62 Gemischtgerichtl. Untersuchung. Genehmigung.
hörde, bei welcher der Rekurs eingereicht werden
muß, nicht der unmittelbare Vorstand des Rekurrenten,
sondern die zur kollegialen Berathung organisirte
vorgesetzte Amtsbehörde bilde, an welche nach
8. 14 die Akten eingesendet werden sollen, wie denn
auch hiemit harmonirend der Rekurs gegen die von
einem k. Staatsministerium ergangene Strafverfügung
bei dem k. Staatsrathe einzureichen sei.
OAGErk. v. 6. Nov. 1866 RNr. 38 9/.
77.
Entscheidungen dee obersten Gerichtehoses, Rompetenzkonstikte
unter Gerichten betr.
Die Strafeinschreitung der bürgerlichen Gerichte gegen einen
Soldaten, welcher als vermeintlicher Cwilist gemeinschaft.
lich mit einer wirklichen Civilperson in Untersuchung gegogen
worden ist, kann, wenn auch der Stand des Soldaten
erst nach Einstellung des Strafverfahrens gegen die Civilperson
ermittelt worden ist, vom Militärgerichte noch genehmigt
werden.
Wegen eines am 27. August 1865 zum Schaden
des Bahnwärters J. Kastner zu Sauerlach
verübten Diebstahles im Vergehensgrade ist vom
Untersuchungsrichter am k. Bezirksgerichte München
r,J. gegen den Taglöhner und beurlaubten Soldaten
Markus Recher aus Merching und die ledige Taglöhnerin
Rosalia Erhard aus Weichenberg Voruntersuchung
eingeleitet, dabei aber die Militärangehörigkeit
des Markus Recher nicht erhoben und deöhalb
auch das bei gemischtgerichtlichen Untersuchungen
vorgeschriebene Verfahren nicht eingehalten worden.
Vom k. Bezirksgericht wurde demnach, ohne daß
die Akten vorher zur Erklärung an die zuständige
Militärbehörde gelangten, mit Beschuß vom 3. April
1866 das Strafverfahren gegen Rosalia Erhard