250 Geschlechtsleben.
armen Kinder und fragten uns: Wie wird diese Frau mit 50 Jahren
aussehen?
Sie wird mit 40 Jahren schon verschrumpft und häßlich sein und vielleicht
schwere „Wechseljahre“ durchmachen müssen, wenn sie diese überhaupt
überlebt. Je wohlerhaltener, kräftiger und gesünder eine Frau ist, desto
leichter wird sie auch diese Zeit überstehen. Entweder vermindert sich der
monatliche Abgang von Monat zu Monat, oder er bleibt auch plötzlich vollständig
aus, um unerwartet nach einer Anstrengung oder Gemütsbewegung
wieder aufzutreten. Die übermäßig starken Blutungen, die sich sehr häufig in.
dieser Zeit einstellen, ängstigen die Frauen mit Recht.
Nicht nur haben sie eine allgemeine schwächende Wirkung, sondern sie
sind mitunter auch das Zeichen einer schweren inneren Erkrankung, die sich
langsam und unmerklich entwickelte. Da dieselbe leider auch bei vorher anscheinend
gesunden Frauen auftritt, sollte keine Frau in den Wechseljahren
sie leichtfertig behandeln und sich mit einem „Das ist nun schon einmal so!“
beruhigen. Starke und anhaltende Blutungen sind immer etwas Krankhaftes
und mit irgend einer inneren Störung in Verbindung; sie müssen also nicht
sein. Aufklärung darüber kann nur eine sorgfältige innere Untersuchung
geben. Daher zögere man damit nicht und suche rechtzeitig einen Frauenarzt
auf. Erst wenn man ein zuverlässiges Urteil über den Zustand der inneren
Organe hat, richte man seine Lebensweise darnach ein; denn es ist durchaus
nicht gleichgültig, ob der Arzt nur eine allgemeine Schwäche oder ein Myom
sindet, oder gar eine krebsartige Wucherung usw.
Bekanntlich entstehen die genannten Krankheiten mit Vorliebe in den
Wechseljahren, besonders wenn jahrelang vernachlässigte Stauungen, Stuhlverstopfung,
Stoffwechselstörungen aller Art bestanden haben. Dann kommt
es wohl auch vor, daß solche Frauen, während die Periode kommt und geht
und der innere Kampf nicht enden zu wollen scheint, plötzlich einem anderen
Leiden zum Opfer fallen oder einem sogenannten Herzschlag erliegen. Sehr
häufig liest man von Todesfällen Ende der vierziger oder Anfangs der fünfziger
Jahre. Nicht die Gefährlichkeit des an sich natürlichen und daher selbstverständlichen
„Wechsels“ ist an solchen traurigen Erscheinungen schuld, sondern
die Widerstandslosigkeit des Organismus, der Mangel an Lebenskraft oder
die Durchseuchung mit Selbstgiften, die sich infolge verkehrter Lebensweise
langsam angesammelt haben. Wie vielen solchen Todesfällen hätte man
rechtzeitig vorbeugen können! Aber die Mehrzahl der Frauen lebt ja so
verständnislos für gesundheitliche Fragen, häuft achtlos Krankheitsursache
auf Ursache, bis der Körper endlich versagt. Es muß so kommen,
wie es ist!
Mögen alle jene, die noch nicht in den Wechseljahren stehen, die also
noch nichts verloren haben, sich dieses Kapitel zu Gemüte führen; denn noch
liegt es in ihrer Hand, kommenden übeln vorzubengen.