Reichsstadt zurück. Salzburg begnügte sich aber mit 430,000,
und der schwäbische Kreis mit 10,000 Gulden. Mit so großen
Opfern endete die Sache.
Zweiter Abschniktt.
Karl Theodor thut vieles zur Aufnahme Baperns; wird
aber in seinem Wirken durch manches gehindert, vorzüglich
durch die französische Revolution.
*
Während dieser Streitigkeiten. befand sich Karl Theodor in
einer peinlichen Lage; doch nach Beendigung derselben fing er an,
manches Gute in Bapern zu vollbringen. Er verwandelte den
lästigen Besitz der Gründe mit Leibrecht in gefreites Eigenthum
und Erbrecht, ließ das Donaumoos trocken legen, gab wohlthätige
Gesetze für die Forstkultur, errichtete eine Viedarzneischule,
erhob die Salzwerke zu Reichenhall und Traunstein, ließ die alten
Straßen im Lande verbessern, und neue anlegen, die Felsenwände
bei Abbach sprengen, und die Berge bei Dachau abtragen
1700. Auch ordnete Karl Theodor 1770 eine obere Landesregierung
für Polizei und Kultur an. Den andern Collegien gab er
neue Rathsordnungen. ·
§.2.
Dem Bettel steuerte man nicht nur durch strenge Verord—
nungen, sondern noch mehr durch die Rumfordische Armen-An—
stalt. Unter Karl Theodor verschönerte sich auch die Hauptstadt
München: Unter ihm erhob sich das Karls Thor mit neuen, geschmackvollen
Gebäuden, und eine niedliche Vorstadt unter dem
Namen Schönfeld. Ebenso verdankt ihm München die geschmackvolle
und großartige Anlage eines englischen Gartens, wie wenige
Residenzstädte ihn haben. Erst in unsern Tagen weiß man das
Schöne und Ungenehme dieser Anlage mehr zu würdigen.