Provinzen hauptsächlich anfeuerte, waren nicht die
Streitigkeiten um den zehnten Pfennig oder um einige
Auflagen, sondern die Religion. Die Niederländer wur:
den bei ihrer Empörung von Frankreich und England
unterstützt, denen die überall sich ausbreitende Macht
Spaniens schon längst ein Dorn im Auge war. Da faßte
nun Philipp II. den Entschluß, diese seine drei Widersacher
auf einmal anzugreifen. Er schickte zu diesem
Zweck Alexander Farnese nach den Niederlanden ab,
um mit voller Macht die wallonischen Provinzen festzuhalten
und von dort aus weiter gegen die Feinde vorzudringen.
Nachdem der Prinz von Oranien ermordet wor:
den war, gewann das katholische Prinzip wieder die
Oberhand, und das neu begründete spanische Element
drang nun mit Gewalt in die belgischen Provinzen vor.
Jetzt, glaubte Philipp, sei der rechte Zeitpunkt gekoms
men, um Frankreich anzugreifen, wo die mächtige Partei
der Guisen dem Könige feindlich gesinnt war, weil
der König nicht so streng katholisch war, wie die Guisen
es forderten. Dadurch kam Frankreich in große Gefahr.
Desgleichen wollte Philipp von Spanien es mit dem
mächtigen England aufnehmen, wobei er sich auf die
Hilfe der englischen Katholiken und der stuartischen
Partei verließ. Zu diesem Zwecke machte er im Jahre
1588 jenen berühmten Versuch mit der Armada, der aber
unglücklich ablief.
Der Widerstand, den Philipp bei seinem Plane, die
drei Länder sich zu unterwerfen, fand, lag weniger in
den Bemühungen deutscher Fürsten, als 1. in der großartigen
Haltung der Königin Elisabeth von England,
2. in dem Emporkommen Heinrichs IV. von Navarra,
3. in der Entwicklung der englischen Seemacht.
Heinrich IV. war ein Hugenotte, wie man die Protestanten
in Frankreich nannte; seine Mutter und Groß:
mutter waren entschieden protestantisch; sein Land Navarra
war halb französisch und halb spanisch, seine
Mutter Johanna hatte ihr Land protestantisiert, und ihr
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