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Der Feind hatte sich, nachdem er nach dem mißglückten An—
griffe am 31. Dezember wieder hinter den Azay-Abschnitt zurückgegangen
war, am 5. Januar wieder vor der Front des Generals
von Kraatz-Koschlau verstärkt und den Wald von Vendôme
besetzt. Am 6. trat die 10te Division der Disposition gemäß
aus ihrer Stellung bei Vendoôme den Marsch auf Montoire
an, während ihre Vorposten bis zu unserm, des III. Korps
Eintreffen, stehen geblieben waren, durch leichte Angriffe des
Feindes belästigt, ohne jedoch dadurch zum Aufgeben ihrer Stellung
gezwungen zu werden. Gegen 3 Uhr wurde die Brigade
zum Angriff befohlen und das 52ste Regiment vorgezogen, während
wir als 2tes Treffen zu folgen hatten. Das Wetter war
inzwischen mild geworden, was bei dem Vormarsch und besonders
beim Ersteigen des steil ansteigenden Plateaus, da der
fette Erdboden in seiner oberen Schicht gethaut und dadurch
sehr schlüpfrig geworden war, keineswegs die Annehnmlichkeit
erhöhte. Diese Bodenbeschaffenheit brachte beim Antreten unsern
Regiments-Adjutanten, Premierleutnant W., zu Fall, sein
Pferd glitt aus und stürzte mit seinem Reiter den steilen
Hang hinunter. Den braven Offizier hatte jedoch auch diesmal
sein altes Glück, er war nämlich während des Feldzugs
schon dreimal ohne Schaden zu nehmen, mit dem Pferde gestürzt,
nicht verlassen, er erholte sich nach kurzer Zeit wieder
von seinem Sturz und stieg wieder zu Pferde. Sein Geschick
sollte sich leider nach wenigen Tagen erfüllen, auf dem blutigen
Felde von Changé starb er nach 5 Tagen den Soldatentod.
Nach Besteigen des Plateaus ließ der Regimentskommandeur,
Oberstleutnant von K., die Bataillone Kolonne nach der
Mitte formieren, auf ganze Distanze auseinanderziehen und
gegen Azay avanzieren, um welches heftig gekämpft wurde. Es
war uns jedoch diesmal nicht beschieden, eine thätige Rolle in
der Schlacht zu spielen, wir waren vielmehr dazu verurteilt,
den Kugelfang für die über das Iste Treffen hinweggehenden
Geschosse zu bilden, eine ebenso unfruchtbare wie langweilige
Aufgabe. Die Franzosen entwickelten viel Artillerie, doch erreichten
uns ihre Granaten nicht, oder schlugen in die Intervalle
der Bataillone. Das Terrain war für die Verteidigung
sehr günstig, der tief eingeschnittene Azaygrund wurde in seiner