Von gezogenen Wechseln. (Art. 82.) 165
Wechselgläubiger lediglich die Interessen seines Vormannes wahren soll,
der Wechselschuldner überall keinen Einwand entnehmen kann. Das
gleiche gilt für die echten Simulationsfälle. Der Einwand der Simulation
kann lediglich zwischen den bei der Simulation beteiligten Personen
Platz greifen. Nur zwischen ihnen gilt nicht die erklärte, sondern
die gewollte Übereinkunft; jedem Dritten gegenüber ist die Wechselerklärung
auch gewollt, weil mit dem Dritten eine Vereinbarung, welche
die Diesem gegenüber (WO. Art. 4. Z. 3. Art. 8. 9. 10. 14. 23. 81. 82)
als gewollt erklärte Übereinkunft ausschlösse, nicht getroffen ist (WI. 61).
— Darum kann der Indossant, welcher den Wechsel zwar durch reines Indossament
seinem Indossatar übertragen, dabei aber Inkasso-Mandat
mit ihm verabredet hat, der Wechselregreßklage dieses Indossatars die
Einrede der Simulation entgegenstellen (I. 95. X. 324), es bleibt ihm
auch die Einrede, wenn — nach Erteilung des bloßen Inkasso-Mandats
— von ihm erklärt ist: der Mandatar solle den Wechsel nur behalten,
um sich daraus wegen seiner Ansprüche an ihn, den Indoffanten, bezahlt
zu machen; der Rechtsgrund für den Besitz des Wechsels bleibt
nach wie vor derselbe; das Auftragsverhältnis dauert fort und nur der
Teil des Mandates, welcher auf das Gebahren mit den einzuhebenden
Geldern sich bezieht, ist einer Modifikation dergestalt unterworfen, daß
an die Stelle des gewöhnlichen Mandates ein Mandat in rem suam
tritt; jedenfalls fehlt die auf Seiten des Indossanten (Mandanten)
ausgesprochene deutliche Absicht der eigenen wechselmäßigen Verhaftung
(I. 95). — Gegen den Nachmann des Indossatars hat der Indoffant
den Einwand nur in Verbindung mit dem ihm obliegenden Nachweise
einer Böswilligkeit, also unter der Voraussetzung, daß der klagende Nachmann
bei Einhändigung des Wechsels vom wahren Sachverhalte vollständig
unterrichtet wurde, damals schon erfuhr, daß der Indossatar (des
jetzigen Klägers Indossant) nur mit Einkassierung des Wechsels beauftragt
war und daß es sich bloß darum gehandelt hat, dies Inkassomandat
auf ihn weiter zu übertragen (X. 324). — Klagt ein durch
reines Indossament legitimierter Indossatar gegen einen dritten Wechselschuldner,
so ist die alleinige Einrede, daß ungeachtet der Form des reinen
Indossamentes die Absicht der bei der Indossierung Beteiligten lediglich
auf Erteilung eines Prokura-Indossamentes gegangen sei, weder zur
Beseitigung der vom Indossatar im eigenen Namen angestellten Klage
noch zur Vermittelung der Statthaftigkeit sonstiger Einreden aus dem
Verhältnisse des Beklagten zum Indossanten geeignet (I. 171. 276. IV.
191). — Anders, wenn der Kläger ausdrücklich einräumt: daß er den
Wechsel von dem Indossanten ausschließlich zur Einklagung und nicht
etwa, um sich daraus wegen einer eigenen Forderung zu decken (X. 386.)