174
unterstuͤtzt, ihre Maͤrtyrer und Konfessoren erquickt wurden.
So entstand eine gewisse Verpflichtung der Dankbarkeit gegen
sie.
3) Nochdem vom Ende des zweiten Jahrhunderts an
das Spnodenhalten mehr in Gang kam, so gab dieses
der Sache unvermerkt noch einen neuen siaͤrkeren Schwung,
und gerade auch deßwegen einen staͤrkeren, weil die Wirkung
erst nur im Kleineren anfing, und sich vom Kleineren auf's
Groͤßere verbreitete. Zuerst gab es nur Provinzial-Synoden,
das heißt aus Gelegenbeit einer gemeinschaftlichen
Angelegenheit, die sich am leichtesten bei Bischoͤfen einer und
eben derselben Provinz ergab, versammelten sich etliche der benachbarten
Bischhfe. Man schlug Rath, wie man etwa
dieser und jener Verfolgung entgehen, dieser und jener Ketzerei
steuern wollte; man machte neue Discipli « ungen,
wie sie etwa gerade in den Bedürfnissen dieser einzelnen Provinz
lagen. So wurden solche Versammlungen zuerst in
Klein-Asien gewoͤhnlich. Weil in diesem Theile der damaligen
rômischen Welt durch Handel und besseres Klima Alles
unter eiuander in Verbindung war, weil in keiner Gegend so
viele Bischöfe auf Einem Haufen beisammen waren, als hier,
und vielleicht auch einige dort vorzüglich zuerst entstehende
Ketzereien mehreren Anlaß zu solchen Kommunikationen gaben,
so entstand diese Gewohnheit der Provinzial-Synoden
zuerst in Klein-Asien. Noch kam auch dieser Umstand
hinzu, daß in Klein-Asien mehrere solcher politischen Verbindungen
der Städte untereinander von den alten Zeiten der
Freiheit her statthatten. Noch im zweiten Jahrhundert bläbten
solche gemeinschaftliche politische Versammlungen, und da
man sonst findet, daß die Bischöfe bei ihren kirchlichen Einrichtungen
die politischen Einrichtungen nachäfften, da doch
ein bestimmter Grund da seyn muß, warum dieser Anfang