XX. Impfgesetz 88 3—7. 493
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§ 3. Ist eine Impfung nach dem Urtheile des Arztes
6 5) erfolglos geblieben, so muß sie spätestens im nächsten
Jahre und, falls sie auch dann erfolglos bleibt, im dritten
ir
Jahre wiederholt werden.
Die zuständige Behörde kann anordnen, daß die letzte
Wiederholung der Impfung durch den Impfarzt (§ 6) vorgenommen
werde.
§ 4. Ist die Impfung ohne gesetzlichen Grund (88 1, 2)
unterblieben, so ist sie binnen einer von der zuständigen Behörde
zu setzenden Frist nachzuholen.
§ 5. Jeder Impfling muf frühestens am sechsten, spätestens
am achten Tage nach der Impfung dem impfenden Arzte vorgestellt
werden.
§ 6. In jedem Bundesstaate werden Impfbezirke gebildet,
deren jeder einem Impfarzte unterstellt wird.
Der Impfarzt nimmt in der Zeit von Anfang Mai bis
Ende September jeden Jahres an den vorher bekannt zu
machenden Orten und Tagen für die Bewohner des Impfbezirks
Impfungen unentgeltlich vor. Die Orte für die Vornahme
der Impfungen, sowie für die Vorstellung der Impflinge (§ 5)
werden so gewählt, daß kein Ort des Bezirks von dem nächst
belegenen Impforte mehr als 5 Kilometer entfernt ist.
§ 7. Für jeden Impfbezirk wird vor Beginn der Impfzeit
eine Liste der nach § 1 Ziffer 1 der Impfung unterliegenden
Kinder von der zuständigen Behörde aufgestellt. Ueber die
auf Grund des § 1 Ziffer 2 zur Impfung gelangenden Kinder
haben die Vorsteher der betreffenden Lehranstalten eine Liste
anzufertigen.
Die Impfärzte vermerken in den Listen, ob die Impfung
mit oder ohne Erfolg vollzogen, oder ob und weshalb sie
ganz oder vorläufig unterblieben ist.
Nach dem Schlusse des Kalenderjahres sind die Listen der
Behörde einzureichen.
Die Einrichtung der Listen wird durch den Bundesrath
festgestellt.