32 Die Jüten und die Sachsen in der Landschaft zwischen Schlei und Eider und in der Arensharde.
gerufenen Erweiterung der Feldmark. Über die Herkunft der Ansiedler
aus bestimmten Gegenden Holsteins läßt sich wenig sagen; Stamer ist
z. B. gewöhnlich der Stormar, Offe wohl friesischen Ursprungs.
Zu den in die Waldemarische Zeit und darüber hinaus reichenden
Ortschaften sind wohl sicher Gettorp, Warleberg und Schinkel außer
einigen unbestimmbaren auf -thorp zu rechnen. Enthält Veldem wirklich
die Endung -heim (vergl. Abt. II. 119), die, in Holstein kaum nachweisbar,
in den östlichen, ursprünglich reinen Waldharden Schleswigs
sehr selten auftritt, so müßte der Ort sehr alt sein und würde in diesem
Rodungsgebiet ganz vereinzelt dastehen; die eigenartige spätere Zusammenziehung
in Felm statt, wie zu erwarten, in Fellen, ist auch
etwas auffällig. Daher erscheint die Zusammensetzung mit -ham, hem
(Jellinghaus 252; Abt. II. 119), wie es in Holstein und im Schleswigschen
in der Bedeutung „abgeteiltes Feld“, oder „umwallter Kamp“
oft auch für Hölzungen gebräuchlich ist, wahrscheinlicher. Ebenso auffällig
ist anscheinend hier mitten im Urwalde der Name Blickstede,
der wegen der Endung sSted über das 12. Jahrhundert hinausreichen
müßte. Blek, blik (mnd. eine Fläche Landes, Raum, Platz) ist in
Holstein eine in Flurnamen oft in der Bedeutung „holzfreie Stelle“
auftretende Bezeichnung, die gleichfalls auf schleswigschem Boden wie
im Kirchspiel Sehested, Esgrus und Norderbrarup für Katen und sonst
gebräuchlich ist. Blicksted wäre demnach ebenso aufzufassen, wie Dörpsted,
Bysted, Molensted u. a. Bemerken will ich noch, daß 1334 in
einer Urkunde als Zeuge ein Blyxe de Schinkele und später noch 1397
Otto und Rudolf Blixe auftreten, deren Name mit dem Schinkel benachbarten
Blickstede in irgend welchem Zusammenhange stehen könnte.)
4. Das Kirchspiel Sestath.
Das Kirchspiel reicht bis an den Wittensee, ist um 1650 nur
noch im Südosten und im Westen stellenweise bewaldet, erscheint aber
trotzdem damals verhältnismäßig wenig angebaut und besiedelt. Es
gehörte lange mit Ausnahme von Haby, das deswegen auch zu der Barchharde
als landesherrlich gezogen ward, ganz zu dem Gute Sehested.
1. Sestath 1287; 1282 Sestede, j. Kirchdorf und Gut Sehested.
In dem zum Gute gehörenden Meierhof Hohenfelde heißt ein
1) Hasse III. 850. 900.