Full text : Formularbuch zum Deutschen Grundbuchrechte für Richter, Notare, Gerichtsschreiber und Grundbuchführer unter besonderer Berücksichtigung der im Königreich Sachsen geltenden Bestimmungen.

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27.  Grunddienstbarkeit.)  §#s  1018—1029  BGB.

Königl.  Amtsgericht.
Radeberg,  am  1.  Juli  1909.

Vor  dem  Grundbuchbeamten  Dr.  Schulze  erscheinen,  sämtlich
ihm  von  Person  bekannt,

1.  der  Gemeindevorstand  Max  Näther  von  Ullersdorf,
2.  die  Gemeinderatsmitglieder:)
a)  der  Gutsbesitzer  Moritz  Nacke,
b)  der  Wirtschaftsbesitzer  August  König,
beide  gleichfalls  von  Ullersdorf,
3.  der  Gemeindevorstand  August  Hofmann  von  Bühlau.
4.  die  Gemeinderatsmitglieder:
a)  der  Kaufmann  Richard  Hermann  Hempel,
b)  der  Gutsbesitzer  Heinrich  Beyer,
beide  gleichfjalls  von  Bühlau,  überreichen  einen  Lageplan  zu  den  Akten
und  erklären:

1)  Die  Dienstbarkeiten  gliedern  sich  in:
a.  Grunddienstbarkeiten,  88  1018—1029  BGB.,
b.  den  Nießbrauch,  §§  1030—1089  BGB.  s.  Muster  28,
.  beschränkt  per  sönliche  Dienstbarkeiten  88  1090—1093  BGB.  f.

Muster  2.

Die  Grunddienstbarkeit  ist  eine  Grundstücksbelastung,  die  mit  dem  Eigentum
  an  einem  anderen,  dem  sog.  herrschenden  Grundstücke,  verbunden  ist.
Sie  ist  mithin  ein  subjektiv  dingliches  Recht,  das  nicht  einer  bestimmten  Person
(beschränkt  persönliche  Dienstbarkeit),  sondern  dem  jeweiligen  Eigentümer
des  Grundstücks  zusteht,  mit  dessen  Eigentum  sie  verbunden  ist.

Zur  Entstehung  einer  Dienstbarkeit  ist  außer  der  Einigung  der  Beteiligten
die  Eintragung  im  Grundbuche  erforderlich.  8  873  Abs.  1  BGB.  Die
Eintragung  erfolgt  auf  Grund  der  einseitigen  Eintragungsbewilligung  des
Eigentümers  des  dienenden  Grundstücks.  s5  19,  29  GBD.

*)  Entsagt  die  Gemeinde  Rechten  oder  übernimmt  sie  eine  bleibende
Verbindlichkeit,  so  wird  sie  nur  verpflichtet,  wenn  sie  außer  dem  Gemeindevorstande
  noch  von  zwei  Gemeinderatsmitgliedern  vertreten  wird.  972  Landgemeindeordnung
  v.  24.  April  1873  (GVBl.  S.  328  fg.).

Die  Vertreter  der  Gemeinde  haben  sich  als  solche  auszuweisen.  Der
Ausweis  erfolgt  auf  Antrag  durch  die  Verwaltungsbehörde.