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Schiller Worte des Glaubens; verblaßt in der Spr.
des gemeinen Lebens, wo die Bed. Begriff sich mit der
der Vorstellung und des bloßen Bildes mengt und wo
es zur kleinsten Maßbestimmung wird: das kleid ist
um einen gedanken zu kurz; nooh einen gedanken
mehr zucker dazu; mit kein gedanke! wird kräftig verneint.
— Zusammensetzungen: Gedaulenfolge, fk. Folge
der Gedanken auf einander. — Gedauleuseeiheit, k. Denksreiheit
Schiller Karl. 3, 10. — Gedankenfülle, f. Fülle
von Gedanken oder als gedacht Dargelegtem: eine grosze
g in diesem buche. — Gedankengang, m. Gang der
Gedankenfolge — gedeihen.
Gedanken bei einer Ausführung. — gedanleuleer, leer,
arm an Gedanken. — gedankenlos, ohne zu denken:
gedankenlose trägbeit; gedankenlos genieszen Freytag
Handschr. 3, 243. — gedaulenreich, reich an Gedanken.
— Gedankenstrich, m. Strich als Zeichen eines abgebrochenen
oder weggelassenen Gedankens. — gedankenvoll,
voll Gedanken Goethe Egm. 3. — Gedankenwelt,
k. Gesamtheit der Gedanken eines Menschen oder
einer Zeit als Welt gedacht. — gedanklich, auf Gedanken
bezüglich: gedanklicher inbalt eines vortrags:
das gedanklich bestärkte gefuhl Keller Werke 3, 180;
bemerkte die gedankliche verlegenbeit wol 6, 112.
Gedärm, u. Gesamtheit der Därme eines Lebewesens,
ahd. gidermi, mhd. gederme: (Kalmus) ist dem gederm
guot Megenberg 365, 11; der geiz des Spaniers. zerrisz
in Mexico des Indiers lebendiges gedärme Schiller
5, 90; kurzes gedärm, das schnell verdaut, bildlich 11,
141; Plur.: einen strick wollt ich drehen aus meinen
eignen gedärmen Fiesko 5, 16.
Gedeck, n. was zum Decken dient, mhd. gedecke; Tuch
zum Zudecken, Bedecken: sessel, alle mit irem gedeck
und zubehör Weist. 2, 58 (16. Jh.); Deckung eines Gebäudes:
gedecke ceckortum Steinbach; im Orgelbau
Register gedeckter Pfeifen ebd.; seit 18. Ih. Verdeutschung
von franz. couverk, Tischzeug für einen Speisenden: den
tisch nur mit zwei gedecken besetzt zu fnden Goethe
Wahlverw. 1, 17; leinenes Tischzeug zum Decken einer
Tasel: ein gedeck besteht aus einem tischtuche und
einer beliebigen anzahl servietten Adelung.
Gedeihen, wachfen, guten Fortgang haben, im ältern
Nhd. auch bloß gedeien geschrieben; goth. beiban, altengl.
gebthan und gebecn, altsächs. githihan, ahd. gedihan,
mhd. gediben; Verwandtschaft zu dicht und dick
(s. d.) besteht, die Bed. wird auf der Vorstellung des
sich Zusammenschießens und Kräftigens im Kern fußen:
das Verbum setzt in der alten Spr. sein stammschließendes
b in zweisilbigen Vergangenheitsformen in g um: ahd.
gidigi proficeref, gidigan profectus, von diesem Wechsel,
der auch noch mhd. dauert, aber in dem ältesten Nhd.
bereits aufzuhören beginnt, ist einiges auch später geblieben:
welches . ihm zur warnung gedige Simpl.
2, 154; besonders das Part. gedigen, welches sich auch
in neuerer Spr. als gedicgen (s. d.) erhalten, aber ganz
vom Verbum und der neueren Participform gediehen
losgelöst hat. Schwache Formen des Verbums sind
-selten: handel und wohletand gedeihte Schiller 7, 36;
ebenso die Umschreibung der Vergangenheit mit baden
statt mit dem gewöhnlichen sein: dasz diese pflanze des
nationalen russenthums nur auf Moskauer boden zu
gedeihen vermag und auch nur gediehen hat Gegenwart
1887 Nr. 34. Bed. 1) absolut, — vorwärts kommen,
zunehmen, von Personen in Bezug auf Körper und
Geist, sowie von Dingen: kinder. pflanzen, böume gedeiben;
die K#een Franen Unhöflichen) gedihent selten
Minnes. Frühl. 61, 32; die kinder der ehebrecher gedeien
nicht Weish. Sal. 3, 16; so gedeiet die stad Sir.
10, 3; was er (Gott) beseheret, das gedeiet jmerdar
16; wenn die zeit kompt, gedeihen sie (die Frommen)
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ausschlagen, geraten: es gedeiet jm zum verderben Sir.
20, 9; gut ausschlagen: jr daurt mich, dasz jr euch
also kasteict, sintemal die fasten nicht will gedeien
Garg. 71; wie doch das faullenzen gedeihet Goethe
W. Meister §, 1; mit ausdrücklicher Bestimmung: die
heirathen nach der residenz gedeihen nicht allzuwohl
Kotzebue Kleinst. 3, 9; mit persönl. Dat.: da im sblichs
(Begehren nach Teilung) nit gedeihen wolt Aventin
1, 1030; kein trunk will mir gedeihn Uhland 66;
auch gelingen, zu Teil werden: was meint jhr, os könn
euch nicht auch gedeien? Garg. 102; der bofnung, cs
wurde mir ein trunkel wein oder bier darinn (im
Wirtshause) gedeien Simpl. 3, 387. 3) mit Richtungsbestimmungen
durch Präpositionen, wohin gelangen; in
älterer Spr. zum Teil ganz sinnlich, = kommen: hiermit
gediegen die Deutschen bisz in das mittel der
legion Lohenstein Arm. 1, 415; so soll dein blutig
kopf bald auf den pfahl gedein Sophonisbe 1, 105;
häufiger, jetzt allein noch, unsinnlich, — emporkommen,
sich ausbilben: so dasz ich eigentlich zur erkandtnus
meiner selbst gedyen Simpl. 3, 130; wann kreundschalt
.. zu früchten gedeien sol Zesen Ros., Vorrede; der
jungere gediehe zum glucklichen, glänzenden manne
Schiller 2, 391; die brust von leisem drang gehoben,
der noch zum wunsche nicht gedeihbt Uhland 14:
ausächnung, zu der die gesellschaft gar bald gedieh
Ranke Pädpste 1, 221; sei der plan des königs zur
reise geciehen Treitschke 2, 219; mit Adv.: schon
war es damit sehr weit gedichen Ranke Päpste 2, 8.
4) der Inf. als Subst.: ich habe gepflanzet, Apollo
bat begossen, aber gott hat das gedeien gegeben 1. Cor.
3, 6; wachstum und gedeihen gibt nur des höchsten
hand Claudius. — gedeihlich, zum Gedeihen geeignet,
förderlich: gedeilich Stieler; gedeihliche speise Adelung;
alles gedeibliche wohlergebhen anwunschen ebd.;:
etwas zu einem gedeihlichen ende fuhren; in gedeihender
Art: fruchtarten . die doch gern und gedeihlich aufeinander
folgen Bismarck Reden 9, 219.
Gedenken, verstärktes denken, in verschiedenen Bed.
dieses Verbums; altengl. gebencan, altfächf. githencian,
ahd. gidenchan, githenken, mhd. gedenken; in älterer
Spr. bis ins 18. Ih. wie denken 14, vom Gedankenfassen
und Vorstellen im Allgemeinen: was gedenkt jr
solchs in ewren herzen?! Marc. 2, 8; die böses gedenken
in jrem herzen Pf. 140, 3; er gedacht, ich wil ju versunen
1. Mos. 32, 20; da aber David merket, daa Sanl
böses uber jn gedacht 1. Sam. 23,9; recht an gott
und sich selba gedenken Glosse zu Ps. 38, 1; so gedenkt
was euch zu thun werd sein Garg. 102; er hatte
keine musze an laster zu gedenken Kästner 1, 36;
es ist ein glock, dasz noch hier und da ein gottesgelehrter
auf das practische des christenthums gedenkt
Lessing 3, 151; mit dem Begriff des Uberlegens (wie
jetzt erdenken, bedenken): da gedachten in die Römer
auch ein list Aventin 1, 481; gedenk, das mein leben
ein wind ist Hiob 7,7; ich narr gedachte nicht, dasz
der krug so lang zum brunnen gehet. bisz er einmal
zerbricht Simpl. 1, 232; — wie meinen, hoffen, wollen,
sich vormehmen (vgl. denken 10), aug in neuerer Spr.:
wir gedenken auch alt zu werden Sir. 8, 7; bab ich
gedacht ein haus zu bawen 1. Kön. 5, 5; gedachte Wilhelm
madam Melina zu besuchen Goethe W. Meister
4, 15; doch der mensch, bevor zu ruhn gedenkt er,
wissen musz er erst, wovon er ausruht Platen Abbass.
1, 152; — in den Begriff des Erinnerns, Andenkens
übergreifend (denken 1°); mit Gen.: gedenk meiner,
wenn dirs wol gehet 1. Mos. 40, 14; gedenkt des
vorigen von alters her Jes. 16,9; anderer achlimmen
hündel nicht zu gedenken Schiller 4, 278; die progedeihlich
— gedenken.
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belide 23; (Speise) darbei sie selbs nicht gedeien können fessoren wurden regsam und gedachten ihrer alten
Garg. 73; (Zögling, der) unter ihren hünden recht ge- tuchtigkeit Freytag Handschr. 1,382; in älterer Spr.
deiht Goelhe Wahlverw. 1,2. 2) von Handlungen, eines toten gedenken (Aventin 2, 285), sein Gedächtnis