Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Nummer  10

Freitag,  14.  Januar  —W

 

Todesfall.  Trauer  ist  in  die  Familie
des  Herrn  Kaufmanns.  Mlois  Reich  am  Mitteiror
  eingekehrt.  Der  einzige  Sohn,  Herr  Albis
Reich,  welcher  zu  Eriedeneseiten  als  Kaufmonn
in  Ingolstadt  *  war,  ist  nach  langem  Leiden
im  Alter  von  26  Jahren  bei  seinen  Eltern  gesiorben.
  Kaum  von  schwerer  Krankheit  genesen,
erging  bei  Ausbruch  des  Krieges  der  Ruf  des
Vaterlandes  auch  an  ihn;  er  stand  dann  als
Ers.-Res.  im  10.  Jnf.  Rgt.  Unter  der  Fahne
scheint  er  sich  die  Keime  zu  neuen  Krantheiten
geholt  zu  haben;  er  kam  später  leidend  in  das
Lazarett  und  weilte  seit  Dezember  1914  schon
krank  im  Vaterhause,  sorgsam  gepflegt  von  den
Seinen.  Leider  war  aber  Hilke  nicht  mehr  zu
bringen;  in  den  besten  Jalxen  ist  er  jetzt  aus
dieser  Jeitlichleit  geschieden.“  Der  Schmerz  seiner
  Angehörigen  ist  groß,  ihnen  wendet  sich
aulgemein,  Teilnahme  zu.

Gymnasium.  Herr  Oberstudienrat
Dr.  9  bisher  Rektor  des  Kgl.  Gymnasiums
Notenheim,  ist  in  den  letzten  Tagen  aus  dem
Felde  zurückgekehrt.  Er  weille  einige  Tage  in
Rosenheim,  um  sich  vom  Kollegium  der  Prosessoren
  und  den  Schülern  des  Gymnasiums
zu  verabschieden,  bevor  er  seinen  neuen  Poslen
in  München  übernimmt.

Kusik  und  Thecker.

Wohltätigkeitskonzert  zum  Besten
der  Ortsfürsorge  Rosenheim.  Nach
längerer  Pause  treten  am  kommenden  Samstag
Liedertafel  und  Männergesangverein  Rosenheim
in  Verbindung  mit  der  verstärtten  Künstlerkapelle
  der  hiesigen  Militärmusik  und  unter
gefälliger  Mitmirlung  des  Hrn.  Lehrers  Schiegg
als  Sänger  an  die  Oeffentlichkeit,  um  durch  ein
Wohltätigkeitskonzert  im  Festsaale  des  Hotels
„Deutscher  Kaiser“  wieder  Summen  flüffig  zu
machen  zum  Besten  unserer  Ortsfürsorge.  Inserat
  und  Plalate  haben  schon  die  Einwohnerschaft
  Rosenheims  auf  das  bevorstehende  Konzert
  aufmerksam  gemacht,  und  auch  an  dieser
Stelle  sei  an  den  bekannten  und  dewährten
Wrltätigleitssinn  der  Rosenheimer  die  Bitte
gerichtet,  durch  Besuch  der  Veranstaltung  wieder
  ergiebige  Steine  in  den  Bau  fügen  zu  helsen,
  den  christliche  Nächstenliebe  und  Dankdarkeit
geschaffen.  Sicher  wird  jeder  Gast  in  dem  Ge-Lotenen
  reiche  Entschädigung  für  das  gebrachte
Oofer  an  Geld  und  Zeit  finden.  Neben  kraftvollen
  Männerchören  der  beiden  Vereine  werden
  auch  Lieder  für  einen  stattlichen  gemischten
Chor  gesungen.  Letzerer  verdankt  sein  Entstehen
der  liebenswürdigen  Miluirkung  hiesiger  Damen.
  Die  verstärkte  Künstlerkapelle  der  hiesigen
Militärmusik  wird  in  Solonummern  und  als
Blleiterin  tätig  sein.  Herr  Hehrer  Schiegg  aus

nchen,  den  Rosenheimern,  besonders  aber  den
Mitgliedern  und  Gästen  der  Liedertasel  aus
früherer  Zeit  in  guter  Erinnerung,  wird  sich
als  ausgebildeter  Sänger  hören  lassen,  nachvem
  er  als  plcher  schon  mit  schönem  Erfols.  in

Münchener  Konzerten  ausgetreten  ist.  Was  der
Veranstaltung  noch  eine  besondere  Anziehung
verleihen  dürfte,  ist  der  Umstand,  daß  zwei
schöne  Chöre  zum  Vortrag  gelangen,  die  Schöpfungen
  ehemaliger  Rosenheimer,  der  Herren
Stadtpfarrprediger  Kagerer  u.  Lehrer  Schiegg,
sind.  Viele  Stunden  ernster  Arbeit,  große
Opfer  an  Zeit  und  Mühe  gingen  der  Veranstaltung
  voraus;  sie  wurden  des  edlen  Zmeles
wegen  gerne  gebracht.  An  den  Geladenen  liegt
es  nun,  das  begonnene  Werk  durch  recht  zahlreichen
  Besuch  vollenden  zu  helfen  zum  Besten
der  Ortsfürsorge  Rosenheim.

Der  Weltkrieg.
alte  Kriesslage.

roßes  Hauptgquartier,  den
13.  echenttch  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplaf.

Rordöstlich  von  Armentieres  wurde  der  Vorstob
  einer  starken  englischen  Abteilung  zurückgechlagen.


In  den  frühen  Morgenstunden  wiederholten
die  Franzosen  in  der  Chanwagne  den  Angriff
nordöstlich  von  Le  Mesnil.  Sie  wurden  glatt
abgewiesen.

Ebenso  scheiterte  ein  Angriffsversuch  gegen  einen
  Teil  der  von  uns  am  9.  Januar  bei  den
Gefechten  bei  Maison  de  Champagne  gewonnenen
  Gräben.

Die  Leutnante  Bölke  und  Immelmann  schossen
  nordöstlich  von  Tourcoing  und  bei  Bataume
je  ein  anglisches  Flugzeug  ab.  Den  unerschrocke-#nen
  Offizieren  wurde  in  Anerkennung  iztt  ausserordentlichen
  „Leistungen  von  Sr.  Masjestät
dem  Kasler  der  Orden  Pour  le  Merite  verliehen.
  Ein  grittes  englisches.  Flugzeug  wurde  1  lank  wurde

 

 

   
  
 

 

 

 

im  Luftkampf  bei  Roubaix,  ein  viertes  durch
unser  Abwehrfeuer  bei  Ligny  südwestlich  von
Lille  herabgeholt.  Von  den  acht  enlisshen.  Fliegeroffizieren
  sind  6  tol,  2  verwun

Cestlicher  uriegsschauplatz.
Erfolgreiche  Gefechte  deutscher  Patrouillen

und  Streiskommandos  an  verschiedenen  Stellen
der  Front.

Bei  Nowosjolli  zuischen  der  Olschanla  und
der  Beresina  wurden  die  Russen  aus  einem  vorgeschobenen
  Graben  vertrieben.

Balkan-Kriegsschauplatz.
Die  Lage  ist  unverändert.
Oberste  Heeresleltung.
Das  Verbrechen  der  „Baralong“.

Berlin,  13.  Jan.  Eine  neutrale  Stimme
zum  „Baralong“-Fall  und  der  englischen  Antwort.
  Die  „Neuen  Jürcher  Nachrichten“  vom
6.  Januar  1916  bringen  eine  kurze  Inhaltsangabe
  der  englischen  Antwort  auf  die  deutsche
Denkschrift  zum  „Baralong“"-Fall  und  bemerken
  dazu:  Mit  obiger  Antwort  ist  das  deutsche
Sühnebegehren  wegen  der  Ermordung  von  12
deutschen  U-Bootsleulen  durch  britische  Flottenmannschaften
  auf  Besehl  des  britischen  Kapitäns
  von  der  englischen  Regierung  abgewiesen
worden.  Ein  Wichtiges  enthält  die  Antwort
von  Sir  Edward  Grey  doch,  sie  bestreitet  den
fürchterlichen  Tatbestand  nicht,  den  viele  bis
zur  Stunde  kaum  zu  glauben  vermochten,  daß
nämlich  zmölf  überlebende  Mannschaften  des
deutschen  U-  Bootes,  das  nicht  in  ehrlichem
Kampf,  sondern  auf  hinterlistige  Art  bei  falscher
  Fle  aage  vernichtet  wurde,  als  sie  sich  ergeben
halten,  auf  Befehl  des  siegreichen  englischen
Kapitäns  wie  Raubwild  niedergeschossen  vur.
den,  darunter  der  Kommandant  des  Utes.
  Sir  Edward  Grey  sucht  den  Vorgang  8
drei  von  deutscher  Seite  begangenen  Alten  zu
deden,  welche  Alte  sich  aber  hier  gar  nicht  zu
einem  Vergleiche  anführen  lassen,  auch  ni
der  von  Grey  herbeigezogene  Edelmut  mit  der
Rettung  deutscher  Seeleute  in  anderen  Fällen.
Die  Hauptsrage  verliert  dadurch  nichts  an  ihrem
fürchterlichen  Ernste:  Haben  britische  Flottenmannschaften
  auf  Befehl  ihres  Kapitäns  deutsche
U--Bootleute  ermordet,  nachdem  sie  sich  ergeben
hatten?  Die  englische  Regierung  ist  nicht  in
dber  Lage,  diese  Frage  zu  verneinen,  sie  weigert
sich  aber,  die  Mörder  zur  Verantwortung  zu
ziehen.  Nun  hat  Deutschland  das  Wort.  Es
steht  auf  viel  zu  hober  zivilisatorischer  Stuse,
um  ein  Gleiches  zu  tun  und  sich  nun  auch  am

Leben  von  englischen  Gefangenen  vergreisen  zu
wollen.  Scharfe  Repressalien  können  aber  nicht
ausbleiben,  schon  um  die  Wiederkehr  solcher
Verbrechen  nach  Möglichkeit  zu  hindern.  Auch
in  neutralen  Staaten  wird  man  sich  nicht  verhehlen,
  daß  die  englische  Regierung  mit  ihrem
„Baralong“=  Weißbuch  den  Schild  Englands
mit  einem  unauslilgbaren  Makel  befleckte.  Hälte
sie  das  scheußliche  Verbrechen  ihrer  Leute  mil
der  blinden  Wut  derselben  über  die  deutschen
Unterseeboote  einigermaßen  zu  entschuldigen  versucht,
  so  hätte  man  es  verstanden,  daß  sie  aber
mit  sophistischen  Ausflüchten  über  dasselbe  hinweggleitet,
  dafür  fehlen  zur  richtigen  Kennzeichnung
  der  Sprache  die  Worte.  Dies  ist  schändlicher
  als  die  Tat  selber.  Welcher  Verwilderung
der  Gesinnung  in  den  Kreisen,  die  ein  Vorbild
und  Träger  einer  guten  und  menschlichen  sein
sollten,  gehen  wir  noch  entgegen?  (.
Weiterer  Bemerkungen  zu  diesen  Ausführungen
bedarf  es  nicht.

Rücktritt  A#bquiths?

Genf,  13.  Jan.  Die  „Gazette  de  Lausanne“
  schreibt:  Wir  wären  durch  den  baldigen
Rücktritt  Asquiths  nicht  überrascht.  Zu  viele
militärische  und  politische  Fehler  sind  unter  seiner
  obersten  Verantwortung  begangen  worden,
so  daß  die  in  gut  unterrichteten  Kreisen  in  Umlauf
  befindlichen  Gerüchte,  Lloyd  George  werde
sein  Nachsfolger,  an  Bedeutung  gewinnen.  (3Z.)

Amerika,  Deutschland  und  England.

Neuyork,  13.  Jan.  (Durch  Funkspruch
des  Vertreters  des  WB.)  Die  Aussichten  auf
eine  baldige  und  endgültige  Beilegung  der  ganzen
  Unterseebootsstreitfrage  erwecken  in  der
Presse  und  in  den  amtlichen  Kreisen  große  Genugtuung.
  Depeschen  aus  Washington  betonen,
daß  man  für  diese  Woche  die  Klärung  der  Gesamtlage
  erwarte,  worauf  Amerika  wieder  seine
Aufmerksamkeit  auf  die  diplomatische  Auseinandersetzung
  mit  England  über  die  Beeinträchtigung
  des  amerikanischen  Handels  richten  werde.
Die  „New  York  Times“  sagt:  In  dem  diplomatischen
  Meinungsaustausch  mil  England  werden
  Wilson  und  Lansing  genau  von  demselben
Gefühl  geleitet,  wie  in  dem  Streit  mit  Deutschland,
  nämlich,  daß  es  ihre  Pflicht  ist,  die  Rechte

der  Neutralen  zu  verfechten.  Eine  Depesche  der
„New  York  World“  aus  Walhington  stellt  fest,
daß  Lansing  die  schärfste  Note,  die  er  je  geschrieben
  hat,  über  die  Behandlung  des  amerilanischen
  Handels  nach  London  senden  werde.
Die  Note  werde  dartun,  daß  England  in  Friedenszeiten
  fest  dafür  eingetreten  sei,  daß  Nahrungomittel
  unter  leinen  Umständen  als  Bannaut
  anzuselen  seien.  Nachdem  sich  die  Regierung
  der  Vereinigten  Staaten  grundsätzlich  uberzeugte,
  daß  Deuschland  und  Cesterreich-Ungarn
  ausfrichtig  beabsichtigen,  von  jetzt  an  das
Leben  von  Nichtkämpfern  auf  torpedierten  Schifsen
  zu  schonen,  sei  die  amerikanische  Regierung
nun  auch  überzeugt,  daß  ihre  Stellung  bei  den
Verhandlungen  mit  London  in  dem  Umfange
gefestigt  merden  würde,  daß  England  gezwungen
  sein  werde,  die  Forderungen  zu  erfüllen.

an  den  Kreisen  der  Regierung  gewinnt  die  Ansicht
  schnell  Boden,  daß,  wenn  die  Untersee-Tootsangelegenheit
  endgültig  beigelegt  ist,  der
Kongreß  auf  einem  Vorgehen  bestehen  werde,
das  England  dazu  zwinge,  auf  die  amerikanischen
  Forderungen  einzugehen.  Obwohl  der
Plan,  Schisfsladungen  mit  Wassen  und  Munition
  für  die  Alliierten  mit  einem  Embargo
zu  bekegen,  der  Regierung  niemals  ernstlich  vorgeschwebt
  habe,  glauben  amtliche  Kreise,  daß
dies  in  naher  Zukunft  ernsthaft  als  Vergellungemaßnahme
  gegenüber  England  befürwortet
werde

Die  russische  Offensive  in  der
Bukowina.

Czernom  ita,  13.  Jan.  In  Czernowitz  ei  eingebrachte
  gefangene  Russen  bezeichn  en  die  russischen
  Berluste  während  der  Ossensivtkämpfe  als
ungeheuer.  Oie  kurzen  Kampspausen  seien  darauf
  zurückzuführen,  daß  alle  Straßen  mit  Verwundetentransporten
  und  durch  die  Bestattung
der  Toten  verlegt  sind.  Der  russische  Sanitätsdienst
  konnte  eine  derartige  Aufgabe  nicht  bewältigen.
  Es  kam  vor.  daß  Verwundete  36,  ja
48  Sinnden  hilflos  liegen  blieben.  Wegen  Mangels
  an  Bahnanlagen  mußten  auf  freiem  Felde
ambulante  Sanitätsanstalten  errichtet  werden.
die  unter  der  Kälte  und  den  mangelhaften  Hilfsmitteln
  furchtlar  litien.  Unter  den  Verwundeten
  befinden  sich  viele  Oif#zierc.  darunter  ein
General  und  drei  Obersten.  Die  Gefangenen
sagen  serner  aus,  daß  unsere  weittragenden  Gechütze
  die  Verproviantierung  der  russischen
Truppen  sehr  erschweren,  stellenweise  sogar  unmöglich
  machen.  (J.)

Die  italienischen  Verluste.

Genf,  13.  Jan.  Die  Verluste  des  italienischen
Heeres  an  der  österreichischen  Grenze  betragen
bis  zum  1.  Dezember  an  Toten,  Verwundeten
und  Vermißten  600  000  Mann.  (3.  )

Die  französische  Preie
er  Montenegro.

Geunf,  13.  Jan.  Die  7!—  Presse  bespricht
sehr  erregt  die  verzweifelte  Lage  Montenegros.

Sie  sagt,  daß  sich  das  Trauerspiel  Serbiens
wiederhole;  der  Vierverband,  besonders  Italien,
  sei  zu  spät  gekommen.  (Z.)

Danilo,  Aenia  und  Nitita  in  Rom.

Bern,  13.  Jan.  Römische  Blätter  melden
die  Ankunft  des  Prinzen  Danilo  und  der  Prinzessin
  Tenia  von  Montenegro  in  Rom;  sie  trasen
  von  Ventimiglia  kommend  ein  und  fuhren
  zur  Residenz.  Das  Gerücht  von  der  Ankunft
  des  Königs  Nilita  in  Italien  wird  nicht
bestätigt.  (Z.)

Auf  Minen  gestoßen.

Rom,  13.  Jan.  (Agenzia  Stefani.)  Am  6.
Januar  stießen  der  requirierte  Dampfer  „Citta
die  Palermo“  (1052  Tonnen)  und  die  „Brindisi“
  in  der  unteren  Adria  auf  Minen  und
sanken.  Schnelle  Hilfeleistung  ermöglichte  es,
fast  die  gesamte  Besatzung  und  die  Fahrgäste
der  „Citta  die  Palermo“,  sowie  die  ganze  Besatzung
  und  über  die  Haälfte  der  Reisenden  der
Gi  zu  retten.  (Z.)

Vor  Saloniki.

Lugano,  13.  Jan.  Die  französische  erste
Verteidigungslinie  ist  nunmehr  vollständig  hergestellt
  und  die  zweite  nahezu  vollendet.  Die
Stimmung  im  französischen  Lager  hat  sich  aus
diesem  Grunde  etwas  gebessert,  denn  man  ist
der  Ansicht,  daß  es  den  Zentralmächten  und
ihren  Verbündeten  nicht  leicht  gelingen  werde,
Saloniki,  das  jetzt  einem  zwbeiten  uten  gleiche,
u  nehmen.  Es  scheint,  daß  die  Engländer  und
Franzosen  den  Hauptangriff  von  Westen  erwarten.
  Es  scheint  auch,  daß  die  Verbündeten
eine  Operation  mit  den  Italienern  planen.  Der
Korrespondent  des  „Secolo“  spricht  die  Vermutung
  aus,  da  ß  die  in  Salonili  stehenden  nicht
ganz  200  000  Mann  für  einen  wirksamen  Wiverstand
  genũgen  werden.  Es  sei  aber  ratsam,

 

sie  zu  verstärken  und  zwar  durch  Italiener-  am
die  Engländer  sei  nicht  viel  zu  zählen,  denn  die
hätten  anderswo,  zumal  in  Aegypten,  alle
Hände  voll  zu  tun.  (J.)

Die  Franzosen  auf  Korfu.

Athen,  13.  Jan.  (Agence  Havas.)  Die
Gesandten  da  Alllierten  übermittelten  gestern
der  griechischen  Negierung  folgende  Note:  Die
Regierungen  der  Alliierten  beauftragen  ihre
Vertreter  in  Akthen,  der  griechischen  Regierung
auseinanberzusetzen,  daß  sie  es  für  eine  unabueisbare
  Pflicht  der  Menschlicheit  hiellen  (1),
so  bald  als  moglich  einen  Teil  der  serbischen
Armee  auf  einen  der  albanischen  Küste  benachlarten
  Punkt  hinüberzuschaffen,  wo  er  sich  jetzt
befindet,  um  diese  heroischen  Soldaten  vor
Lungersnot  und  Bernichtung  zu  bewahren.  Nach
einer  cingehenden  Erwägung  der  Bedingungen
des  Transportes  erkannien  die  alliierten  Regierungen,
  daß  nur  die  Jusel  Korfu  die  notnmendigen
  Möglichleiten  im  Hinblick  auf  die
Gesundheit  der  serbischen  Truppen,  die  Sicherheit
  und  Schnelligkeit  des  Transportes,  sowie
die  Bequemlichleit  der  Verpflegung  biete.  Sie
war  der  Ansicht,  daß  Griechenland  sich  nicht
der  Uebersiedelung  der  Serben  und  seiner  Verbündeten
  widersetzen  werde,  die  nur  kurze  Zeit
auf  der  Insel  bleiben  würden,  mo  die  Bevöllerung
  sie  sicherlich  mit  der  gebührenden  Teilnahme
  aufnehmen  werde  (1).  Es  handle  sich
um  keine  Art  von  Besetzung,  da  der  griechischen
Regierung  in  dieser  Hinficht  alle  Garantien  gegeben
  wurden  souohl  betreffs  Korfus,  wie  der
anderen  Teile  der  griechischen  Territorien,  deren
  sich  die  englischen  und  franzisischen  Truppen
zeitmeilig  seit  Beginn  des  gegenmärtigen  Prieges
  hälten  bedienen  müssen.

Lugano,  13.  Jan.  „Secolo“  meldet  aus

Atlten:  Es  wird  befätigt,  daß  die  Franzosen
auf  der  Villa  des  Achilleion  die  französische

Flagge  hißten.  Auck  das  Kap  Sideri  im  Norden
  von  Korfu  wurde  besengt.  Mit  den  französischen
  sind  auch  serbi#iche  Soldaten  auf  Korfu
Helandet.  Mit  der  Besetzung  des  Achilleions
war  eine  Haussuchung  der  Villa  verbunden.  Die
griechische  Regierung  wird  auf  alle  Fälle  gegen
die  Besetzung  proteitieren.  Die  Erbitterung  über
die  neuen  französischen  Uebergriffe  ist  sehr  groß.

 

K.  Staatoministerium  des  Innern.

Bekanntmachung

über  die  Einfuhr  von  Nutz=  und  Zuchtoieh  aus
Oesterreich  in  das  bayer.  Grenzgebiet.
Unter  Ausyebung  aller  entgegenstehenden
Verfügungen  wird  im  Hinblick  auf  den  Stand
der  Maul-=  und  Klauenseuche  im  österreichischen
Grenzgebiete  mit  sofortiger  Wirkung  folgendes
  bestimmt:

1.  Die  Einfuhr  von  Rindvieh  zu  Nutz=  und
Juchtzwecken  aus  den  österreichischen  politischen
Bezirken  Perg,  Freistadt,  Rohrbach,  Tamsweg,
Zeil  am  See,  Kufstein,  Schwaz,  Innsbrud
Bezirls-  Haup##nannichaft,  Innsbruck-Stkadt,
Reutte,  Imst,  Bregenz,  Prachatitz  isl  bis  auf
weiteres  verboten.

2.  Die  Einfuhr  von  Rindvieh  zu  Nutz=  und
Zuchtzwecken  aus  den  österreichischen  politischen
Bezirlen  Urfahr,  Linz-Bezirlshauptmannschaft,
Kirchdorf,  Steyr-Bezirkshauptmannschaft,
Gmunden,  Linz-Stadt,  Steyr-Stadt.  Wels,
Schärding,  Nied,  Braunau,  Vöcklabruck,  Eferding,
  Grieskirchen,  Hallein.  St.  Johann,  Salzburg-Bezirkshauptmannschaft,
  Salzburg-Stadt,
Kipbühel,  Landeck,  Bludenz,  Feldkirch,  Fallenau,
Asch,  Eger,  Tepl,  Marienbad,  Plan,  Mies,  Tachau,
  Bischofteiniy,  Taus,  Klattau,  Kruman.
Kaplitz  und  Schüttenhofen  in  das  bayer.  Grenzgebiet
  ist  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  unler
  10  der  Bekanntmachung  vom  25.  Febr.  1906
(GVWBl.  S.  53)  mit  dem  Beisügen,  daß  seitens
  der  l.  k.  österreichischen  Regierung  erlassene
Ausfuhrverbote  hierdurch  nicht  berührt  werden
und  mit  nachstehenden  Beschränkungen  zugelassen:


a)  Veder,  Viebpah  hat  auhzer  den  nach  8  39
Abs.  2  a.  a.  O.  vorgeschriebenen  Angaben
die  amtliche  Bescheinigung  des  Gemeindevorstehers
  zu  enthalten,  daß  das  Tier  in
den  letzten  30  Tagen  vor  seinem  Abgange

vom  Herkunftsorte  nicht  in  einem  Bezirke
gestanden  hat,  aus  dem  die  Einfuhr  von
Rindvieh  zu  Nutz=  und  Zuchtzwecken  nach
Bayern  verboten  ist;

b)  bei  der  Einfuhr  auf  dem  Landwege  dürfen
Bezirke,  aus  denen  die  Einfuhr  von  Rindvieh
  zu  Nutz=  und  Zuchtzwecken  nach  Bayern
verboten  ist,  nicht  berührt  werden.

München,  den  7.  Januar  1916.

J.  A.:  Ministerialrat  Luremburger.

 

Wetterbericht  für  Freitag,  den  14.  Januar:
Regen  und  Schnee.

 

 
   
  
 

 

Kinderwagen

—
——

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SBedkaantmachung.

Torf

zur  sofvotigen  ü#fe##g  und  für  Febrmar  wird  zu  kaufen
"  Agebte  find  zu  zullhe  an  Heiru  Gemeindebedollm.  Schuidek

#.  13.  Jonnar  1916.
Stad#wagistrat.

 

 

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Kestsdeern,  beralls  ven,  zu  verkauten