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die Bulle guͤltig zu machen. Das Parlament mußte sie registriren,
so sehr sich auch einige Mitglieder weigerten. Die
Pariser Geistlichkeit war herzhafter; denn ein großer Theil
derselben erklaͤrte unerschrocken, in dieser Sache nicht gegen
ihren Bischof handeln zu koͤnnen. Auch in der Sorbonne gab
es heftige Bewegungen. Der Syndikus derselben war aber
ganz auf der Hofpartei, spielte eine Menge Streiche mit dem
Stimmenzählen, so daß er endlich Mehrheit der Stimmen für
die Annahme der Bulle herausbrachte. Der König gebrauchte
jetzt Gewalt gegen diejenigen, welche die Constitution nicht annehmen
wollten, und der Pabst ermahnte ihn zärtlich, nicht
zu viel Nachsicht zu haben. Wie es aber an dem war, daß
ein sehr hartes Edikt gegen den Erzbischof von Paris promulgirt
werden sollte, legt sich der König nieder und stirbt.
Auf dem Todbette machte es Ludwig XIV. viel zu schaffen,
ob er nicht zu weit gegangen sey; der Beichtvater aber
und die Cardinäle trösteten ihn, er sey ja nur dem Pabste
und den Bischöfen gefolgt. Er fragte sie auf ihr Gewissen,
ob sie nicht aus menschlichen Absichten gehandelt hätten?2 Sie
versicherten ihn ihrer unverbrüchlichen Redlichkeir.
Kaum war Ludwig todt, so ging Alles anders. Der
Beichtvater mußte vom Hofe, ungeachtet ihn Ludwig XIV.
auch seinem Nachfolger im Testamente vermacht batte. Der
Herzog von Orleaus (sonst ein in Wollüsten und Unglauben
versunkener Mann) hatte ganz andere Gesinnungen,
weil er Feind der jesuitischen Partei war, durch die er im
Testamente beinahe von der Regierung gänzlich ausgeschlossen
war. Er rief also den Erzbischof von Paris gleich nach Hofe;
emließ aus der Bastille, wer um der Consiikution willen
darin saß. Die Bischöfe, denen wegen ibrer Widerspenstigkeit
Paris verboten war, erhielten sogleich Erlaubniß, wieder zu
kommen. Gleich mit dieser Aenderung des Wetters zeigten sich
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