Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nummer  52

osenheinier  Anzelger

Donnerstag,  4.  März  1915

 

Der  Welttrieg.

Die  Kriegslage.

WrB.  Großes  Hauptgquartier,  den

3.  März,  vormittags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

Bei  St.  Eloi  südlich  Dpern  wurde  ein  Angriff
  zwei  englischer  Kompagnien  nach  blutigem
  Handgemenge  zurügeworfen.

Bei  Peronne  landete  insolge  Motordefektes
ein  französisches  Flugzeng.  Die  Insassen  wurden
  gefangen  genommen.

Die  französischen  Angriffe  in  der  Champagne
hatten  nicht  den  geringsten  Erfolg.  Wieder
wurden  die  Franzosen  unter  schweren  Verlusten
in  ihre  Stellungen  zurüclgetrieben.

Nordwestlich  von  Ville  fur  Tourde  entrissen
wir  dem  Feinde  Schützengräben  in  einer  Breite
von  350  Meter.

Französische  Vorstöße  im  Walde  von  Consenvoye
  und  in  Gegend  Ailly-Apremont  wurden
  leicht  abgewiesen.  Unser  Angriff  nordöstlich
  Badonviller  brachte  uns  wieder  beträcht.
lihen  Geländegewinn.  Wir  schoben  unsere  Front
hier  in  den  letzten  Tagen  um  acht  Kilometer
vor.

Nordöstlich  Celles  machten  die  Franzosen  vergebliche
  Versucke,  ihre  Verluste  der  letzten  Tage
vieder  auszugleichen.

Oestlicher  Kriegsschauplaß.

Bei  Grodno  ist  die  Lage  unverändert.  Süd-Atlich
  von  Augustowo  versuchten  die  Russen,
den  Bobre  zu  überschreiten.  Unter  schweren
Verlusten  wurden  sie  zurückgeworfen  und  ließen
1500  Gesangene  in  unserer  Hand.

Andere  Angriffe  in  Gegend  nordöstlich  von
Lomza  brachen  dicht  vor  unserer  Front  gänzlich
msammen.  Südwestlich  von  Kolno  machten  wir
Fortschritte.  Südlich  Mysziniec  nahmen  wir
unsere  Vortruppen  vor  überlegenem  Feind  etwas
  zurück.  Norduestlich  Praszuysz  fühlen  die
Russen  langsam  vor.  Mehrere  russische  Nachtangriffe
  östlich  Plock  wurden  abgeniesen.

Oberste  Heeresleitung.

das  Artilleriefeuer  zerstört  worden.

Der  Kampf  bei  Soissons.

Haag,  3.  März.  Der  Druck  der  Deutschen
bei  Soissons  ist  stärker  geworden.  Es  gelang
ihnen,  die  Stellungen  ihrer  Artillerie  näher
gegen  Soissons  heranzubringen.  Seit  dem  25.
Februar  sind  250  Häuser  von  Soissons  durch
(3.)

Wieder  ein  englischer  Dampfer  vernichtet.


Lyon,  3.  März.  „Lyon  Republicain“  berichtel
  aus  Dieppe:  Die  Marineverwaltung  von
Dieppe  wurde  durch  den  Leuchtturmwächter  von
Ailly  benachrichtigt,  daß  ein  englischer  Dampser,
  15  Meilen  von  Dieppe  entfernt,  angeschossen
  wurde.  Ein  anderer  Dampfer  fuhr  sofort  zur
Hilfeleistung  aus,  doch  konnte  er  an  der  Unfallstelle
  nichts  mehr  von  dem  angeschossenen
Dampfer  entdecken.  (3.)

Die  Furcht  vor  den  U-Booten.

Berlin,  3.  März.  Die  neue  Reise  des
Königs  Georg  von  England  zu  seinen  Truppen
  auf  dem  Festland  ist  verschoben  worden,
wahrscheinlich  wegen  der  Unterseebotgesahr.  (Z.)

Die  Blockade.

Rotterdam,  3.  März.  Der  in  Handelsund
  Schiffahrtskreisen  herrschende  Eindruck  über
die  Maßnahmen  der  Ententemächte  ist  ziemlich
düster.  Man  frägt  sich  sogar,  was  noch  vom
freien  Handel  übrigbleiben  könnte.  Zedenfalls
befürchtet  man  eine  neue  schwere  Beeinträchtigung
  des  holländischen  Handels.  Anerkannt
wird  hier,  daß  man  deutscherseits  dem  Verkehr
keine  Schwierigleiten  in  den  Weg  kecen  yoinl

.  .)

Der  Streil  in  England.

London,  3.  März.  Die  Zahl  der  Streikenden
  in  Clyde  hat  jetzt  20  000  erreicht.  (.)

Zwei  Forts  von  Ossowier
zerschossen.

Köln,  3.  März.  Nach  Pridvatnachrichten
der  „Köln.  Ztg.“  sind  zwei  Forts  von  Osso- 



wiec  so  zerschofsen,  daß  sie  schweigen.

(J.)

Die  Teuerung  in  Rußland.

Petersburg,  3.  März.  Eine  Versamm
lung  der  Warschauer  Tuchfabrikanten  beklagte
  sich  über  die  Wollteuerung.  Die  Versamm.
lung  richtete  an  die  Regierung  die  Bitte,  energische
  Maßnahmen  für  eine  Wollmfuhr  zu
treffen,  da  die  Lieferanten  andernfalls  nicht  imstande
  sind,  die  Heereslieferung  auszuführen.
In  den  Städten  Zekaterinoslaw,  Kastroma,
Poltawa,  Nowotscherkask,  Tambow  und  Wil
tebel  besteht  eine  große  Teuerung.  Das  Weizenmehl
  erfuhr  eine  Steigerung  um  30  Prozent,
das  Roggenmehl  um  25,  das  Kartoffelmehl  um
135,  die  Butter  um  25,  Zitronensäure  um  300
Petroleum  um  40  Proz.  Die  Kohlenausbeute
im  Dongebiet  verminderte  sich  um  30  Prozent.
Der  Mangel  an  Arbeitskräflen  und  die  Nachfrage
  nach  Kohlen  erhöht  die  Preise  erheblich.

Ein:  gehei'ne  Vereinigung  russischer  (Groß
banien  iaufte  überall  in  Rußland  die  Getreidevorräte
  auf.  Die  Ware  wurde  in  besonders
eingerichteten  Psandlagern  eingebracht,  von  wo
aus  sie  in  kleineren  Partien  auf  den  Markt  gebracht
  werden  soll.  Dadurch  sollen  die  Getreidepreise
  hochgeschraubt  werden.  Die  Großbanken
  wollen  durch  diese  Maßnahme  am  Ende
des  Krieges  die  alleinigen  Eigentümer  der  sämtlichen
  Getreidevorräte  sein.  Um  eine  Nequisition
durch  die  Regierung  zu  vermeiden,  werden  die
Waren  zum  anderthalbsachen  Wert  belieben.
In  kaufmännischen  Kreisen  hat  diese  Nachricht
ungeheures  Aufsehen  erregt.  (.3.),
Die  Beschießung  der  Dardanellen.

Konstantinopel,  Z.  März.  Nachdem  am
1.  März  die  Beschießung  wegen  heftigen  Regens
unterbrochen  worden  war,  wurde  sie  geslern
bei  kllarem  Wetter  wieder  ausgenommen.  Vocmittags
  waren  die  seindlichen  Geschüte  gegen
das  Außenfort  Kum  Kaleh  gerichtet,  nack  mittags
  nahmen  9  englische  Kriegsschise  am
Kampfe  teil.  Es  konnte  beoback':et  werden,  wie
die  Geschosse  der  feindlichen  Schiffe  auf  die
Talhänge  der  asiatischen  Hügel  aufschlugen,
ohne  den  geringsten  Schaden  anzurichten.  Das
Feuer  wurde  von  den  Höhen  auf  der  europäines

  der  englischen  Schiffe  durch  einen  Treffer
in  Brand  geriet.  Wie  „Dailn  Chronicle“  aus
Athen  erfährt,  haben  die  Türken  im  nördlichen
Teil  der  Dardanellen  vier  große  Dampfer  versenkt
  und,  wie  man  vermutet,  mit  Spreng
stoffen  gefüllt,  sodaß  die  Fahrzeuge,  falls  unerwartet
  die  Außergesechtosetzung  der  unterhalb
der  Sperrstelle  gelegenen  Forts  der  vereinigten
Flotle  gelingen  sollte,  vom  Lande  aus  in  die
Luft  gesprengt  werden  können,  um  die  Durchfahrt
  völlig  zu  veriperren.  Aus  Saloniki  wird
gemeldet,  daß  der  englische  Kreuzer  „ephir“
mit  150  Uerwundeten  schwer  beschädigt  von
den  Dardanellen  in  Saloniki  anlangte.  Die
Blätter  erklären,  die  gesamte  Welt  werde  sehen,
wie  die  Türlen  fur  die  Verteidigung  des  Lan
des  zu  kämpfen  wissen.  Die  gesamte  Nation
sei  mit  der  Kammer  einig:  die  Dardanellen
werden  das  Grab  der  Feinde  der  Tuürkei  sein.
Ameriko  und  Japan.

Amsterdam,  2.  März.  Wie  der  Pariser
„Herald“  aus  MWashington  erfährt,  sieht  eine
Kundmachung  der  Regierung  der  Vereinigten
Staaten  bezüglich  der  japanischen  Forderungen
an  China  bevor.  Frankreich  soll  angeblich  diese
Forderungen  mihbilligen.  (J.)

Japan  und  Indochina.
Petersburg,  3.  März.  „Rietsch“  meldet
aus  Tokio:  Die  japanischen  Blatter  verzeichnen
mit  großer  Freude,  daß  Frankreich  bereit  sei,
Japan  besonders  weitgehende  NRechte  in  Indochina
  einzuräumen.  ((3u.)

 

 

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unter  Chiffre  A.  2397  a.  d.  Exp.

suurnsechigen

im  Hofbräusa

oder  sich  aufbat

haben  Unablöm:
mlegen.

 

 

#l-  Kansast

Tehli#ze  Grossarbeller
aul

Wer  zur

Zu  erscheiner

genannten  Jahrgänge
ber  und  nach  diesem  Tag  Geborenen  —  ausgenommen  die  Beamten
  und  Angestellten  der  Eisenbahn  und  Post.  für  die  Unadlommlichkeitsbescheinigungen
  im  Musterungstermine  eingereicht  sind.
Sonstige  Beamte,  welche  als  unabkömmlich  erklirt  wurden.

Bekanntmachung.

Belreff:  Lansturmmusterung=  und  Aushebung.
Die  Mufsterung  und  Aushebung  der  unausgebildeten  Landdes

  Stadtbezirks  Rosfenheim  findet

ür  die  in  den  Jahren  1869  mit  1878  Geborenen

am  Frelle  g.  S.  März  1915  vormittags  7:  Uhr
für  die  in  den  Jahle#  1879  mit  1832  Geborenen
am  Samstog.  6.  Marz  2„5015  vorwittags  71,  Uhr

K  itzerstraße  18,  stait.

euu  die  säntlichen  in  Rosenheim  wohnhaften
rcksgskildel  Landsturmpflichtigen  der
vom  Jahrgang  1869  nur  die  am  15  Dejzemalr.



te;.

mlichkeitsbescheinigung  im  Mufterungstermine  vor-Die

  Milit  irpapiere  (Landsturmschein  etc.)  sind  mitzubringen.

Landsturmmusterung  nicht  oder  nicht  wnetic  gers
506

scheint,  wird  bestraft.

den  26.  Februar  1915.
Stadtmagl#trat.

 

Waffenröcke  Rosenheim,
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