Metadaten : Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Dritter Band: Neuere Geschichte Sachsens von 1806-1866. (3)

496

liebig  nachgeschlagen  werden.  Für  ihre  Benützung
gibt  eine  gedr.  Anleitung  die  nötigen  Winle.
Auch  find  diej.  Beamt.,  die  in  der  Nähe  der  K.  ihre
Arbeitsplätze  haben,  jederzeit  bereit,  Auskunft  zu
erteilen.  Zum  Entleihen  nach  Hause  in
St.  oder  auswärts  sind  außer  den  öff.  Beh.  und
Anst.  und  den  jurist.  Personen  solche  vollj.  Angehbrige
  des  D.  Reichs,  die  im  Lande  ansässig  sind
und  durch  ihre  Stellung  oder  ihre  finuianzielle  Lage
die  nötige  Gewähr  bieten,  ohne  weiteres,  alle  anderen
  Benützer  unter  Beibringung  einer  Bürgschaft
berechtigt.  Personen  unter  17  J.  sind  nicht  entleihungsberechtigt.
  Für  das  Entleihen  nach  Hause
ist  wie  für  den  Besuch  des  Lesesaals  eine  Benützerkarte
  zu  lösen.  Auch  hiefür  besteht  volle
Unentgeltlichkeit,  Die  regelmäßige  Leihfrist
  beträgt  1  Monat.  Ausleihbar  ist  so
ziemlich  alles.  Indessen  gilt  dies  nicht  für
ganz  bes.  Kostbarkeiten.  Auch  werden  u.  a.  Handschriften,
  Inkunabeln,  wertvolle  Kupferwerrke,  selt.
Dr.  usw.  stets  nur  mit  bes.  Erlaubn.  und  allenf.
unter  best.  Kautelen,  meist  auch  nur  auf  kürzere
Zeit  verabfolgt.  Und  für  Romane  u.  a.  sog.
Unterhaltungsschr.,  die  ebenfalls  nur  mit  bes.  Erlaubnis
  entliehen  werden  können,  gilt,  daß  sie  nicht
zur  Unterhaltung,  sondern  nur  zu  ernsteren
Studienzwecken  zur  Verfügung  stehen.
Werke,  die  auf  der  L.  nicht  angeschafft  oder  ausgeliehen
  sind,  werden  von  ihr  auf  Wunsch  bei
andern  Bibliotheken,  sofern  diese  nicht
den  unmittelbaren  Bezug  vorschreiben,  bestellt  und,
falls  sie  dort  vorhanden  und  verfügbar  find,
kosten  frei  vermittelt,  soweit  die  Sendungen
  mit  Dienstwertzeichen  frankiert  werden
können  bezw.  soweit  nicht  ausw.  B.  Verpackungsgebühr
  berechnen.  Die  außerhalb  Groß-Stuttgarts
wohnenden  Entleiher  erhalten  alle  Sendungen
kostenfrei,  so  daß  sie  nur  das  Porto  der  Rücksendung
  zu  tragen  haben.  Sämtliche  die  Benützung
der  B.  regelnden  Vorschr.  sind  in  der  gedr.  Benützungsordnung
  enthalten,  von  der  jedem
Entleiher  1  Ex.  behändigt  wird.  Was  den  Umfang
  der  Benützung  betrifft,  so  steht  die
L.  unter  den  d.  B.  in  der  vordersten  Reihe.  Im
Verw  J.  1912/16  wurden  48  449,  d.  h.  bei  285
Oeffnungst.  täglich  170  Bände  in  den  Lesesaal  gegeben
  und  60  621,  d.  h.  bei  297  Ausleiht.  t.  204  B.
ausgeliehen,  im  ganzen  109  070  B.,  täglich  374  B.
benützt.  Der  Unterschied  zwischen  den  Oeffnungsund
  den  Ausleihetagen  kommt  davon  her,  daß
während  der  vom  1.  bis  15.  Aug.  dauernden  jährl.
Hauptreinigung  die  B.  für  den  persönl.  Besuch  geschlossen
  ist,  schriftliche  Entleihungsgesuche  jedoch
auch  in  dieser  Zeit  erledigt  werden.  Außer  in
dies.  15  (12)  T.  bleibt  die  B.  an  den  Sonntagen  und
b.  Feiertagen,  am  Geburtsfest  des  Königs,  am  Karsamstag
  und  am  Haupttag  des  Volksfests  geschlossen.
  An  den  andern  Tagen  ist  sie  vorm.
und  nachm.  mit  Ausnahme  des  Samstagnachm.
sowie  des  Nachm.  des  Geburtstags  des  Kaisers  und
der  Kömigin  und  des  Nachm.  des  24.  und  31.  Dez.
gebffnet.  Die  Verwaltung  der  V.  fteht
unter  der  Leitung  des  Oberbibliothekars.  Nach
ihm  folgen  die  Bibliothekare,  zurzeit  4,  sodann  der

Landesfarbe  —  Landesschätzer.

Hilfsb.  und  weiterhin  die  Beamten  des  mittl.
(Sekretärs-)Dienftes,  zurzeit  5.  Dazu  kommen
5  Unterb.  und  anm  nicht  etatsmäßig  angest.  Beamten
  1  Hilfsarb.  und  3  Hilfsarbeiterinnen  sowie
1  Hilfsdiener.  Bei  der  Besetzung  der  Bibliothekarsiellen
  wird  nach  Möglichkeit  dem  Gesichtspunkt
der  Fachvertretung  Rechnung  getragen,  beim  mittl.
Dst.  ist  es  Herkommen,  die  Beamt.  aus  dem  Stand
der  Präzeptoren  und  Reallehrer  zu  nehmen.  Was
die  Geschäfte  selber  betrifft,  so  werden,  um  nur
einiges  hervorzuheben,  über  alle  wichtigeren  B.=Angelegenheiten
  gemeinsame  Besprechungen  seitens
des  Oberbibl.  und  der  Bibl.  gehalten.  In  solchen
gemeinsch.  Konferenzen  findet  auch  die  Anschaffung
der  neuen  Bücher  statt  und  zwar  auf  Grund  von
wöch.  Ansichtsendungen  der  Buchhdl.  sowie  einer
Durchsicht  des  wöch.  Verz.  der  Neuigkeiten  des
d.  Buchhandels  und  der  Lektüre  von  kritischen  und
Fachzeitschriften.  Darüber  hinaus  kommt  den  Bibl.
das  umfangreiche  Katalogwesen,  bes.  die  langwierige
  Anlegung  weiterer  Realindizes,  späterhin
die  Neubearbeitung  der  Handschr  Katal.  zu.  Die
Besorgung  des  Ausleihwesens  und  des  Dienstes
am  Lesesaal  sind  die  hauptsächlichen  Aufgaben  der
Beamten  des  mittl.  Dienstes.  Die  vorges.  Beh.  der
L.  ist  die  Direktion  der  wissensch.  Sammlungen,  die
oberste  Instanz  das  Min  KSch.  Schmid.
Landesfarbe  für  W.  ist  schwarz-rot.
Landesfeuerlöschinspektor  s.  Feuerlöschwesen  VI.
Lanbesfischereisachverständiger  s.  Landwirtsch.
Sachverständige  4  und  Fischereipflege  b  4.
Landesfischereiverein,  w.,  in  Stuttgart,  Protektor
  S.  M.  der  König,  gegr.  12.  2.  92,  nachdem  in
W.  schon  vorher  gegen  40  Orts=  und  BezirksFV.
und  2  Gauverbände  (der  oberschwäb.  und  der  für
den  ob.  Neckar)  bestanden  hatten.  Mitgliederst.  am
31.  12.  13:  1  Ehrenpräs.,  5  Ehrenmitgl.,  385  persönl.
  und  69  korporat.  Mitgl.,  darunter  50  Fischereiver.
  in  W.  und  Hohenzollern  mit  2471  Mitgl.
Zweck  des  LFV.  ist  Hebung  der  Fischerei  und
Fischzucht  in  W.  und  Hohenz.,  s.  Fischereipflege
II.,  1.  Er  hat  sich  dem  D.  FV.  in  Berlin  angeschlossen,
  durch  dessen  Vermittlung  er  regelmäßig
  einen  entspr.  Anteil  von  dem  zur  Förderung
  der  Binnenfischerei  vom  Reich  zur  Verfügung
  gestellten  Betrag  erhält.  Die  jährl.  Hauptversammlung
  findet  abwechslungsweise  in  einem
der  4  Kreise  oder  Hohenz.  statt.  Der  gewöhnliche
Staatsbeitrag  beträgt  1500  J1,  außerdem  hatte  sich
der  V.  aus  besonderer  Veranlassung  kleinerer  und
größerer  außerord.  staatl.  Zuwendungen  zu  erfreuen.
  «  Sieglin.
Landesgefängnisse  s.  Gefängniswesen  I.  1.
Lanbesgestüte  s.  Gestütswesen  III.
Lanbesgewerbemuseum  s.  Gewerbeförderung

Landeshebammenschule  s.  Hebammenschule.
Landessberstallmeister  s.  Gestütswesen  II.
Landespferdeprämierungen  s.  Gestütswes.  III.  3.
Landespolizei,  Landespolizeizentrale,  s.  Polizei.
Landesschätzer.  I.  Eink  Steuer.  Ueber  Beschw,
gegen  die  Entsch.  der  EinschKomm.  entscheidet  das
für  diesen  Zweck  z.  Zt.  in  2.  Beschwerdekomm.  tätig

werdende  Steuerkoll.,  Abt.  f.  dir.  St.,  in  der  Be-