Solche,  die  sich  vor  dem  Feinde  besonders
  ausgeJeichnet  haben  und  Familienväter  sind
zu  bevorzugen.  Der  König  hat  die  Genehmigung
zur  Entstehung  dieser  Stiftung  erteilt.

 

Ueber  alle  vorpäuge  auf  den
Kliegsschauplägen
13  der  „Rosenheimer  Anzeiger“  leine  Leser
d  durch  eine  gorjagie  und  schnelle  Berichterstattung
  auf  dem  Laufenden.  Wer  täglich  ununterbro
  ochen  gut  nerchte  lein  will,  muß  die  Bestellung
  des  „Aolenheimer  Anzeiger“  für  den

Monat  April  bzw.  für  das  zweite  Vierteljahr

sofort.  betätigen.  Der  „Nosenheimer  Anzeiger“
hal  seinen  Bez  ugspreis  um  nur  10  Pfg.  erhöht,
so  daß  er  also  monatlich  nur  75  Vfg.  loitet.
Das  ist.  angesichts  der  durch  den  Krieg  wesentlich
  verteuerten  Herstellung  der  täglichen  9  MSi
tung  sicherlich  ein  geringer  Betrag,  um  so  mehr,
als  unsere  Berichterstattung  auch  durch  die  Großstadtzeimung
  nicht  übertroffen  wird.

Musik  und  Thealer.

Gastspiel  Münchner  Künstler.  Wie
lereits  milgeteilt,  sindet  am  Donnerstag  den
30.  d.  Mts.  wieder  ein  einmaliges  Gastspiel
namhafter  Münchener  Künstler  im  Theatersaale
des  Hotel  „Deutschen  Kaiser“  slatt.  Die  Leitung
des  Ünternehmens  wird  uns  diesmal  mit  einigen
ledeutenden  Schauspiellräften  Münchener  Theater
  belannt  machen.  In  dem  Sudermannschen
Schauspiele  „Johannisfeuer",  melches  uns  bas
diesmalige  Gastspiel  lringt,  uerden  die  Damen
Anila  Huber  vom  Münchener  Schauspielhaus,
Olga  Heßli  ug  vom  Münchener  Vollstheater  und
Eila  Hohitettner,  zuletzt  ant  Schauspielhaus  in
Stutlgart.  in  den  Hauptrollen  beschäftigt  sein,
während  die  männlichen  Hauptrollen  von  den
Herren  Bauer,  Seger  und  Ziegler,  sanulichrom
  Münckener  Sch  auspielhaus  dargestellt  wer
den.  Es  mird  somit  wieder  eine  ganz  erstllassse
Aussührung  zu  Stande  kommen,  welche  sich  würdig
  an  die  Aufführung  der  „goldenen  Era“  aureihen
  dürfte.  Der  Kartenvorrerkauf  ist  bereilo
eröffnet.

 

 

fK#ommnunales.

Sitzung  des  Stadbtmagistrates  Rosenhe#m
13.  März  1916.

Der  Bayer.  Lebensmittelstelle  ist  zu  melden,  daß  zurzeit
  in  Rosenheim  ein  empfindlicher  Mangel  an  Polenta,
  Grieß,  Hülsenfrüchten  und  Gemüsen  besteht.  An
Gemüsen  sollen  je  1  Waggon  Dorschen  und  gelbe  Rüben
  erbeten  werden.

Baupolizeiliche  Genehmigung  wird  erteilt  dem  Viehhändler
  Mayer,  Hofmannstraße  12,  zur  Anbringung  eines
Fensters  in  seinem  Stallgebäude.  Ferner  zu  einer  baulichen
  (Abort.)  Aenderung  im  Anwesen,  Kunstmühlstr.  5,
des  Oberlokomotioführers  Eduard  Zellmeier.

Die  Ueberlassung  des  kleinen  Nathaussaales  an  den
(bewerbevcrein  Rosenheim  am  10.  April  zur  Abhaltung
einer  Gesellenprsung  wird  genehmigt.

Das  vom  K.  Straßen-  und  Flußbauamt  auf  Ansüuchen
ubermittelte  Gulachten  uber  die  Schiffbarkeit  des  Innflusses
  wird  zur  Kenninis  genommen  und  ist  nach
abschriftlicher  Mitteilung  an  den  Antragsteller,  Kaufmann
  Klepper,  samt  den  Vorverhandlungen  dem  Handelsgremium
  zur  Aleuherung  und  reiteren  Stellungnahme
  zuzuleiten.

Dem  Kaufmann  Karl  Stemplinger  hier  wird  die  Genehmigung
  zum  Schieten  bei  Siegesnachrichten  erteilt.

 

Die  Kriegsanleibe.

Das  Gesamtergebnie.

WITB.  Berlin,  25.  März.  (Amtlich.)  Nach
den  bis  jetzt  vorliegenden  Meldungen  wurden
auf  die  vierte  Kriegsanleihe  insgesamt  10  Milliarden
  667  Millionen  gezeichnet.  Von  diesen
entsallen  auf  Reichsanleihestücke  7  Milliarden
106  Millionen,  auf  die  Reichsanleihe-Schuldbucheintragungen
  1  Milliarde  999  Millionen
und  auf  die  Reichsschatzanweisungen  1  Milliarde
562  Millionen.

Der  Daulk  des  Kaisers.

Berlin,  25.  März.  Der  Kaiser  richtete  an
den  Staateselretär  Dr.  Helfferich  vochstchen.
des  Telegramm:  „Hocherfreut  durch  die
dung  von  dem  glänzenden  Ausfall  der  vierten
Kriegsanleihe  spreche  ich  Ihnen  wie  allen  an
diesem  großertigen  Erfolgs  Beteiligten  meinen
wärmsten  Dank  und  Elückwunsch  aus.  Der
neue  Beueis  einmütigen  Siegeswillens  und
ungebrochener  Kraft  reiht  sich  den  bewundernswerten
  Zeugnissen  von  Heldenmut  und  Vaterlandsliebe,
  die  unsere  Kämpfer  an  der  Front
täglich  ablegen,  würdig  an.  Ein  Volk,  das  in
solchem  Geiste  wie  ein  Mann  ziomtnensth
gegen  den  Ansturm  seiner  Feinde,
Vertrauen  auf  Gott  den  Wun  Sieg  seiner  narsn

Sache  mit  Zuversicht  erwart

 

Wetterbericht  sür  Dienstag,  den  23.  Märg  1910;
Veränderliche  Bewölkung,  zeitweise  Niäederschläge.

 

r———  28.  Mürz  1916

Der  Weltkrieg.

Die  neue  Schlacht  an  der  Maas.
WMolland,  27.  März.  Der  Paxiler  Korrespondem
des  „Secolo“  erfährt,  doß  eine  neue  grobe  Schlaczt,
die  man  die  Schlacht  an  der  Maas  nennen  kann,  unmitick.
bar  bevorstehe.  Es  scheint,  als  ob  sich  pie  Front  dabei
bis  zur  Aisne  (Westrand  des  Argonger-Waldes)  erstrel.
ken  werde.  (3.)
Die  kraftvolle  deutsche  Artillerle.

London,  27.  März.  Englische  Korrespondenten  mul.
den  von  der  franz.  Front,  daß  der  deutsche  Munilions
verbrauch  in  den  blsherigen  Kämpfen  der  Produkti#n
von  vier  Monaten  entspreche.  Man  dürfe  sich  zweisen
los  auf  eine  mehrsache  Wiederholung  des  beispiellosn
Trommelseuers  gesaßt  machen,  da  Deutschland  noch  einn
vielfachen  Vorrat  besitze.  (3.)

Derenglische  iki  anf  oiordfriesische
  Küst.

WITB.  Berlin,  26.  e  (Amtlich.)  Am  25.  Min
morgens  haben  englische  Streitkräfte  einen  Fliegeranges
auf  den  nördlichen  Teil  der  nordfriesischen  Küste  heronge
tragen.  Der  Fliegerangriff  mißlang  völlig,  wie  de
Heeresbericht  vom  26.  März  berelts  gemeldet  hat.  Z##
auf  Vorposten  befindliche  armierte  Fischdampfer  ###
den  englischen  Schifsen  zum  Opser  gesallen.  Uns#m
Marineflugzeuge  griffen  die  engl.  Seestreitkräste  an  u#
erzielten  einzelne  Tresser.  Ein  Torpedobootszerstorer  2
de  schwer  deschädigt.  Von  unseren  sofort  ausgesandin
Seestreitkräften  sließen  nur  einzelne  Torpedoboote  in  de
Nacht  vom  25.  auf  den  28.  März  auf  den  abglehenda
Feind.  Eines  dieser  Torpedoboote  ist  bisher  nis
mruckgekehrt.

Der  Chef  des  Admiralslabs  der  Marine.
Ein  Seegefech  t.

Kopenhagen,  27.  März.  „Berlinske  Tiden
berichtet  aus  Egsbierg  über  ein  Scegefecht  zwischen  eim
zwanzig  engl.  Kriegsschiksen,  darunter  sant  grohtn
Kreuzern  und  15  Torpedobootszerstöre  9.  mit  deulsse
Fischdampfern,  die  anscheinend  im  Fahrwasser  südn
Fanos  fischten.  Die  Fischdampfer  zogen  sich,  nachdem.  #
man  zu  bcobachten  meinte,  zwei  von  ihnen  in  Br#
geschossen  worden  waren,  zurück.  Einige  deutsche  Kric#
schisee  und  ein  Zeppelin  kamen  zu  Hilse.  Es  entstes
eine  gewaltige  Kanonade,  die  zehn  bis  fünfzehn  Min
len  dauerte.  (3.)

Die  U.  Boote  im  Konal.

Bern,  27.  März.  In  Le  Havre  herrscht  wegen
Torpedierung  der  Schiffe  im  Kanal  große  Erregung.  1#
Gemeinderat  ersuchte  die  Regierung  dringend,  alle  ##
nahmen  zu  ergreisen,  um  einer  Wieder  holung  der  V
griffe  vorzubeugen.  Die  Verantwortlichseit  moüsse  sc
hestellt  und  gegebenenfalls  mühten  Bestrafungen  ra#
genommen  werden.  Die  füngsten  Ereignisse  brachten  #
Landesverteidigung  und  dem  Handel  den  gröhten  S##
den.  Die  Handelskammer  von  Le  Haore  kichtete  an  #
Marineministertum  eine  ähnliche  Eingahr.  (3.)

Amerika  und  der  U.Bootkrieg.

Verlin,  27.  März.  Ueber  die  amerilanische  a
lungnahme  zum  U-Bootkrieg  wird  gemeldet:  Die  c
rilanische  Regierung  wird  ein  Memorandum  verdffe
lichen,  in  der  sie  ihren  Standpunkt  bezüglich  des  i#
tretens  von  U-Booten  und  der  damit  in  Verbinde#
stehenden  Fragen  des  Seerechts  auseinandersetzt.  (

Italien  im  Krieg.

Verlin,  27.  März.  Die  Artilel  der  ilalienisst
Presse,  die  zur  Pariser  Konserenz  Stellung  nehmen,
den  in  Frankreich  laum  eine  grohe  Begeisterung  eirc
len,  denn  sie  zeigen  die  itolienische  Unlust  zur  Ausde
nung  des  Krieges.  Die  Ablehnung  der  Kriegserklär#
on  Deutschland  beweist,  daoß  Jlalien  an  die  Uec
tung  des  ehemaligen  Bundesgenossen  nicht  mehr  glan
sich  pielmehr  die  Tür  zu  einem  späteren  Einvernehe
und  zur  Erneuerung  der  für  Italien  so  fruchtdbe#
Handelsdeziehungen  und  der  Speilung  mit  deutltal
Kapilal  offenhalten  will.  (3.)

Ein  französisches  Transportschiff
esunke

Sofia,  27.  März.  Ein  Telegramm  des  „Utro“  #
det  aus  Athen:  Ein  franz.  Transporischilf,  des
Militär  aus  Saloniti  abfuhr,  lief  auf  eine  Mint  v
sank.  Von  der  Besatzung  find  75  Moann  gerettct.  #
Minensucher  wurde  ausgesandt,  der  schwimmende  A#-auffischte.
  (—,)

Nußland  und  Englond  in  Persien.

Amsterdam,  27.  Mac.  Die  russische  Negier#
verhandelie  in  London  wegen  eines  neuen  Kredites  b
240  Millionen  Nubel  (390  Millionen  esh  2.
der  Summe  soll  zur  Verbesserung  der  Eise  ndem
  Kaukakus  dlenen,  der  Rest  für  russuche  Mahmen
  in  Persien  verwendet  werden,  das  in  ruslische  15
waltung  genommen  werden  soll.  Dis  perfilchen  e
bahnen  und  die  Verkehrswege,  die  den  Norden  mt#
Volf  von  Persen  votölnden,  sollan  von  einer  englät
Gesellschaft  ausgebaut  werden.  (3.)