1837. A.v. HumsoLor, Entwurf zur Reorganisation der Akademie (1807). 337
4. Arbeiten.
Arbeiten der gesammten Akademie: Lesen, Berathschlagen, Correspondiren.
Dauer der Sitzungen. Zwangs-Memoire. Vorlesungen fremder Gelehrten. Zutritt
in den gewöhnlichen Sitzungen. Zuhörer. Bericht über gedruckte Bücher. Sollen
diese Berichte bekannt gemacht werden? Zurücknehmen eines vorgelesenen Meınoires.
Gehört alles Vorgelesene den Schriften der Akademie zu? Gegenstände,
welche der Präsident als solcher erklären kann, die nicht in akademischen Vorlesungen
behandelt werden sollen, z.B. statistische Bevölkerungstabellen, wenn sie
nicht auf das zu ergründende Naturgesetz der gleichen Vertheilung der Geschlechter
hinführen, praktische Heilkunde, wenn sie sich nicht zu den höheren Ansichten
erhebt, unbehutsame Anspielungen auf politische Begebenheiten u. s.w. — Anfragen
fremder Gelehrten und Nichtgelehrten. Ob auf alle geantwortet werden muls.
Sprache der Akademie in Vorlesungen, Berathschlagungen, Correspondenz. Folge
der Geschäfte an jeder Privatsitzung. Geschäft des Präsidenten, der Secretaire.
Arbeiten einzelner Mitglieder: (a) perpetuirliche als astronomische Beobachtungen.
Fortsetzung des »hortus Berol.« zu empfehlen. Versuche über Pilanzenphysiologie.
Physikalische Beobachtungen. Alljährige Bestimmung der mittlern
Barometerhöhe von Berlin (inonatsweise), der mittlern Wärme, der mittlern Feuchtigkeit,
der Regenmenge, der magnetischen Abweichung durch Azimuthe auf Sekunden
genau in Solstitien und Äquinoctien der magnetischen Inclination, der vielleicht
wechselnden Intensität der magnetischen Kraft durch Schwingungen gemessen;
(b) nicht perpetuirliche Arbeiten Einzelner. Ausschüsse zur Untersuchung streitiger
physikalischer oder chemischer Behauptungen.
Preisaufgaben.
Öffentliche Sitzungen. Bericht eines Klassensecretairs über die Fortschritte
des physikalischen, naturbeschreibenden und philologischen Wissens in Europa, mit
Einschaltung dessen, was über diese Gegenstände in der Akademie geschehen ist.
Auswahl der Aufsätze, welche allgemeines Interesse erregen können. Dauer der
öffentlichen Sitzungen. Unbequemlichkeit des jetzigen Locals.
5. Bekanntmachung der Arbeiten.
Schriften der Akadeınie, ob klassenweise herauszugeben? Wie schnell? Müssen
alle französische Aufsätze übersetzt werden? Anreihung an die alte Sammlung?
Format. Selbstverlag.
Sprachverschiedenheit hindert allerdings leichte Communication der Ideen.
Wäre es nicht möglich, der französischen Anzeige der Preisaufgaben ein Bulletin
anzuhängen, welches die in dem Bande akadeinischer Schriften abgehandelten Materien
anzeiste? Ausdehnung des Bulletins. Soll es sammt den Preisaufgaben lateinisch
sein? Dürfen fremde Memoires den Schriften eingeschaltet werden? Landkarten-Antheil
der mathematischen Klasse daran. Kalender eigentlich nur Erwerbzweig,
nicht als Werke der Akademie zu betrachten. Wissenschaftliche Aufsätze darin.
Literatoren, die nicht Mitglieder der Akademie sind, werden wahrscheinlich besser
den Ton treffen, der diese Aufsätze kaufbar macht. Astronomische Ephemeriden
und ihnen angehängte Aufsätze.
6. Ökonomische Verhältnisse.
Ist der König zu bitten, den ökonomischen Zustand der Akademie zu verändern,
einzelne Institute von derselben zu trennen und statt der Kalenderpacht
der Gesellschaft eine andere sichere Quelle der Einkünfte anzuweisen?
Ökonomischer Ausschufs. Er legt der gesammten Akademie jährlich Rechenschaft
ab. Besoldete Personen besorgen die Herausgabe der Kalender, falls sie
nicht verpachtet ist.
Berlin, den 4. November 1807. A, Huinboldt.
Geschichte der Akademie. IJI. 23