Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

e

Aum̃mer  43

 

Die  französischen  Sorgen.

Bern,  21.  Febr.  Wirtschaftliche  Sorgen  bilden
  den  Hauptgesprächsstoff  der  französischen
Presse.  Das  Rationierungssystem  für  Zucker  und
teilweise  auch  für  Kohle,  sowie  die  sonstigen
drakonischen  Maßnahmen  dder  Regierung  geben
den  meisten  Blättern  Anlaß  zu  scharfen  Aussällen.
  Bezeichnend  äft  ein  Artikel  des  „Temps“,
der  ausführt,  die  Regierung  dürfe  sich  nicht  auf
eine  Nachgiebigkeit  dder  Beoölkerung  verlassen,
die  sich  jenen  Männern  gegenüber  nicht  nachsichtig
  zeigen  werde,  die  den  Frauen,  Kindern  u.
Kranken  unnötigerweise  Martern  auferlegten.
Andere  Blätter  fordern  die  Regierung  dringend
auf,  besonders  für  die  Getreideversorgung  sehr
schnelle  Mahnahmen  zu  treffen.  Andererseits
warm  der  größte  Teil  der  Presse,  die  Nahrungemittelschwierigkeiten
  Deutschland:  zu  übersaiätzen.
  „V.Oenore“  weist  spötlisc,  darauf  hin,
daß  die  groste  Bonlevard-Presee  bereils  vor
zwei  Jahren  den  Zusammenbruch  Deutichlands
infolge  der  Hungersnot  laut  verkündete.
Ueberschwemmungen  in  Frankreich.

Genf,  21.  Februar.  Das  Tauuctter  hat  in
den  Departements  Savoyen,  Hochsavoyen  und
Lisere  den  Beginn  von  Ueberschwemmungen  herrorgerufen.
  Man  meldet  starke#  Steigen  der
Arve  und  der  Lisere.  .

England  und  der  U-Boot-Krieg.

Ro  tterdam,  21.  Februar.  Aus  London
wird  gemeldet,  daß  der  verschärfte  U-Boot-Krieg
  zur  Folge  habe,  daß  von  verschiedener
Seite  wieder  gefordert  werde,  Lord  Füsher  zumersten
  Seelord  zu  ernennen.

Die  Stimmung  in  Amerika.

Neugork,  21.  Februar.  Der  Kongreß  ist
sehr  geteilter  Meinung  über  die  Frage  der
auswärtigen  Politik.  Wilson  fürchtet  ausgedehnte
  Depeschen,  solange  nicht  die  Verletzung
amerikanischer  Rechte  erwiesen  ist.

Neugyork,  21.  Februar.  In  Neugork  soll
noch  keineswegs  großer  Eifer  sein,  sich  bei  der
Armee  oder  Flotte  anwerbden  zu  lassen.  Trotz
leidenschaftlicher  Aufrufe  hätten  sich  in  der

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Suche  zur  sofortigen  Uebernahme
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Amerika  und  Oesterreich-Ungarn.
Berlin,  21.  Febr.  Die  Deuschrift,  die  Präsident
  Wisson  der  Wiener  Regierung  hat  überreichen
  lassen,  läßt  keinen  Zweifel,  daß  dem  Abbruch
  der  Hiplomatischen  Beziehungen  der  Vereinigten
  Staaten  mit  Deutschland  in  Kürze  auch
der  Abbruch  der  Beziehungen  mit  Oesterreich-Ungarn
  folgenwird.  Die  österreichisch-ungarische
Negierung  wird.  die  Dentschrift  des  Präsidenten

beamworten.  Wie  diese  Antwort  ausfallen  wird,
weiß  man,  und  Wilson  wird  die  Konsequenzen
darausziehen  und  #den  diplomatischen  Verkehr
abbrechen.
Die  rumänische  Front.
Sofia,  21.-Febr.  Mit  dem  Eintritt  gun,
stiger  Witterung  hat  entlang  der  ganzen  trumänischen
  Front  eine  erhöhte  kriegerische  Tätigkeit
begonnen.  Vorerst  beschränlt  sie  sich  auf  ein
Hlrleres  Artilleriefener.  Es  unterliegt  keinem
Zweifel,  daß  entlang  der  ganzen  Front  von  den
Cuoemes-Pässen  südostwärts  bis  zum  Sereth
bei  Beginn  der  besseren  Witterung  heftige
Kämpfe  stattfinden  werden.  Auf  dem  äußersien
  rechten  Flügel  der  russischen  Front  zwischen
Calatz  und  Tulcea  fand  gleichfalls  ein  hestiges

  Artillerieduell  statt.

lädt.  Allbeid  aoslelle  —
enl.

Rosenheim,  21.  Februar.

Die  heutige  Nummer  des  „Nosenheimer  Anzeiger“
  enthält  eine  wichtige  Bekannimachung
des  Stadtmagistrat  über  die  Errichtung  einer
Annahmestelle  für  getragene  Kleidung,  Wische
  und  Schuhwaren  im  Hause  Ludwigsplatz
Nr.  10,  sowie  über  die  Eröffnung  eines  Verfoufeladene
  der  städt.  Betleidungsstelle  im
Hause  Ludwigsplatz  Nr.  17.  Der  Zweck  dieser
den  Kommunalverbänden  ubertragenen  Matßnahmen
  zur  Durchführung  des  Erwerbes,  der
Vearbeitung  und  Veräußerung  getragener
Kleidungs=  und  Wäschestücke,  sowmie  getragener
Schuhwaren  ist  durch  die  Notwendigleit  begrüwoet,
  den  Verbrauch  der  noch  vorhandenen

Vorräle  an  Stoffen  und  ungebrauchten  Kleidungsstücken
  in  möglichst  großem  Umsange  ein- 



 

Hilfedienstpflichuigen

 

euschränken.

für  sofort  einen

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nicht  unter  19  Jahre  er
Sugeherin  sofort  oder  *#
März.  Näh.  Exped.  20

9-S.

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Gesucht  wird  ein  ehrliches

*  Donnetas,  22.  Jebruar  1512
—.  —

 

*  Durch  die  Wiede  #rperwendung  getragener
Kleidungs=  und  MWöschestücke  8  bekkatener

Schuhwaren  soll  den  weitesten  Schichten  drga
Vevölkerung  die  Möglichkeit  gegeben  werden,
6  sich

ezitsprechend  den  bei  längerer  Kriegsdauer
  mmer  mehr  hervortretenden  Ansprüchen
  mit  gebraudsfehiger  billiger  Kleidung  zu
verforgen.  Dieser  Zweck  lann  nur  erreicht
werden,  wenn  die  getragenen  Stücke  zu  billigen
  Preisen  eingekauft,  bei  ihrer  Wiederherstellung
  mit  größter  Sparsamkeit  verfahren
und  jedes  noch  irgendwie  verwendbare  Stück
auegenübt  wird.

Für  die  abgelieserten  Waren  wird  ein
angemessenes  Entgelt  bezahlt,  dessen  Festset-#ung
  im  Wege  der  Abschätzung  durch  fach-!
jundige  Personen  erfolgt.  Daneben  ist  auch
die  Mögiüchleit  gegeben,  unentgeltlich  getragene
  Kleidungs-  und  Wäschestücke  und  Schuh;
waren  abzuliefern.  1

Vaterländische  Palicht  ist  es  für  jeden,  die
nicht  durckaus  nokwendigen  getragenen  Kleidungeftück,
  Wosche,  Uniformen  und  Schuhwaren
  bei  der  An  sahmeseelle  zur  Ablieferung  zu
Uringen.  Zu  dem  in  den  Kriegsjahren.  so  oft
bewährten  Wehllätigleitsfinne  der  besitzenden
Klassen  darf  vertraut  werden,  daß  sie  entbehrliche
  Altmaren  dem  Kommunaloerbande
unentgeltlich  zur  Verfügung  stellen.

Banle  Ehremt.

Was  kostet  eine  neue  Stadt?  In  der
Nähe  von  Spandau  ist  eine  neue  Stadt  gebaut
U#en,  um  der  Wohnungsnot  zu  steuern.  Die
„Bauwelt“  gibt  die  Kosten  dieser  neuen  Stadt
an:  Der  Grund  und  Boden  wurde  für  rund
700  000  Mk.  erworben;  dabei  kommt  auf  jede
der  1000  Familien  350  Quadratmeter  Rohland.
Für  die  Straße  mit  ihren  Kandlen,  Gas=  und
Warserleitung,  elektrischem  Licht,  Gartenanlagen
wurden  1.1570,000  Mk.  aufgewendet,  für  Kirden,
  Schulen,  Giemeindenerwaltung  425  000
Mark  und  225000  M.  für  Zinsen  und  sonstiges.
Die  bis  auf  die  Wohnhäuser  fertige,  Stadt
oslet  also  2½  Millionen.  Die  ser,  von-Architeit
  Schmitthenner  erbaut,  —  6500  bis
20,  000  Mk.  Dabei  sind  sehr  viele  Familien  in
Einfamilienhäusern  untergebracht.  Jede  Wohnung,
  auch  die  billigste,  hat  einen  bearbeiteten
und  bepflanzien  Garten  von  150  Quadratmetern.
  In  runden  Summen  kostet  also  eine
Stadt  für  5000  Einwohner  nur  Millionen
  Mark,  fertig  zum  Beziehen.

Das  Testament  des  Buckligen.  In
der  Stadt  Samarang  an  der  javanischen  Nordküste
  starb  vor  einiger  Zeit  ein  alter  buckliger

 

––

„Verschiedenes

Sierenvölker

    

 

 

 

 

 

 

Eingeborener.  2  seie  Zeichens  Kellner  gewefen
  war.  Beruf  hatte  er  ein  hüb-Gus
  he.

Mo,  verdient,  das  sich  au
100000  Mi.  blief  Diesen  ganzen  Bezrag  ver
mackte  er  seinem  Neffen  unter  der  —
mit  einem

daß  er  sich  innerhal  dreier  Monate  mit
buckligen  Mädchen  zu  verheiraten  habe.
scheinlich  hatie  der  Verstorbene  zeit  seine  1#.
bens  so  viel  unter  seinem  zu  leiden
gehabt,  daß  er  einem  mit  dem  ##  Fel
Tehafteten  Mitmenschen  noch  über  das  Grab
hinaus  etwas  Gutes  tun  und  das  Leben  erleichtern
  wollte.

Eine  Versicherungsgesellschaftgegen
  den  Frieden.  Wie  u  —  es  auch

derscheinen  mag  —  es  gibt  talsschüch  eine  Versicherungsgesellschaft

  gegen  den  Frieden,  und

zwar  wurde  dieses  merkwürdige  Unt

in  England  gegründet.  Die  Gesellschaft  ohn
damit,  daß  der  Erbauer  einer  Mumtionsfabrik

sich  in  hhe  Kosten  stürzen  muf,  die  erst  nach  einer
gemissen  Dauer  des  Krieges  wieder  eingebracht

werden  lönnen.  Darum  läßt  jeder  neue  Munitionsfabrilant
  in  England  sich  bei  Gründung
seines  Unternehmens  bei  dieler  Gesellschaft  versichern,
  für  deren  Zabhlungsfähigkeit  die  englische
  Regierung  Sicherheit  leistet.

In  einer  modernen  Kunstausstellung.
  Fremder:  „Was  mag  dieses  Bild  eigentlich
  vorstellen“  Aufseher:  „Ja,  ich  weiß  nit

iich  bin  erst  vier  Wochen  chier.“

Gkosse.  Ein  tragischer  Moment  ist's  im
Leben  der  Frau,  wenn  in  der  Elektrischen  zum
erstenmal  eine  Dame  für  sie  aufsteht.

 

Boszhast.  „Da  drunten  sitzt  Helenens
Mann!  Na,  so  hätte  ich  mir  ihn  doch  wicht
vorgestellt  ...jeder  Zoll  ein  Scheidung
grund!“

Brleftasten.

Ababe  von  Spiritus.  ##ch  Ihnen
enüber  müsten  wir  Furne  daß  wir  mit  *  #
schriften,  deren  Verfasser  der  Redaltion  den
Namen  oerschweit,  nichts  anfangensomehr
  als  der  von  Ihnen  für  eeers  urr
en  angeführte  Grund  durchaus  nicht  stichhaltig
ist.  Wenn  Sie  die  Dienste  des  „Rosenheimer
Anzeier“  in  Anspruch  nehmen  wollen,  mussen
wir  doch  auch  wissen,  mit  wem  wir  es  #u  stun
haben.

 

Drul#ran  die  Gotdankau#ssellein
Kaufhand  J  Seu#t,  ######.

 

 

 

Meka#tmachn#e.

Beire  eakabon.
nier  Bezugnabhme  auf  die  diesamtliche

vom  2*  etr.  Msitstion  und
1917,  wird  bekannt  gegeben,  daß  als

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er  Hunde  yr#
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wirtschaft  mit  Oekonomie  einen  uu  ##h-#  u.  Korben,  Biene  era
2026  Mebellsami  elm  Sür  1.  März  gesucht  kraftiges  ohn:  e  n  5and  cn  ro  7*  2  n  er  t  ¾—4
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Boscheni  iederstt.  50.  2081  erlernen  will,  kann  sofort  ein-  beschelnigungsbuches  der  Kaileistraße  Nr.  40  a,  42,
r————————)  36Standortschlächterei  -wenbein.=  Kastenau  alle  Hausn##mmern,
i  Ordentlicher,  junger  Mann  mit  Um  Abgabe  an  der  Exped.  Am  n  Ne.  15,
Schulbildumg,  sindet  Auf.  ünsere  hrästige  2020  Nosenh.  Anz.  wird  gebeten.  en  nln  21,
Baustelle  Thafan.  nahme  als  2046  5□—  2012  Kusstei  raße  Nr.  45,  51,  51  b,  c,  d,  74,

Leonh.  Hell,  Bauuntern.

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Bäckereigeschäft

Rosenheim  zu  verpachten.

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aße  äußere  Nr.  2,  6,  6  a„  Sa,  45,
7,  54,  70,  9

 

 

 

 

 

 

Oberndht  ern.
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+us  Mächen  3—5000  KM.  *3  o
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