Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Gepiden.

studierte  in  Bonn  und  trat  in  die  preußische
  Armee.  Nach  der  Abdankung  seines
Vaters  übernahm  er  20.  Sept.  1866  die
Regierung,  die  er  in  entschieden  reichsfreundlichem
  Sinn  leitet.  1868  zum  General
  der  Infanterie  in  der  preußischen
Armee  ernannt,,  begleitete  er  während  des
deutsch-französischen  Kriegs  1870/74  das
32.  Regiment,  dessen  Chef  er  ist.  Durch

seine  unermüdliche  Fürsorge  für  das  Mei=  Beist

ninger  Theater  hat  er  nth  Krotz  Verdienste
um  die  deutsche  Schauspielkunst  erworben.
Er  war  zunächst  mit  der  preußischen  Prin-Fliin
  Charlotte,  der  Mutter  des  Erbprinzen
ruhard  (geb.  1.  April  1854),  dann  mit
der  Prinzessin  Feodore  von  Hohenlohe-Langenburg
  vermählt  und  lebt  seit  1873
mit  Helene,  Freifrau  von  Heldburg,  geborne
  Franz,  in  morganatischer  Ehe.

4)  G.  Albert,  Fürst  von  Schwarzburg-Rudolstadt,
  Sohn  des  Fürsten
Albert  und  der  Prinzessin  Auguste  von
Solms-Braunfels,  geb.  23.  Nov.  1838,
folgte  26.  Nov.  1869  in  der  Regierung.
Er  machte  den  deutsch-französischen  Krieg
1870/71  an  der  Seite  seines  zum  96.  Regiment
  gebbrigen  Bataillons  mit.

5)  Fürsten  von  Waldeck:  a)  G.
Friedrich,  Graf,  später  Fürst  von  Waldeck,
  berühmt  als  Feldherr  und  Staatsmann,
  geb.  31.Jan.  1620,  Sohn  des  Grafen

  Wolrad  IV.  u.  der  Prinzessin  Anna  von  bald

Baden-Hochberg,  begab  sich  1640  in  niederländische
  Kriegsdienste,  trat  1651  als  Generalmajor
  in  diebrandenburgische  Armee
über,  erhielt  den  Befehl  über  die  Festungen
und  die  Reiterei  und  hatte  als  Mitglied
des  Geheimen  Rats  auf  die  auswärtige
Politik  des  Großen  Kurfürsten  bedeutenden
  Einfluß.  Doch  scheiterte  1654  sein
Plan,  eine  protestantische  Union  unter
Brandenburgs  Führung  zustande  zu  beihe

en.  In  der  Schlacht  bei  Warschau  1656
führz:  G.  die  brandenburgische  Reiterei,
nahm  aber  1658  seinen  Abschied,  als  der
Kurfürst  sich  mit  den  Polen  versöhnt  und
Leopold  von  Osterreich  seine  Stimme  bei
der  Kaiserwahl  gegeben  hatte.  Nachdem  G.
bis  1660  noch  in  schwedischen  Diensten
gestanden,  erkannte  er  bei  einem  kurzen
Aufenhalt  in  Frankreich,  daß  von  diesem
die  größte  Gefahr  für  die  Freiheit  Deutsch-167



lands  und  Europas  drohe,  und  wurde  Ludwigs
  XIV.  erbittertster  Feind.  Nach  dem
Tod  seines  Neffen  wurde  er  1664  Haupt
der  Eisenberger  Linie,  kämpfte  bei  St.
Gotthardt  (s.  d.)  gegen  die  Türken,  trat
1665  in  hannöversche,  1672  in  niederländische
  Kriegsdienste  und  leistete  in  den  folgenden
  Jahren  dem  Prinzen  von  Oranien
im  Kriege  gegen  Frankreich  den  wichtigsten
istand.  Seine  rastlosen  Bemühungen,
das  Neich  zum  Widerstand  gegen  Frankreich
  zu  einigen  und  zu  kräftigen,  wurden
1682  durch  die  Erhebung  in  den  Reichsürstenstand
  belohnt.  Als  Reichsfeldmarchall
  kämpfte  er  dann  gegen  die  Türken
n  Ungarn,  seit  1689  wieder  gegen  die
Fran  osen,  wurde  aber  1.  Juli  1690  vom
arschall  v.  Luxembourg  bei  Fleurus
geschagen.  Er  starb  19.  Nov.  1692,  ohne
männliche  Erben  zu  hinterlassen.  Bgl.
Erdmannsdörffer,  Graf  G.  Friedrich

von  Waldeck  (1869).
Fürsten

b)  G.  Victor,  Sohn  des
Georg  Heinrich  Friedrich  und  der  Prinessin
  Emma  von  Anhalt-Bernburgchaumburg,
  geb.  14.  Jan.  1831,  folgte
seinem  Vater  15.  Mai  1845  in  der  Rekerung.
  unter  Vormundschaft.  Als  er
852  die  Regierung  selbständig  übernahm,
  verkündete  er  eine  neue  Verfassung
  nebst  Wahlgesetz.  1866  erklärte  er  sich
und  entschieden  für  Preußen,  überließ
  18.  Juli  1867  im  sogen.  =  Accessionsvertragr,
  der  1877  wieder  erneuert  wurde,
die  Regierung  an  Preußen  und  behielt
sch  nur  die  Kirchen=  und  Schulangelegeniten
  vor.  Aus  seiner  Ehe  mit  der  Prinzessin
  Helene  von  Nassau  stammt  der  Erbprinz
  Friedrich,  geb.  20.  Jan.  1865.
Gepiden,  german.  Stamm,  zur  gotisch=
  dandalischen  Völkergruppe  gehörig,
tritt  zuerst  im  3.  Jahrh.  n.  Chr.  auf.  Ur-Krüngihh
  an  der  Weichsel  siten  haben
e  dann  augenscheinlich  an  den  Wanderungen
  der  Goten  nach  der  untern  Donau
teilgenommen.  Zu  Ende  des  4.  Jahrh.  wareu
  sie,  wie  die  Ostgoten,  den  Hunnen  unterthan
  und  fochten  auf  deren  Seite  in  der
Shhlacht  bei  Chälons.  Nach  Attilas  Tod
453  empörten  sie  sich  und  gründeten  ein
Reich  im  Norden  der  Donau,  das  sich  von
luta  bis  zur  Theißausdehnte.  Ein

der