- 6 -
möchten, die überhaupt nicht mit uns im Kriege waren und
an dem Friedensschluß nicht beteiligt sind. Man kann
sich vorstellen, mit welchen Mitteln, mit welchem materiellen
und moralischen Druck die von unseren Feinden
eingesetzten Verwaltung arbeiten wird, um das Werk
der „Friedensbedingungen” zu vollenden. Schon in den
„Friedensbedingungen”“ selbst ist dafür gesorgt, jede
mögliche Versuchung für eine Abstimmung zugunsten
einer Lostrennung von Deutschland zu schaffen. Dem
verkrüppelten und verstümmelten Deutschland, das nach
diesen Bedingungen bleiben würde, werden zu den
gewaltigsten eigenen Kriegslasten eine untragbare
Bürde und schwere Fesseln für seine wirtschaftliche Betätigung
auferlegt; die Gebiete aber, die von Deutschland
losgetrennt werden oder sich im Wege der Volksabstimmung
selbst lostrennen, stellt man in dem neuen Staatsverband
von diesen Lasten frei, um so auf dem Wege niedrigster
Bestechung deutsche Volksteile zur Abkehr vom
Deutschen Reich und der deutschen Volksgemeinschaft zu
veranlassen. In dieser teuflischen Absicht haben unsere
Feinde den Bogen so weit überspannt, daß sogar Dänemark,
das durch Schleswig beglückt werden soll, Einspruch erhebt.
Gewiß wünscht Dänemark den vorwiegend dänisch
bevölkerten Teil von Nord-Schleswig zurückzuerhalten ;
aber das dänische Volk sträubt sich in seiner großen Mehrheit
gegen die Aufnahme der vorwiegend oder ausschließlich
deutsch bevölkerten Gebiete von Mittel- und Süd-Schleswig,
von denen es eine auf die Dauer für Dänemark
verhängnisvolle deutsche Irredenta fürchtet. Das kleine
Dänemark hat aus der Geschichte mehr gelernt als die
„alliierten und assoziierten Hauptmächte“.
Danzig.
Aber trotz aller Versuchungen, die sie zu schaffen, und
allen Druckes, den sie auszuüben entschlossen sind, genügt
diese Art von Volksabstimmung unseren Feinden nicht, um
sie ihrer Beute zu versichern.