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Aber seine deutschen Mitfürsten spielten ihm übel mit.
Sowohl ihm und seinen Truppen, als auch den laiserlichen
Truppen unter Montecuculi, versperrten sie, von Frankreich bestochen,
die Wege, versagten die Reichshülfe, verhinderten jede
Zufuhr, so daß gegen Frankreich dauernde Erfolge nicht zu erringen
waren. Frankreich aber hetzte die Schweden auf, daß
sie dem großen Kurfürsten in's Land fielen und er schleunig umkehren
mußte. Man begreift, in welchen heiligen Zorn er und
seine braven Krieger über so viel Unfug im deutschen Reich geriethen.
Bei Fehrbellin, wo der heimgekehrte Kurfürst zum erstenmal
auf die Schweden traf, hieb er sie auf eine furchtbare Weise
zusammen, dann noch einmal bei Wolgast, eroberte Stralsund
und verfolgte die an der Ostseeküste hin fliehenden Schweden bis
nach Kurland. Ewig denkwürdig bleiben diese Siege, weil in
ihnen zum erstenmale jener furor Teutonicus wiederkehrte, mit
dem die Heerschaaren Karl Martells die Ueberzahl der Reichsfeinde
zerschmettert hatten und der von nun an unter den Fahnen
des schwarzen Adlers nicht mehr aussterben sollte. Der nächste
Erfolg jener herrlichen Siege war freilich gering, denn der Kaiser
in Wien beneidete dem großen Kurfürsten sein Kriegsglück und
überall von größern und ihm feindlichen Mächten umgeben,
mußte dieser auf Pommern wieder verzichten. Ebenso entging
ihm durch des Kaisers Neid die Erbfolge in den schlesischen
Fürstenthümern Liegnitz, Brieg und Wohlau. Von so vieler
Mißgunst umgeben und der pommerschen Küste entbehrend, konnte
er auch von Preußen aus den großartigen Plan einer Seemacht
und eines Colonialsystems, den er bereits in Angriff genommen
hatte, nicht durchführen. Mit wie vielen Schwierigkeiten der edle
Kurfürst zu kämpfen hatte, erhellt daraus, daß die lutherischen
Zeloten in Preußen ihn von den Kanzeln herab als einen Calvinisten
in die Hölle verfluchten, so daß er sich genöthigt sah,
ihnen einen Revers abzuzwingen, worin sie sich zur Ruhe ver-