Metadaten : Beschreibung des Oberamts Gmünd

214  DOrtöbejchreibung.

ftetterbach,  Ießtere  vereinigen  fih  bei  der  Stadt  und  münden  unter
dem  Namen  Sofephsbah  in  die  Nems;  ferner  der  dur  das  Schießthal
  laufende  Klofterbah,  der  Muthlangerbah,  der  Wehgauerbach,
der  Hölbach,  der  Röthenbach  und  der  Lenglingerbah.  In  trodenen
Sahrgängen  werden  Ddieje  fließenden  Gemäljer  jehr  waflerarm,  wäh
rend  fie  bei  ftarken  Negengüfjen  oder  fchnellen  Schneeabgängen  üfter®
fehr  bedeutend  und  zum  Theil,  namentlih  Nemd  und  Jofephabach,
verheerend  anfchwellen;  die  Urjache  diefer  Erjcheinung  will  man,
nicht  ohne  Grund,  in  der  theilmeije  fchlechten  Bewirthichaftung  Der
MWaldungen  an  dem  Abhang  und  am  Fuß  der  Alb  fuchen.  Während
  die  Gmünd’schen,  NRechberg’fchen  und  Die  Staat3waldungen  vortrefflich
  gehalten  find,  Ffann  man  Died  von  den  beinahe  außsjchlieplich
im  Beil  der  Landgemeinden  und  der  Bauern  befindlichen  Waldungen
am  Abhang  der  Alb  nicht  fagen,  indem  diefe  Durch  zmecwibrige  DBewirthfchaftung
  theild  bis  zur  DViehweide  herunter  gekommen,  theild
drohen  ein  gleiches  zu  werden,  Hiedurch  wird  die  Anjammlung  der
wäfferigen  Niederfchläge  vermindert,  der  fehnele  Ablauf  des  Wallers
über  Die  Zahlen,  de8  Humus  beraubten  Abhänge  aber  fehr  gefürdert;
daher  einerfeit3  Dad  Duellwaffer  vermindert,  andererfeitö  aber  bei  ftarfen
Megengüffen  ıc.  Meberfhmenmungen  hervorgerufen  werden.

Künftlih  angelegte  Weiher,  Die  zur  Yifchzucht  benügt  wurden,
beftanden  früher  viele  auf  der  Markung,  jebt  find  fle  troden  gelegt
und  größtentheild  in  MWiefengrund  umgewandelt.  Nur  bei  der  jog.
Frofhburg  im  Becherlehen  und  am  Nepper  find  noch  einige  unbedeutende
  Pilchmweiher  vorhanden.

Dad  Klima  ift  im  allgemeinen  mild  und  feinere  Gewächje  gedeihen
  no,  indelien  find  die  Nächte  den  Sommer  über  häufig  un
gewöhnlich  Eühl;  jchäpliche  Frühlingäfröfte  und  Falte  Nebel  find  nit
häufiger  ald  andermärts  im  Bezirk  und  vor  heftigen  Winden  ift  Die
Gegend  gefhügt;  Dagegen  ift  der  Luftzug  in  dem  von  Often  nad
Meften  ziehenden  Nemsthal  ziemlich  flark,  daher  auch  die  fonft  jehr
gefunde  Luft  Bruftleidenden  nicht  ganz  zufagt.  Hagelichlag  kam  feit
Menjchengedenken  nur  im  Jahr  1866  vor;  auch  Gewitter  find  nicht
befonders  zahlreich  und  gewöhnlich  auch  nicht  Heftig..  Der  Stuifen,
der  Nechberg  und  der  SHohenftaufen  bilden  Wetterfcheiden  und  Die
Gemitter,  melde  von  Süden,  Süpwelten,  Welten  und  Norpweften
der  Stadt  nahen,  ziehen  meiftend  gegen  das  Keinthal  und  entladen
fih  dort.

Der  im  allgemeinen  fruchtbare  Boden  befteht  in  den  Thalebenen
aus  Sand  und  Gejhiehen  mit  einer  den  MWiefenbau  bejonder3  bes
günftigenden  Humuddele,  an  den  Thalabhängen  erfcheinen  die  Vers
witterungen  ded  mittleren  Keupermergeld  und  des  weißen  grobförnigen
Sandfteind  (Stubenfandftein),  über  demfelben  Iiegen  thonige,  fehwere,