Contents : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. I. Band, 2. Abteilung. Von der Landesteilung von 1382 bis zum Übergange der Kurwürde an die Albertiner (1547). (2)

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es  bald  mit  dieser,  bald  mit  jener  Partei  zum  Scheine  haltend,  keine
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L  hlagen.  Dabei  hatte  er  einen  festen  Rückhalt
  an  seinem  Bruder,  seinen  Neffen  und  dem  verwandten  Burggrafen
von  Nürnberg.  Denn  gerade  diese  Genannten  und  ebenso  Markgraf
Wilhelm  traten  dem  vom  König  verordneten  Landfrieden  von  Eger
vom  1.  Mai  1389  erst  im  April  des  nächsten  Jahres  bei.  Gehalten
hat  ihn  Wilhelm  auch  nicht  etwa  lange.  Denn  1391  berannte  er
die  damals  noch  unter  einem  böhmischen  Hauptmann  stehende  Stadt
Mühlberg  an  der  Elbe  und  nahm  sie  und  außerdem  an  zehn  andere
gute  Schlösser  ein.  Zwar  schickte  ihm  im  September  1391  der  König
einen  von  Anklagen  erfüllten  Fehdebrief,  um  den  sich  aber  Wilhelm
wenig  kümmerte.  Wenzel  fand  es  schließlich  besser,  seinen  Unmut  fahren
zu  lassen  und  sich  mit  dem  kriegserprobten  Gegner  zu  versöhnen.
Ein  Besuch  Wilhelms  auf  Schloß  Betlern  in  Böhmen  brachte  einen
Waffenstillstand  bis  Anfang  Juni  1392  zu  wege,  nach  dessen  Ablauf
  man  jedoch  zunächst  friedlich  blieb  und  die  Pulsnitz  in  besonderen
Verhandlungen  als  die  Grenze  des  böhmischen  und  meißnischen  Territoriums
  festsetzte.

Daß  trotz  alledem  die  Feindseligkeiten  zwischen  Wilhelm  und
Wenzel  nicht  aufhörten,  beweist  ein  Bund  der  Städte  Pirna  und
Dresden  vom  21.  März  1392  zur  Sicherung  der  durch  solche  Irrungen
schwer  geschädigten  Handelsbeziehungen  der  genannten  Städte  und  der
von  diesen  betriebenen  Elbschiffahrt.  Begünftigt  wurde  dieser  Bund
durch  den  Markgrafen  Wilhelm  und  durch  des  Königs  Vetter  Jobst
von  Mähren.  Schon  hatte  der  letztere  sich  zu  einer  Verschwörung
gegen  Wenzel  zusammengethan  mit  dem  Könige  Sigismund  von  Ungarn,
des  Königs  Wenzel  nächstjüngerem  Bruder,  mit  Herzog  Albrecht  von
OÖsterreich,  mit  dem  Erzbischof  von  Prag,  Johann  von  Jenzenstein;
auch  waren  eine  Anzahl  mächtiger  böhmischer  Herren  im  Komplott.
Wilhelm  wußte  um  die  Sache;  aber  zu  schlau,  um  sich  ohne  weiteres
der  rebellierenden  Partei  dienstbar  zu  machen,  suchte  er  erst  den  Preis,
für  den  man  ihn  auf  der  einen  oder  andern  Seite  gern  gehabt  hätte,
zu  erforschen.  Bei  Wenzel  hatte  sein  Gesandter,  der  treuergebene
Bischof  von  Meißen,  Johann  von  Kittlitz,  im  Dezember  1393  auf
dem  böhmischen  Schlosse  Betlern  die  Bedingungen  und  Forderungen