Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Nuninter  98

LEIEIMIIII

Dienstas,  J.  Mai  1912

 

die  Gegend  Fontaine.  Beiderseits  der  Straße
H  Cambrai,  wo  der  Gegner  schon  in  den  erlen
  Spplachtiagen  ungc#  ihlte  Opfer  liegen  Be#
bracken  sämtliche  mit  dichten  Massen  angesetzten
Augriffe  schon  in  unserm  eriichtunge  und
Sperrseuer  zusammen.

Nach  Ansicht  deutscher  Truppen,  die  soeben  aus
dem  Kampf  komen,  werden  sich  die  Angreifer  an
dem  viele  Kilomeler  liesen,  überwäͤltigenden
Verteidigunge#y#tem  der  Segsriedsteilung  verbluten.
  Eine  mäck  tige  Steilung  liegt  himer  der
anderen.  Angesichtn  der  getrossenen:  Maßnahmeen
  erscheint  eine  Fortsetzung  der  *  Aranbosischen
  Offensive  hossuunge  los.  Stimmung
  ist  dementsprechend  bei  r  ccutfd  en
Truppe  und  den  Führern  glänmend.  Da  im
Wegensatz  ur  Tommescklach!  die  fruhere  englische
Ueberlegenheit  an  Artillerze  volilommmen  augeglichen
  i#rt,  fuhlt  sic,  die  deutiche  Insanterie
der  englischen  #iit  überl  egen  und  als  Heir  der.
Lage.  An  eimelnen  Stellen  eingedrungene.
Engländer  werden  immer  wieder  im  Handgramatenlampf
  Linaus  geroorien.  Der  deuticke:
LHandgranaienwerfer  in  dem  englischen  an  Geschicklichleit
  überlegen  und  verjügt  über  cin:
jechnisch  bessere  Wasse.  Beim  Mann  wie  lLeim
Offiuier  herrscht  das  Gesuhl  unbedingter  Ue
legenheit  über  den  G.egner  und  restloje  Zieges

Bewibheit.

e  "  "
Vor  einem  gulen  Ease.

Die  am  23.  April  im  Haupiauesschus  des
Reich  Stags  vom  Staatsselrelär  Zimmermann
gemad#en  Darlegungen  uber  uniere  Lage  haben
die  Aufsufung  e#all,  daj.  wir  in  ninltt  allen
ferner  Keit  u  einem  guten  Ende,  des  Krichen
tommen  Unerden,  umal  da-  die  lekie  Hossnung
Unserer  Fe#ude  anf  innere  Lermürbung  der  deni
schen  Volie--  an  seinem  8  Siegeswillen  sch-i
tern  mird.

Siaatsselreta  är  Dr.  Helfferich  er  kläuterte  die
Verminderung  des  englichen  EFrak  traumer  uno
den  Rückgang  der  englischen  Linsuhr  Ti  ie  englischen
  Gelreidevoträte  sind  jezzt  niedr  iger  als
je,  und  schon  am  19.  April  hai  der  Unterslaarssetretar
  des  engl.  Ernãhrungs  amles  öffentlich
  ausgesprocken.  dan  England  in  4  Wochen
ohne  Karis  jfein  sein  verde.  Der  Siaatsseirelär
  schloß  seine  Darlegungen:  Wir  stehen
luapp,  aber  sicker.  Der  Lungeririeg  hat  sich
gegen  seine  Urheber  gewendei.  Wenn  uer  uns
selbst  ireu  lleiben,  wenn  Uuer  ruhiges  Blut  und
ruhige  Nerven  berahren,  dann  haben  wir  den
Krieg  gewonnen.  :

Wie  es  um  England  steht.

Der  „Mancheiter  Guardian“  meldet  das  Vevorfehen
  einer  #eheimsihung  des  Unerhauses
mecks  vorbehallloser  Aufllarungen  über  die
Endaussichien  des  Krieges  und  über  die  bedenllich
  gewordene  Lage  des  engliscken  Schiffzersatzes.
  Diese  Meldung  sagt  besser  als  ailes
andere,  wie  es  mil  England  stehi.

Nodein  paar  Monate.

Alle  Nachrichen  der  letzten  Zeii  bezeichnen
die  Mirlungen  de  A  Bootlrieges  auf  Euglano
als  sehr  schwer.  Die  Nahrungemittelschuerigleiten
  sollen  bereits  so  grof  sein.  daß  schon  nach
bis  2  l!s–*)i?  Monaten  ein  volliges  Veri  agen
der  Verpflegung  grof#er  Teii#e  der  englischen  Bepöllerung
  befürcktet  wird.

 

England  vor  der  Kataslrophe.

Londoner  Vericht  e  der  italiepniscken  BMlätter
sdeldern  einoringlic  die  chweren  Neorgnisse,  die
allmählick  Eungland  infolde  der  Wirklungen  des
Umerseebootirieges  erscisen.  Rit  der  »mmiehmenen
  Lunge  der  Tage  verdoppeln  sich  die
Shiftversetungen.  beinahe.  S4werer  noch  als

Die  game

 

 

 

 

.  *[*t[  J—  —  ν  *mt  7  7½  —  —

 

 

der  Verlust  der  Schiffe  sällt  gegenwärlig  der
Verlust  der  Ladungen  ins  Gewicht,  da  es  sich
um  die  dringendsten  Bedürfnisse  für  die  Vollseinährung
  und  die  Kriegsührung  handelt,  was
um'o  gröf  e  Besorgnis  eriegl,  als  oie  Vorräte
immer  mehr  sc.minden  und  die  Hilfoquellen  sich
u  erschopfen  beginnen.  Der  Korrespondent  des
„  Secolo“  ertlärl,  es  sei  latsächlich  unmöglich,
vas  Problem  u  lösen,  wenn  die  englische  Regie
rung  nich.  sosort  die  allerĩätarjiten  Maßnah  -
men  für  die  Einichränlung  des  Konsums  resffe.
Der  „Chrriere  delia  Seig“  häll  er  fuür  wahrdeinine
  das  die  Zahl  der  die  englischen  Künen
blockserenden  deutscken  U.Boote  in  der  letzten

leit  erheblich  vermehrt  worden  sei.  Der  Korrespondem
  sckh  reibt,  der  Ul-  Boot-  Krieg  lünne  eu
einer  Katanropbe  für  England  und  damit  für  die
Alliierlen  werden.

Lloyd  George  in  Sorgen.

Lloyd  George  hat  wieder  eine  grofr  Rede
geicet  Die  Nol  Englands  muß  schon  sehr
ares.  sein,  wenn  er  sich  -n  solchen  Ausführungen
  versiehen  musl.  Früher  schrie  er  nach  Schif
sen,  um  die  Nahrungseinfuhr  Englands  zu  sidern,
  Deue  garantiert  er.  das  niemand  in
ngland  verh  ungern  werde.  Er  meiß,  aber
selbst,  dan  er  mit  seinen  Ausführungen  Schwin
del  treiht,  weil  er  selbst  sag:,  das.  England
mit  den  eigenen  Ereugnissen  nicht  auskommt.
Nede  zeigt:  Eagland  ist  in  Aengsien
  und  Lloynd  George  in  Sorgen.  Ebenso  dunlel
  sind  seine  Andeutungen  über  die  U-Boot-Abwehrmöglichkeilen.
  Er  konnte  aler  kein  eintiges
  We#llames  Mittel  Ero  nennen.  Ein  grojes
  „Wenn!“  steht  sast  in  jedem  Sag  der
Rede.  Im  übrigen  schimpft  Lloyd  George  über
Deutschland.  Das  ist  ein  Neichen,  daß  er  sich
mit  England  unter  der  deutsckem  Züchtigung
winde:;  ein  Nerbrecker,  der  die  Schläge  fühlt,
hat  nock  immer  geschimpft.  Jn-wischen  droht
England  der  Lunger,  und  der  kommt  sicher.

*  e  u

Um  den  Frieden.

Graf  Hertling  in  Wien.

Der  Reise  des  baner.  Ministerpräsideiten
Grasen  von  Herlling  nach  Wien  wird  allenthalben
  hohe  politiscke  Bedeutung  leigemessen,  besonders
  im  Hinblich  auf  die  jüngsten  Wiener
Crllärungen  über  die  Friedensfrage  mit  Rufland.
  Dabei  wird  namentlich  betom,  daß  Graf
von  Hertling  Vorsitzzender  de:  Bunderralsaus=—
  für  auswärige  Angelegenheiten  ist.
Der  Wiener  Aufenihall  umfaßt  vor  allem  ein:
Audien'  beim  Kaiser  und  eine  längere  Zusammenkunft
  mit  dem  öflerr.-ung.  Minister  des
Aeusern,  Grasen  Ceernin,  die  Uereils  am  Sonnlag
  Nlallgesunten  haben.  Die  „M.  A.  A.“  fagt:
Di:  letzten  Erllärungen  der  ölerr.  ung.  Regicrung

  m  der  russischen  Neuorientierung  u.  ihren.
Friedensbestrebungen  haden  unstreilig  die  Bahm
zu  Friedensverhandlungen  frei  gemacht.“

Volle  iigleit  mmischen  Deutschlauo

  ###  Oesterrei#  Ungarn.

Der  „Pester  Llond“  verösfentlicht  im  Hinblidl
aus  bent  russiscen  Friedenwillen  uno  seine.  Hemmungen
  durch  die  Miliulowgruppe  und  die  Enleute
  folgende  Erllärung  von  zufländiger  eie:
Umere  ##uversickt  ist  auf  die  Unerschürerlichte
unseres  militärie  en  Widerilandes  und  auf  ¾r.
nnier  leinen  Umständen  en  eeschütlernde  Uebereinitimmung
  awischen  uns  und  Deutschland  gegründet.
  Darum  muf,  jede  Boffnung,  uns  undz

Deuisc-  land  Ju  vernneinigen,  zu  Schanden  werden.
  Dies  gilt,  was  nia:  überflässig  sein  wird,
raq,i  eitig  seflzunellen,  aud.  für  jegliche  LKoif
nung,  die  elma  an  eine  Vergleichung  der  letzten
Kundgebungen  Ocilerreid.  Ungarn  und  Deulschlans
  in  der  Friedensfrage  gelunüpft  werden  solle.
  Wer  immer  dies  nikt  wird  verslehen  wollen,
lern  werden  b#ie  Ereignise  davon  über’ngen.
dal  Oesterreid.  Angarn  und  Drutschland  durch
leine  Ta#aqe  der  Gegenwart,  durd,  keine  Möglichleit
  der  uunft  auxeinander-ubringen  sino
Cinen  ehrenuo  aIIen#  Frieden  lann  die  Entente  nur
vomn  uns  beiden  halen,  von  unsd  beiden  zusammen
  und  en  gleicher  Zit.  Zwischen  Oefrerreich
und  Deuisckland  schwebt  nicht  der  Schatten  des
S  oparatfri  edens.

sopermptzurser.



TielLVootichtcimMärz.

TTILBcklim29.Apkil.(Annlich.)Im
MonulxljiätzwukdcusmchcndgülligctFkilflek
langinsgeiamk450Handels-skizinmitssälIUO
BruttoRufs-ersonnenLunidiclrxchtillien
AusnahmenderMcttsslmodttocmcktktdavon
345  jeindliche  Schiffe  mit  689  00100  Tonnen;  von
birren  sind  536  500  Tonnen  englisch.  Feiner
wurden  sech#  lisse,  darunter  orei  feinoliche,
mit  imsgeiamt  59  500  Tonnen  schwer  beschäbigt,
  voren  Schifssraum  auf  längere  Zeit  für  den
Handelsrerlehr  ausfällt.

Seit  Kriegsbeginn  bis  31.  März  1917  sind
damit  unter  Hineurechnung  der  im  Laufe  des
leuten  Vierteljahres  nad,träglich  belannt  gewordenen
  Kriege  verluste  5711060  Bruttoregisterlonnen
  jeintlichen  H  andeisschiffsraumes  verloren
  gegaugen,  davon  sind  4370  500  Tonnen
glische.  Dies  sind  23  Prozent  der  englischen
Geiamttonnage  der  Heimathandeleslotte  zu
Ansang  des  Krieges.

Der  Chef  des  Admiralstabes  der  Marine.

Luft  und  Seelämpfe.

W'rB.  Berlin,  28.  April.  (Amtlich.)  Am

26.  April  nachm.  grifsen  englische  Grosfekampf

slug-enge  einige  vor  der  flandrischen  Küste  treuzenden
  Torpedoboole  und  den  Hafen  von  Zeeerfolglos
  mit  Bomten  an.  Bei  den  anss
  Luftgesechten  wurde  ein  englisches
Eroskampfflug#eug  durch  einen  unserer  See
lompsein  itzer  abgescholsen.  Ein  hinzulommendes
fran  Ksischs  Flugovot  wurde  gleich  darauf
durch  unfere  Küstenbatterien  außer.  ge.
sent.  Drei  Insassen  und  das  Flugboot  konnten
geborgen  werden.  Deutsch-  Seestreitlräfte  führ.
len  in  der  Nacht  vom  D26.  auf  27.  April  eine
Unternehmung  gegen  die  Themiemündung  aus.
Als  sich  auf  dem  Wasser  kein  Gegner  reigie,
wurde  der  Kafen  von  Margate  mit  da#mngehörigen
  Besestigungoanlagen  nachdiücklit  beschossen.
Die  feinolichen  Landbatterien  erwioerten  das
Feuer  lebhaft.  aber  eifolgalos.  Unsere  Seeĩtreit
räste  sind  ohne  Besä,  üdigung  oder  Verluste

muckgelehrt.

1  2  ·  *
Det  Buch  mil  Ameriks.
Die  amerikanische  Wehrpflicht.
Das  Reuiersck:  Bureau  meldet:  Das  Repräsemamenhaus
  lehme  mit  209  gesen  93  Srim.
men  den  Zusayantrag  en  der  Regierungsoor.
lage  ab,  der  das  Freiwilligensystem  sordert
mährend  der  Negierungsvorschlag  die  Einbe
rufung  einer  Armee  durch  Dienstzwang  mit
Auswahl  vorsieht.  Senat  und  Repräsentanten.
haus  haben  die  Wehrpflichtvorlage  ingenommen.
  I

Amerika  und
Oeslerreich--Ungarn.

Staatsjekretär  Lanfing  gab  namens  der  Negierung
  der  Vereinigien  Staaten  in  Wien  die
Erllärung  ab,  daß  der  Albruckh  der  tiploma
liscken  Bemehungen  zwischen  Oesterreich-  Ungarn
und  den  Vereiniglen  Staaten  in  der  Behano
lung  der  öflerr.  ung.  Staatsangehörigen  in
Amerika  keinerlei  Beränderung  zur  Folge  habe.
Die  Staateangehmigen  der  Monarchie  wurden
in  den  Vereinigten  Staaten  auch  weilerhen  alle
Neckie  und  Freiheiten  wie  bisber  geniesten  und
abgesehen  von  individuellen  Gesetzesverlenun
gen,  interniert  noch  in  ihrer  Bemgungsfreiheit
  beschränkt  werden.

Das  lateinische  Amerika.

Renter  meldet  aus  Paris,  daf.  in  einem  Tile
gramm  aus  (Guatemala  amtlidk  der  Abbruch  der
diplomalischen  Beziehungen  zu  Deulschland  mit
gekeilt  wird.

Reformen  in  Ungarn.

Kaiser  Karl  richtete  an  den  ungarischen  Mini
sterpräsidenten  Grafen  Tisla  ein  Handschreiben,
welckeso  auf  die  Audien:en  der  Führer  der
Opposition  hinweist  und  der  dert  iligen  Re
gierung  vollkommenes  Vertrauen  zusickert  u.  sie
auffordert,  Vorschläge  über  Vollou  #hljahrie.
maßnahmen  und  einer  Ausdehnung  des  Wahlr
rechisg  ein  ubringen,  welche  den  gegenw  irtigen
grosen  Zeiten  und  den  durch  das  Volk  ge
brachten  Oofern  entspricht.  Vor  allem  werden
Maßnahmen  der  hygienischen  und  L
lurellen  Fürsorge  erwartet,  serner  für  Krieg
invaliden,  Kriegswitwen  und  Kriegswaieen.  Ein
anderes  Gesetz  bezieht  sich  auf  die  Schaffung
von  Bauernstellen  durch  Erleichterung  des  Erwerbs
  des  Grundbesitzes  für  die  armeren  Schich
ten.  siluch  soll  die  Arbeiterversicherung  refor
miert  und  die  Anerlennung  der  Berufsorgan
sationen  eingebracht  werden.  Weiter  sollen  die
Beüge  und  Beförderungen  der  Biamen  eine
Regelung  erfahren  und  die  demokratisc.:  Wahl.
keform  von  1913  weiter  ausgebaut  werden.

 

 

—  —

Die  zweite  Fran.

Koman  don  Unna  Seyffert=  Klinger.

30)  !—  d
„Guten  Vorgen,  cnäbigen  munlem,“  sagte
da  Erichs  Siimme  dièt  neben  in#.  „Sehen

Sle,  was  ich  schon  gesunden  habe.“
fz  hielt  ihr  ein  lieines.  cn  schwarzem
Samltbande  bef#e#stgtes  Schmilluirck  entgegen.
„9,  mein  Meutiion  —  mit  Papas  Vild!
Wie  '  es  möglich,  daß  ich  es  verlor,  ohne  e#
läite#  k%%  nisten.
„Sie  können  es  sosort  zurüderhallen  —
gegen  den  gern  il  Finderlohn  natseeicch.
im,  und  20##  beaniptuchen  Sie?
Irmac  rð  schelmisch.
Zm  vorans  die  Verzeihung  für  ein  Unrecht
  das  ich  begangen
„Das  lIlingt  in
losien.  Sie  hören.“
habe  aus  dem  Gedächtnis  Ihr  Bild
*8  gnädiges  Cräulein,  dorf  ich  es  behal


fragle

geheimmis  voll,  indessen

.„Wenn  es  Ihnen  Frende  bereitet,“  sagte
Jrmgard  errötend,  „so  errfülle  ich  Ihre  Bitle
gern  und  verzeihe  auch  Ihre  Indistrenon.“

„Ich  danke  abnen  elansendl,  es  ist  mehr,
als  ich  erwarten  du

Jermgar  rate  erstaunt  die  Bewegung,
mit  —  sprach,  und  als  er  ihr  mit  einem
Hã  uel  tief  in  die  **  sah,  wmandie  sie
sich  W  6  in  heimlichem  Erschrecken,  ab.

b  19n  sdie  Irunnel.  und  behielt
nur  eine  Fekang  „Ich  will  noch  cin
wenig  etzn-  velkicht  suche  ich  Nachrichten  aus
Notenbe

 

Cr  ich  geleutete  sie  nach  einem  Borkenbäuschen.
  das  milten  im  Walde  zum  Ausru!
  5%  ciulnd,  und  rerabschiedete  sich  dann.
on  z4c  Hoffnungen  erfüllten  ihn.  Er  erkanme
rebt  wohl,  daß  Irmgards  Derz  noch  unberührt
war.  Noch  liehte  sie  inn  nicht,  aber  mußte
sein  inniges  Werben  sie  nicht  rüyren?

Eine  lange  Reihe  froher,  gemupnreicher  Tage
hatien  sie  vor  sich,  und  was  das  befte,  er  haue
in  dem  alten,  wellsernen  Schlosse  leinen  Rivalen
Zu  jurchten.  Irmgards  freundschastliche  Juneicung
  besaß,  er  ber  eits,  eo  konme  ihm  ja
nicht  ijmwer  werden,  ihr  zungts,  underühntk
Herz  hanz  #fur  sich  zu  gew

r.  von  Sufen  gab  9  In  rosigsten  Zukunicstrammen
  bin.

Auch  Irmgard  saß  noch  längere  Zeit  nachdentlah
  da,  ebe  e  jie  die  Jeitung  entiallele.  Die
ungestorte  Ruhe  tat  ihr  wohl,  sie  sah  alles
in  einem  freundlicheren  Lichte  als  in  den  letzten

Tagen  und  suchte  sich  Piiueden,  daß  all  ihre
Besoraniz  unnötig  geweien

Cuvlich  entschloß  sie  sih  zum  Lesen,  bescheftiete
  sich  heute  aber  nicht,  wie  sie  es  gewohnt
  war,  zuerst  mit  der  Rubrik  „Kunst  und
Wisssenschaftnn  ,  lensern  sah  nach  den  Nachrichten:

„Aus  all
erch  et  ihr  Blick  zuerst  auf  den  Namen
Rotenberg“,  neben  dem  ein  langer  Passus
in  Vesperrtem  Druck  stand

Kaum  hatte  sie  einige  Jeilen  davon  gelesen,
  als  ihre  Augen  sich  unnakürlich  weitelen,
ein  dumpfes  Stköhnen  sich  ihrer  Vrust  entrang.

„Der  aussehenerregende  Banterolt  des  Bonkfhauses
  Pegold,  worüber  wir  bereito  ausführlich
berichtet  haben,“  lad  Zrmgard,  „hält  hier  noch
alle  Beteiligten  in  Atem.  Hunderte  von  kleinen

 

CEiistenzen  murden  in  Miutleidenschatgezogen,

zum  Teil  vernichtet.  Am  mcisten  sind  die  kleinen
Leute  zu  beklagen,  die  von  ihren  sauer  erparten

  Groschen  keinen  Pfennig  zurückerhaften
werden.  Die  Größe  des  Unglücks  laßt  sich  noch
nicht  übersehen.  Es  soll  sich  um  betrügerischen
Wankerott  handein.  Die  Stimmung  ist  eine
lehr  verbitter

Die  Wennstaben  verzerrten  sich  vor  Irmgards
  Blicken,  verschwammen  in  eins.  Sie
starrte  noch  immer  auf  den  bruck.  ohne  ganz
zu  begreisen,  um  was  es  sich  hand

Und  doch  wußte  sie  noch  aucht  alles.  Das,
was  sir  am  schwersten  trefsen  muspe,  der
ihres  Vaters,  wurde  in  dieser  kurzen  Notig  nicht
#crwöhnt.

Crit  allmählich  begann  ihr  Herz  wieder
gleichmasug  zu  pochen.  Woos  in  solchen  Mosienten
  hochsier  Seelenqual  im  Innern,  eines
Maschen  vorgeht,  wer  könnte  es  sagen?

„Mei  armer,  lieber  Papo,“  kam  es  endlich
  lei  von  ee  blossen  Lipen  58
iit  geichehen,  daß  ein  so  furchtbarer  Schlag  dich
treisen  lonme"  „Und  allein  #e  im  Unnd,
jo  ganz  allei

Cine  Sob#ange  Angst  drang  auf  sle
ein,  die  wild  erregten  Ge  Aien  begannen
hasüg,  überstürzend,  zu  arbeite

E#  halte  es  gewußt,  sa,  ja,  *t  war  ihm
keineswege  überraschend  gekommen,  darum  hat  te

t  sie,  seine  schen  fortgeschickt;
f%n  Schreckliche  nicht  mit  durchleben.  sie  w
er  glücklich  wissen.  wahrend  er  Wäthet  *

I

geqiinli  setz-v  eiselt  mit

O,  hielt  er  sie  denn  für  so  trh,tn  und
egoistisch,  blaurne  er  wirklio#,  goes  l  auch  nur
eine  Stunde  Ruhe  fand  in  Gedanken,

MWie  war  es  möglich,  daß  er  ihr  zörtlicheo,
Herz  so  ganz  verkennts?  Unverzüglich  wolle
sie  ihm  ihn  trösten  und  aufrichten,  ihm  b
weisen,  daß  sie  treu  und  sest  zu  ihm  E
alles  ntbehren  konnte,  wenn  es  sein  munßte!

Sie  erhob  sich  hafrig.  Wieder  zurück  nach
dem  Schloqe?  Wer  weiß,  ob  Lante  Veate  s##
orlgelassen  hätte!  Durch  Vitten  und  Gegen-#reden
  aber  würden  Aufregungen  entsiehen,  die
Zeit  ungenügt  schwinden:  in  einer  guten
halben  Siunde  aber  fuhr  ein  Zug,  den  konnte
jie  noch  zur  Pachten.  Zeit  erreichen.

Jort,  nur  fork,  es  war,  als  hätlen  ihre
Füße  Schwingen  brhe  so  rasch  flog  ne
aorwürts,  ein  paar  Goldstücke  besanden  sich  in
ihrer  Tasche,  es  jehlte  ihr  also  nichl  einmal  am
Reisegelde,  schlimmstensallo  hätie  der  Stationsoorsteher
  ihr  Wehofen,

weiß  auch?  Wie  schwer  und
emsmmer  n  #%  plöglich  auf  ihre  junge
Zrust  legte.  „Vetrügerischer  Banlerott
l  welch  ein  häßiicches,  brandmarkendes  Wort.
Duntle  Olut  schlug  bis  in  ihre  Stirn  hinaufs,
und  unwilltürlich  machte  sie  eine  Bewegung.
um  den  Schleier  vor  das  zuckende  Gesicht  zu
giehen.  Aber  sie  tuug  nur  einen  dunklen
Matrosenhut  ohne  jeden  Schmus.

Von  den  angstvollen,  sich  bis  zur  Verzweiflung
  steigernden  Gedanken  getrieben,  eilte
ie  weiter.

Atemlos  kam  sie  auf  dem  Vahut  an.
Je  blieb  ihr  noch  so  viel  Zell,  Beate  ei  #i#pa#
Zeilen  zu  schreiven  und  4  von  ihrer  Abreie
zu  unterrichten.  „Papa  bedors  meiner!“  qgab
i  an.  Die  Tante  wilrde  ja  bald

aenita  all  das  Schreckliche  ersahren.

 

daß  ihr  Bater  litt  und  n  —