* Hen Eindruck zu beschreiben, welchen am 15. Oktober der Anblick
eines vor den Stufen des Thrones versammelten Volkes machte, versammelt,
um seinem geliebten König und Herrn die Gelübde der Treue
darzubringen, dies würde der Schilderung einen großen und dankbaren
Stoff darbieten — wenn heute überhaupt davon die Rede seyn könnte.
Alles, was sinnlich in das Auge fiel, der ganze festliche Prunk auf
einem der schönsten Plätze Europa's, die Aufzüge, Fahnen, der Kanonendonner,
Alles verschwindet gegen den Inhalt der Worte, welche, aus
dem Munde Sr. Majestät gesprochen, nunmehr in den Herzen Aller
fortleben, welche sie vernahmen, und rasch nach allen Gränzen des
Landes, und darüber hinaus, forttönen werden. Bevor wir aber diese
mittheilen können, müssen wir den Verlauf der auf einander folgenden
Akte noch ein Mal wiederholen. Se. Majestät hatten sich, unter den
Augen der harrenden Menge, in feierlichem Zuge die große Freitreppe
hinunter über den Platz nach der Kirche begeben, woselbst an Sie die
Huldigungs-Anrede der evangelischen Geistlichkeit von dem ersten evangelischen
Bischof, Dr. Eylert, gehalten und mit dem von allen anwesenden
Geistlichen wiederholten Amen geschlossen worden war. Sie hatten
sich in demselben Zuge und auf demselben Wege in das Schloß zurückbegeben.
In dem Rittersaale hatten Se. Majestät zunächst die Abgeordneten
der katholischen Geistlichkeit vor sich gelassen, den Bischof von
Paderborn, Freiherrn von Ledebur, an ihrer Spitze. Nachdem die Huldigungs-Anrede
gehalten war, hatten die ehemals reichsständischen Fürsten
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