374 Großbriltannien. (April 4—28.)
die Regierung wegen des Zulukrieges seinerseits mit 306 gegen 246
Stimmen ab.
4. April. Unterhaus: der Schatzkanzler Northcote legt das
Budget vor: das Deficit des verflossenen Jahres betrage 2,291,800
Pfd. St einschließlich des Ergänzungscreditks. Die Vorgänge im
Orient hätten 6,125,000, der Krieg in Transvaalien 592,000, der
Zulukrieg 1,559,000 Pfd. St. gekostet. Hievon seien 5,350,000
Pfd. St. durch Anleihen aufgebracht, 2,900,000 Pfd. St. aus den
Stenererträgnissen gedeckt. Der Voranschlag für das laufende Etatsjahr
beziffere sich auf 81,150,000 Pfd. St. Ansgaben und 83,055,000
Pfd. St. Einnahmen. Er hoffe, der Ueberschuß von 1,900,000
Pfd. St. werde genügen, die Unkosten des Zulukrieges zu decken.
Der Schatzkanzler antworket auf eine Anfrage Faweett's bez.
Asghanistans,
die Unterhondlungen mit Jakub Khan dauerten fort. Es sei unmöglich,
sich in Betreff der etwa nothwendig werdenden Truppenbewegungen
zu binden und detaillirte Mittheilungen zu machen. Es sei doch nichts unwahrscheinlicher,
als daß die Regierung von ihrer jehigen Politik vor dem
Wiederzusammentritte des Parlaments abweichen werde. Falls eine Verönderung
stakthabe, werde die Regierung dieselbe frühstens miltheilen. Der
Vicekönig sei auf das Bestimmteste angewiesen, ohne die definitivsten Besehle
der Regierung keinen Vormarsch gegen Kabul zu unternehmen.
4. April. (Cap.) Lord Chelmsford schlägt die Zulus und
entsetzt Ekowe.
10. April. (Cap.) Die Regierung instrnirt Sir Bartle
Frere dahin, keine Annexionen im Zululande vorzunehmen, sondern
lediglich die zur Sicherung der englischen Colonie gegen die von den
Zulus drohende Gefahr nothwendigen Maßregeln zu treffen.
16. April. (Afghanistan.) Beginn des Vormarsches der
englischen Streitkräfte gegen Jakub Khan.
27. April. England und Frankreich haben sich über ein gemeinsames
Vorgehen gegen den Khedive von Aegypten vollständig
geeinigt. (s. das weitere unter Aegypten.)
28. April. Unterhaus: Debatte über einen Antrag Rylands,
welcher die Vermehrung der Staatsausgaben tadelt und deren sofortige
Reduction verlangt.
Gladstone greift die Finanzpolitik der Regierung auf das heftigste
an. Die Strafe für die enormen Ausgaben, für die Zwecke, um derentwillen
sie gemacht, und für die Prineipien, nach welchen die Regierung dabei zu
Werke gegangen, werde nicht ausbleiben. Er tadelt namentlich, daß auf kein
Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben Bedacht genommen sei. Northrote
vertheidigt die Regierung, deren Politik nicht eine aggressive sei; allein der