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zu Erhaltung des Palliums bezahlen mußte. Fremdlinge
erhielten die wichtigsten Bischofsstellen, die Gelder giengen
außer Landes, und wenn der Bischof nicht zugegen war, so
haͤuften sich Zaͤnkereien und Streitigkeiten ohne Ende.
F. 10.
Unter allen Ländern war aber Teutschlands Schicksal
das unglücklichste während dieser Avignonischen Periode. Der-Pabsi
war Sklave des Königs von Frankreich, und mußte
nach dessen Gefallen mit dem Bannstrahle spiclen. Da der
König von Frankreich das Teutsche Reich gern für sich oder
seinen Bruder gehabt hätte, so mußte der Pabst den Kaiser
Ludwig den Baier in den Bann khun, und durfte sich durch
die tiefste Erniedrigung des weichmäüthigen Ludewigs zur Absolution
nicht bewegen lassen. Die ganze Teutsche Kirche
gerieth durch das Interdict in die größte Verwirrung. Doch
durfte der Pabst das Interdict nicht aufheben, denn Philipps
Nachfolger drohten, den zweiten Act der Bonifaciusischen
Tragddie spielen zu lassen. Die Teutschen bewiesen zwar,
daß endlich auch die Gedult des Gedultigsten ermüden könne:
sie faßten einen feierlichen Reichsschluß, daß ein Teutscher
König um Teutscher Konig zu seyn, nicht erst der paͤbstlichen
Confirmation noͤthig habe, sondern allein vermoͤge der Wahl
der Churfuͤrsten als Koͤnig gelte. Koͤnig Ludwig hatte auch
ein Paar Schriftsteller auf seiner Seite, welche recht maͤnnlich
seine Sache vertheidigten, und die strengeren Frauciscaner,
welche besenders über Johann XXII. mißvergnuͤgt
waren, erhielten das Volk bei gutem Willen. Aber es
war doch, als ob die Moͤnche das Volk nicht so lange
in der ihm unnatürlichen Lage der Gesinnungen erhalten
koͤnnten, als die Franzoͤsische Hofkabale erforderte. Bald
wurde dasselbe durch Interesse, bald durch erregtes irriges