152 Buch III. Kap. 4.
Hierauf folgt, da der Hexensabbath durchaus eine Travestie
der christkatholischen Kultakte, eine Art Beichte,
indem die Zauberer und Hexen dem Teufel ihre Sünden
bekennen, d. h. daß sie zu wenig Böses gethan oder daß
sie Gotteshäuser besucht und den Gottesdienst mitgemacht
hätten. Satan absolvirt sie und legt ihnen je nach den
Umständen Bußübungen auf. Sodann feiert er in
eigener Person die Teufelsmesse, worein er eine Art von
Predigt verflicht, welche seinen Anbetern ein Paradies in
Aussicht stellt, wie sie es sich nur immer wünschen mögen.
Zum Beschluß der Messe theilt er an die Versammelten
das Abendmahl in beiderlei Gestalt aus, allein die höllische
Hostie ist schwarz und zähe wie eine Schuhsohle und
schmeckt fade wie faules Holz und der höllische Kelch bietet
nur einen bittern und widerlichen Trank. Nun geht es
zum Bankett, aber alle Speisen und Getränke sind von
schlechtem oder geradezu ekelhaftem Aussehen und Geschmack
120). Dann schickt sich alles zum Ringeltanze,
wobei Tänzer und Tänzerinnen sich die Hände reichen und
die Gesichter nach der Außenseite des Kreises kehren.
Während geschmauf't und getanzt wird, buhlt der Teufel
mit allen Anwesenden, indem er den Männern als Succubus
und den Weibern als Incubus beiwohnt 121). Nach-120)
Bekanntlich belohnt der Teufel seine Anhänger überhaupt
sehr schlecht. Als „Vater der Lüge“ belügt und betrügt er auch
sie. Das Geld, welches er ihnen verschafft, verwandelt sich über
Nacht in Spähne, Kohlen oder Koth.
121) Milich im „Zauber-Teuffel“ (Theatr. diabol. fol.
191 b): „Der Teuffel wird ein Incubus oder Succubus, d. i. er