Nummer 111
SWBesenhmer Anzesger —
Dienstag, 15. Mai 1012
Schuldienst.
lehrerin Elisabeth von la Hauste in Ranoldsberg,
BA. Möhldorf, nach Langengeisling,Bul.
Swigz. und die Hicfslehrerin A. Wasiner in
Mehring, B'N. Altötting, nach Ranotdsberg,
Büä. Mühldorf. Dauernd pensivniert wurde die
zeittich pens. Hilsslehrerin Therese Birndorfer,
zuletzt in Rechimehring, B. Wasterburg. Jeitlich
pensiomert wurde der Sauptsehrer Anton
Kintermayer in Rieren, BA. Waserburg, bis
1. Mai 1919. Gestorben ist der Hauptlehrer
Andreas Berr in Erkstätt.
Silberne Hochzeit. Herr Bahnschiffner
J. Fritz in der Hubertusstraße degeht heute
m seiner - Gattin Marie das Fest der silbernen
Hochzeit. Für die grose Beliebtheir, deren sich
das Jutelpaar allenthallen erfreut, sprechen
die zahlreichen Geschenke, welche ihm zum heuligen
Feste von vielen Seilen gewidmet warden.
Unser Glückwunsch!
Ein Jubektag im Hause Licklede
r. Am Donnerstag, den 17. Mai, wird Herr
Mühheer Licklederer, alad. Kunstmaler dahbier.
mit seiner Gemahlin Mathilde das 25jährige
Hochzeitsjubiläum feiern tönnen. Nach Abschluf
seiner alademischen Laufbahn in München hat
sich Kunstmaler Licklederer dauernd in Rosenheim
niedergelassen und hier während seiner 25jähr.,
glücklichen Ehe Derrlicke Proben seines Könnens
und seiner Schaffensfreude abgelegt. Alle Jahre
erfreur uns Lickleoerer mil der Ausitellung seiner
vielgerühmten Landschaftsbilder, zu denen
er am liebsten Motive aus der näheren Umgegebung
Rosenheims wählt. Licklederer wandeli
eigene Bahnen. Nicht in dem ertraraganten
Sinne mancher Seczessionisten. Sein, Stärle bestehtr
vielmehbr in einer eminent vornehmen
Feinbeit der Aufsastung. in einer geradem bewundernswerten
Genauigkeit der Darstellung u.
in einer vollgültig wenen Wieoergabe der durchaus
innerlich erfaf ten Morirc. Uceber seinen
Bileern weht der Odem des Schoöpiers der i
lur. vidiederer schafft höchst wahr und höchit
naturgeireu. Durch die sarbenprächtigen Wandschmucklalender
der „Kunfimuhle Rosenheim“
kommt jährlich ein Lidlecerer-Bild, damit manch
neesiliches Kunstwerk in die Kreise des Volles.
Ja der Landschaft liegt Licklederers hervorragende
Kraft. Aber auch das Vorträt hat an
ihm seinen Meister gesunden. Wenn wir vor
vVidlederere Kriegsvotiobildern zu Föching und
in der hieiigen # Loretokapelle, die wir als durch
Phantasie und Piniel monumental bezeichnen
möchten, anerkenneno und bemunoernd siehen,
so zwingt es uns ror seiner „Königin des
seraphischen Ordens“ in der Vasilika zu Altötting
unwillkurlich zu frommem Gete## auf die
Kniee. Wir wünschen der königlichen Kunft Licklederers
auch für die Zujunft die besten Erfolge.
Möge zur goldenen Reise seiner Kunft auch die
goldene „50“ des Familiensebens hinzulemmen!
Städt. Hülsenfrüchteverlauf. Morgen
Dienstag ist der lexre Verkaujstag. Die eiwa
untenütten Auswiiskarten verlieren alsdann
ihre Gültiglekt.
Städt. Lebensmitte lverlaus. Wir
weisen auf die heutige Betanmmachung bin. wonach
gegen Beslellmarke II Teigwaren in den einichlägigen
Gesch äiten beitelli werten konnen. Am
Freilag ist leurer Tag, an welchem die Marlen
angenommen werden foͤnnen.
Die Reichsreisebrotmarlen alten
Musters verlieren mit dem 15. Mai ihre Gültigleil
Ein Umtansch der Marlen ist nicht geinatiet.
Inhaber solcher Reichsreiĩebrotmarden
lun also gut, sie noch vor diesem
Lebensmitteln umzusetzen.
Der zweite Maisonntag lief uns des
lang rrsehnten Frühlings von Herzen frah werden.
Das Wetter schien zwar manchnal gar nicht
rvertrauenermeckend; abends fielen auch einige
Tropsen und aus der Ferne hörte man Donner.
Ater die Sonne blieb dich siegreich. Den ganzen
Tag über herrschte sommerliche Hitze.
Selbstmord. Wie seinerzeit berichtet, it
am 3. Mai ein Mann namens? Joseph Rittinger
aus Kirchenpingarten bei Bayreulh von der
Innbrücke aus in den Fluf gesprungen und ertrunken.
Wie wir erfahren, ist der Ertrunkene der
Uater des Bergmanns Rittinger in Mühlau bei
Miesbach, der vor wenigen Woechen, von der
Front leurlaubt, seinem Leben durch Erhängen
ein Ende setzte. Beide sollen geistesge stört gewesen
sein.
Die Schlipf grubalm verin in ihren
Wirtschaftsbetrieb auf Kriegszeit geschlossen. D
Ursache liegt in den Veresdamnbeschwieriglrilen.
Gefunden. An den Firmungstagen wrrd.
eine Uhr gefunden. erh agen im wmagistrali,
schen Geschaftszimmer N
Der Landmann * jetzt das Wort!
Landwirte! Gersibeablieserung # iz jen höchate
Ehrenpflichtt Das deutsche Volk braucht
und Euer Korn, das den Sieg erst vollendet!
Nichts darf Euch abhaiten, schnell, reichlich
und tronz Bestellzeit zu liefern!
Möbelbeschaf fung für die
etraute.
Frankfurt a. M. ist eine ##nrinmalsr
a seit Anfang Februar eröffnet. Die
Versett wurden die Hilf-Zeilpunki
in
Grunosälze für die Hexstellung oes dort zum
Verlauf gelangenden Hausgerätes sowie
sckaftlicher Grundlage durch Angehörige der
Schreiner und Tapeziergenossenschaften, denen
seitens der Hessen-Nassauischen zentralgenossen.
schaftskasse ein Sonderkredit eingeräumt wurde.
Au# solche Weise wird mit dem gemeinnützigen
Verlaufszweck ein
verbunden. Die bei Beendigung des Kriegeszweifellos
sehr zahlreichen Aufträge werden dem
Handwerk zugeführt. Bei dem Arbeiter= und
Materialmangel ist es zurzeit im wesentlichen nur
möglich, die Aufträge von Kriegsbeschädigten
zu erfüllen. Die Erfahrungen der Kriegszeit
tommen aber den gesteigerten Ansorderungen
lünftiger Friedenstage zugute. Die Entwürse
der Möbel entstammen der Werkstatt des Leiters
der Offenbad, er Kunstgewerbeschule, Profesiot
Eberhard, so daß Gewähr für die Lie
kerung künftlerisch einwanofreier Möbel gegeben
ist. Außer Möbeln sind noch Porzellan, Glas u.
Kückeneinrichtungen zum Verlauf ausgestellt, die
von Franlfurter Werlbundfirmen geliefert sind.
An Bildern sind Voigtländer und Tenbnerdrucke
in einfachen Rahmen ausgelängt. Für den Ver
lauf gelten als Regeln: Von den jungen Paaren
ist eine lleine Anzahlung zu leisten, der Rest des
Kaufpreises wird zur Kälfte von der in städtischer
Verwaltung befindlidt#en Hilfskasse gelieben,
zur anderen Hälftie von den Genossenschaften
gestundet, denen gegenüber die städiische
Eilsskasse Burgschaft übernimmt. Von den Käusern
sind wöche ntliche oder monatliche Abzahlungen
zu leisten. Die Möbel gehen in das Eigenlum
der Stadt über, bis der Kauspteis voll bezahlt
ist. Die Käufer genießen die Vorzüge der
A#zahinngegess äfie, ohne von deren schweren
wirtschaftlichen und sozialen Schäden bedrohl
zu werden. Die Preise der Möbel fino nicht
höher als in Abzahlungsgeschäften, obwohl nur
besteo Material bei bester handwerklicher Arbeit
geliesert wird. Die Risikoprämie lann fehlen,
da die Stadl die Garantie übernommen hatl.
Kuik und Thealer
Gasispiel Münchener Künstler. Die
Münchener Künstler, die sich durch ihre Gastspiele
in letzter Zeir nnd durch die Milirlng
im „Dreimäderlhaus“ hier sehr gut eingeführt
habe n, kringen Mittwwoch, den 16. Mai, abends
128 Uhr, und am Donnerstag, den 17. Mai
-Erit Dimmelfahrt, nachmittags 3 Uhr und
abends 1.8 Uhr, „Die Keimat“, Schauspiel in
4 Alten von ermann Sudermann, zur Wasahrung.
„Heimat“" ist eines der hervorragendi#ten
Bühnenwerke Sudermanns und hat einc ersolggekrönte
Laufbahn binter sich. Wir sind überzeuglt,
daß auch die Münchener Gäfte bestrebt
sein werden, uns in dieten orei Aufführungen
„Heimat“ gut zur Vorführung zu bringen, zumal
die Haupipartie der „Magoa“ in den
Händen einer Künülerin von den Münchener
Kammerspielen liegt. Der Vorverkauf der Ein
trinstarten beginnt Dienstag im Hoiel-Buro.
Der Weltkrieg.
Wrahtbericht..
Vor der Kanzlerrede.
Berlin, 14. Mai. Die „Morgenpost“
schreibt: Aus den Verhandlungen, die Mitte der
leqzten Woche in Anwesenheit des Reichskanzlers
und seines Stellvertreters Dr. Helfferich im
Großen Hauptquartier gepflogen worden sind,
ist nach übereinstimmender Meinung d#### Holitischen
Kreise Herr von Bethmann Hollweg als
Sieger ũber seine Wider#acher hervorgegangen.
Man spricht sogar daven, daß in nächster Zeit
des Kaisers Vertrauen, dessen sich der ##ende
Staatsmann nach wie vor erfrent, auch in äußerer
Form Auodruck finden wird.
Für 240 Milliarden Mark Handelsschiffe
versenkt.
Berlin, 14. Mai. Nach einer Schätzung
des Präsidenten der englischen General Steam
Navigation, R. White, beziffert sich der durch
die Versenkung von Handelsschiffen enlitandene
Gesamtschaden auf zwölf Milliarden Pfund,
(230 Milliarden Marl) wovon auf England ungefähr
drei Fünftel entfallen. White erklärt, daß
England auf Jahre hinaus unter diesen schweren
Verlusten wird tragen müssen, falls es nicht einen
entsprechenden Gegenwert dafür erhalte.
Deutschland muß beseitigt werden.
Petersburg, 14. Mai. Petersburger Telegraphen-Agemur.
Der französische Munitionsminister
Mbert Thomas wurde vom Wollzugsausschuß
des Arbeiter- und Soldatemates auf.
gefordert, seinen Standpunkt über die gegenwärtige
Lage der Kriegspolitik und des internationalen
Sozialism#s datzulegen. In einer Nede
erklärte Thomas, Frunkrieich war manchmäl über
die Hilfe, die Rußland bringen konnte, beunru-
die
Kaufbedingungen tönnen als allgemeine Richtlinie
solcher Einrichtungen in Betracht kommen.)
Die Herstellung der Möbel exolgt auf genossen-Stück
Mittelstandsfürsorge.
Wiehfünnerung liegt sehr ungünstig.
higt. Die französischen Demokraken hoffen, daß
das neue Ruf land Frankreich vorbehaittos unterstützen
wird. Der französilche Minister tadelte
die deutschen Mehrhenssozialisten und verwarf
die Stodlolmer Konferenz. Nach dem Eintritte
der Vereinigten Staaten in den Krieg und nach
der russischen Revolution können die Sozialisten
des Westens nur in eine Besprechung der demokratischen
Kriegsziele willigen, wenn sic die Gewißheit
einer kräftigen Kriegsführung haben,
denn die Kriegsziele der internationalen Demokratie
würden niemals vom preußischen Militarismus
anerlannt werden. Um die demokratischen
Gedanlen zu verwirklichen müsse Deutschland
durch die Beihilse Aller beseitigt werden.
Dierussischen Verpslegungsnöte.
Petersburg. 14. Mai. Auf der in Peterslurg
tagenden Sitzung der Vertreter der
From# biell Kriegeminister Gutschkew eine Rede,
in der er die Frage der Verpflegung und Munitionsrersorgung
der Armee berrührte und hervoxhob,
in welchem Zustande der ermahrlosung
die Verpflegung von der alten Regierung zurückgelassen
worden sei, Die turkrästige Hilie der
Allüerten wird es ermöglichen, die Munirions.
frage in Or#nung zu bringen. Wenn das Abtommen
mit Amerika endgültig zum Abschlufr
lommt, das sich verpflicktete, in einigen Wochen
in Rußland den Transport zu organisieren, so
ist eine günstige Lösung dieser Frage gesichert.
Die Frage der Verpflegung und besonders der
Im Laufe
von einginhalb Menaten müssen wir die Liese
rungen von Langesc#eugissen an die Armee
verstärken. Nur das kann die Lage verbessern.
2
Die rusiiiche Anarchie.
RPetersburg, 14. Mai. Eine Bande von
etwa 30 Anarchisten aus Peiersburg und Schlüfselburg,
die mit Gewehren, Revolvern und Bomlen
bewafsnet ist, setzte sich in den Besitz des
Hauses des Herzogs von Leuchtenberg in der
Nähe des Marientheaters, um darin ihr Haupt-=quartier
aufzuschlagen. Sie weigert sich trotz
aller Weisungen des Arbeiter- und Soldatenrales,
das Haus zu verlassen. Der Bezirkeiommandant
hat das Haus von Truppen umstellen
lassen. Nach einer weiteren Depesche hat der
Kommandant v#en Petersburg, Komisow, seine
Entlassung eingereicht.
Unmöglich.
London, 14. Mai. Die „Temps“ soricht
die Ansicht aus, daß es ohne neue Hilse umnöglich
ist, an der Westfront einen entscheidenden
Schiag zu führen.
LCebte Nachnelen.
Der Reichslanzler in Wien.
Wien, 14. Mai. Der deutsche Reichskanzler
ist gestern früh zu einer Besprechung mit dem
Minister des Aeußern Grafen Czernin hier
eingetroffen. Der Reichslanzler wurde Mittags
rom Kaiser in Larenburg empfangen. Mit dein
Nachtzug kehrte er nach Berlin zurück. Die Besprechungen
werden in nächster Zeit in Berlin
ihre Fortsetzung finden.
Einbruch in das ddeursche Konsulat in
üri
Bern, 14. Mai. Wie der Verner „Bund“
meldet, wurde am 12. ds. Mto. in Zirich ein
Einbruch in das dentsche Komulat versucht, nachdem
ein solcher erst vor kurzer Zeit in dem österreichischungar.
Generalsonsulat gelungen war.
Bei einem Rundgange enldeckte die Nachtwacke
zwei Männer, die sich in das Konsulat hatten
einschließen lassen. Die Nacktwächter nahmen
sofort die Verjolgung auf und schofsen auf oie
Eindringlinge, ohne sie jedoch zu treffen, so daß
es ihnen gelang, unerkannt aus dem Gebäude
zu entlommen.
—
Gestohlene Brotlarten.
München, 13. Mai. Der Dienstknecht Georg
Elsiner von Wörnsmühle stieg am 15. März
nachts in die bemeisvesenetei # in Aileruh ein,
ein, sprengte einen verschlossenen Koffer auf und
stahl daraus 105 Brotkartenhefte, 93 Zusatz-
brotmarken, 15 Zusckerkarien zund 11 Frllkar.
ten. Einen Tell der Markenhefte schenlt
iner Dieksstebrtin, der X ifran te
..
Ka en berf ·.
ind·ltdbst«bs«·dazxsig.wkmkbog-?
o· fix-käm die Kaffl wegen
Hehlerei zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt.
Schwindel mit Holz.
münchen. 13. Mai. Der frühere Holzhänoler
Josef Saller von Seeeef sah sich in
Waldungem des Bezirkes Ebersberg und Starnberg
die Nummern des dort aufsgeschichteten
Brennholzes an, ging dann zu mehreren Leuten,
von denen er vermntete, daß sie Bremholz
brauchten, schwindelte ihnen wor, die von
ihm angegebenen Holzhaufen seien sein Eigentum
und bot es ihnen gegen eine Anzahlung von
10 bis 15 Mk. zum Kaufe an. Jv 2 Fällen
glückte ihm der Betrug. Er wurde zu 2 Jahren
und 9 Monaten Gefängnis verurteilt.
Unterschlage ne Holzgelder.
münchen. 13. Mai. Seit 44 Jahren ist der
Waldaufseher Martin Ernst in Grokingenmoos
im Dienste' des Grafen Spretti auf Weilbach.
Außer der Leitung der Holzfällungen in den
gröflichen: Waldungen hatte Ernst auch die Hollkaufschilinge
von den Käufern zu vere innahmen
und an den Gutsherrn abzukiefern. Solange der
alte Graf lebte, wurde Ernst gar nicht kontrolliert.
Als der junge Graf das Gut übernahm,
wurde die Geschästsführung Ernsts überwacckt.
Trotdem verstand es Ermt, seine Unterschlagungen
von Holzgeldern fortzusegen. Er erhiell die
von dem Vertrauenemann des Grafen, einem
hbiesigen Forsuneister, ausgestellten Nechnungen
zur Einkassierung der Lolzgelder, gab aber die
Nechnungen nicht ab, sondern er#zte sie durch
neue, von ihm selbtt auf höherc Beträge ausgestellt,
in die er diejenigen Holthaufen einsent,
die er heimlich den Abnehmern angewiesen haute.
Seine Unterschlagungen beziffert Ernt selbst auf
400 Mt.; in Wirklich kleit werden sie viel höher
sein. Graf Spretti macht eine Schadenseriag#=summe
von 12 000 Ml. geltend, Ernst besitzt
ein schuldenfreien Anwesen im Werte von 1500
Mark uno 10 400 Mark Privattapitlalien. In
der Verhandlung geständig, wurde Ernst zu 10
Monaten Cciangnis ab ? Menaten Unterf.
haft verurteilt.
Der erste Pfefferschieberprozeß.
Bamberg, 15. Mai. Der Großkaufmann
uno Gemeindebevollmächtigte Franz Deit in
Bamberg hatte sich vor dem Schsfsengericht wegen
Vergehens der übermäßigen Preissfkeigerung
zu verantworien. Er verlaufte im Februar 1017
an die Firma Sauermann in Kulmback 130 Pid.
emahlenen weißen Pfeffere um 18 Mk. das
Pfund, während ihm nach der Anklage der Geflehungspreis
für das Pfd. auf 1.50 Mk. gekom.
men sein soll. Der durch den Verkauf erzielte
übermähige (beminn bezifsert sich nach der Berecknung
des Staatsanwaltes auf 20.01 Mk.
Der Angeklagte brachte u. a. vor, der Firma
Sauermann habe er deshalb den Pseffer gegeben,
weil die genannte Firma Selbsterzeuger
jei und er dom Kettenhandel habe aus dem Weg?
gehen wollen. Wenn er geun#t bätte, oda#
Sauermann den Pfefser nickt für den eigenen
Bedarf verwende und oenselben wieder weit-rverlaufe,
hätte er sich unter keinen Umständen
auf das Gesch äft eingelassen. Daß Pseffer #½
den Gegenständen des Aglichen Bedarses gehöre,
habc er nicht gewus 1. Die Nah brungsmitleizenttelen
hätten sick nicht für Pessser interessiert, som
hätle er dorthin abgegeben. Auf Vorhalt bestrin
der Angellagte wiederholt, gewußt zu haben, daß
die Firma Sauermann mit dem Peser spelulative
Geschäfte getrieben hab2. Die beiden Sackverständigen,
Grofkaufmann Waeger und Agem:
Konrad Barlet (Bamberg hielten oen von dem
Angeklagten Aeiordernen Preis, nach der damaligen
Marltlage berechnet, für nicht zu
hoch (0. Wenn Veit die Konjunltur häfte ausnüten
wollen, so hätte er viel höhere Preiie erzielen
tennen, da selbst die Kommunalverbände
bie zu 22 Mark für das Pfund Pfeffer bezahl
hätten. Der Vertreier der Anklage, Amtsanwalt
Dr. Kast führte aus, daß der Beschuloigte ken
Pfeffer mit 8000 Prozenk Nutzen verkauft habe,
wenn man zu Gunsten des Angeklagten einen Ge
liehungspreis von 2 Mark für oas Psfund in
Anschlag bringe. Er beantragie, den Angellagten
eines Vergehens der übermäßigen Preisstei.
gerung für sckuldig zu erkennen lndo ihn umier
Ausschluß mildernder Umstände 5 5000 Ml.
Geloftrafe ev. 230 Tagen Gefängnie zu verurteilen.
Weiter beantragte er, das Urteil nach
erlangter Rechtslraft auf Kosten des Angellag
ten öffentlich belannt zu machen. Der Verteidiger,
Geheimrat DietBamberg) bestritt di
Anwenoborteil des Gesetzes gegen übermäsls
Preissleigerung, da Pfeffer kein Gegenstand 0°„
täglichen Bedarfes und auch kein Nahrungsmittel
sei, sondern lediglich ein Genu##mittel sei. Das
Gericht verurteilie den Angeklagten zu 3640 Ml.
ev. 243 Tagen Gefängnis, # 6v einen übermäßigen
Reingewinn von 14 Mk. pro Pfund
(1820 Mk., zugrunde legte. r Angeklagte
hätte sich als gewissenhaster Kaufmann sagen
müssen, das der von ihm geforderte Preis ein
übermäßig hoher sei. Das Geretz gegen übetmäwige
Preissleigerung bezwecke, daß die Ausnützung
der Kriegskonjunktur verhindert und
die Bedarfsgegenstände, wozu auch der Pfefser
gehöre, nicht zu spelnlativen Geichüsten rer,rudel
und in den Verkehr gebracht werden. Das G
setz habe gewollt, dah die noch vorhandenen 9.
ren dem Verbraucher zu angemessenen und nicht
zu Wuchermeessen abeben eu ollen.
Welterbericht fũr Dienstas, den e 15. Wal.
Lokale Gewitter und Strichregen. «
Unmmer 111
Die 4137
Schsiibrab--Ma WMütschalte- K. und K. ierreichilor
ill und bleibt während der Kiiegsteit
geschlossen.
Brauuenburg, 13. 5. 17.
kaspat Gapeiger.
Besitzer der Schlipfgrub-Alw#
Nachweieba 68 ver.
schiede#n
nazwelgbar d
WWL ullenb der
Kriegözeit erziell.
Wer verkansen oder verlanschen
will, wende ücch
vertrarensvoll an das
Immobliitoeasb###senn
Ed. Buchbetge
Göänen. #### 12/01.
Al#nnl, fen reel u.
venchwletzen
2364
Einfamilientrans
mit Gantchen in Nosenhem gigen
bar zu haufen gesuch.
Dreis und nähere Angaben erwünscht
unter 4015 an die
Exrpednion.
Eylderung.
Unwahere Aus jagen neg#n Frau Hell
bin ich mir nickt kewußt uno sehe daher
dem geriäillichen Entschcid gelne entgegen.
4122
Maria Knuchler.1.
*
——
Ilünchen.
1. Alle in den Jahren 1867 bis einschließlich 1991 sies in
Oberbayern, ARlederha#e## Schwahen und Neuburz sich aufken
bieber zum Nulitardienste noch nicht herangezogenen
#asbllurwpllichtigen Kerreich, od. ungarischer Staatsbürgerschaft
to bosmisch-Ber#ese#wlulschen Hrents in der
Evidenz der zweiten und dritten Reserven werden einer Je#erlichen
Musterung unterzogen.
Asmerisag. TMlufterungspflichtig find auch diejenigen, welche
bereits früher zum Landsturmoienste mit der Waffe geeig##
befunden, bei der Dedsentierung cder später aber als ucht—
geignet wieder beurlandt worden sind. ferner jene, die im
IUege der Superarbilrierung (z B. infolge einer im Krte
erlitenen Verwundung) vor dem 30. September 1916 ent.
weder als landsturmpflichtig beurlaubt dder entlassen wurden.
Herners sind musterungspflichtig: Alle in den Jahren 1867 bis
eins lettich 1893 Geborenen, die desbalb von den bisperigen
Musterungen ausgenommen w#ren, weilsie insolge eines früheren
Befundes wegen Gebrechens, die zu jedem Dienste untaug.
lich machen, entweder in der Stellungsliste Lelescht oder sonst
mit einem Kandsturmbefreiungszerusikat oder mit einem (Landfurm.)
Abschied beteilt wurden ob. auf ein solch. Dohument An
sptuch bauen, beiw. als Gagisten entlassen (in der Eoldenz
celöscht) worden sind.
Die Musterung findet statt in Mänchen im fädtischen Wehr
amt (Wingererstr. 68, lintes Seitengebaude) läglich ab 15 Tiai
bis 16 Jani 1917 mit Dusnahme der Sonn- und SHbertage.
um 8 Uhr vormittags. Die Mkusterungspflichugen. welche berits
(inen Anmeldebogen erhalten u. aus gefüllt dem k und k.
Generalkonsulate eingesandt haben, werden durch personliche
vorladungen zur UMlusterung einberufen.
Dlejenigen, welche noch Keinen Anmeldehogen erhallen,
resp. ausgefüllt und eingesandt baben, hußen zu
er-scheinen:
) Die in München Wohnhasten, deren Kamilienname beginnt
mit dem Suchted -
—
S
2
O.
A, B. C. am 15. Mail N. O. . .am 22. Mai
, E. I= .am 16. Mai Qu. R, S ..am2—3.M-n
C,H·.... aIn18·Mais-cl1—Sz....am24ma1
J. K .am 19. Mai T. U. V. . . . am 25 Mai
am 21. MailW, X. 2 .am 26 Mai
b) Die in Oberbayern wohnhalten; deren Samilienname beginnt
—— — — —
Klavierstunden, Franze siiche und
Itoliencher
Noterricht
wird gesucht. Csf u. G. 1131 and Er2
1123
Ein eiserner
ist zu verkaufen. Barber, Schmeedmeister.
Kolbe#moeor.
den Sunchstaben
z 8 D, E. am? 9 Mei R. S. Ssch 1 .. am 2. Jum
G, H . . . am 50. Mai W* , i
t,J.ic1·.«m,1n«xivwzsam4JW
M. N. O, p. Qu am 1. Jur.i
) Die in Schwahen und Aenburg und Alederbayern Wohnhaften,
deren Samilienname beginnt mit den Buchfiaben:
Eine bülzerne
Drehbank
xu kaafen gesucht. C/. u. D. 1128
an du Uon · ..
wird zu taufen EREEIIIIIIDÌ)
ealbersmenr, Beuckenstr. Nr. .
in got erhalterer
Rinderwagen
um ein Arbeiss-Hahrrad is zu
ueirlauien. Bcuckenstt ð.
A-C .. ... am 5 JunNNS. am 11. Jund
5—G6 ... am 6. Junis#ch—T .. am 12. Juni
1—MKK ... am 8. Juni U—z .. ... am 13. Juni
L. .. ... am 9. Juni
1. Die Mlusterungspflichligen mussen sich durch entsprechende
Dohumente (Reisepaß. Beftälig. der Aufenthaltsgemeinde, dann
Tauf- oder Geburtsschtin, beimatschein, Arbeils-(Dienstboten.
buch) ausweisen. Jedermamn hat zwei gleiche unensgesogene
Eh#teer##en. beizubringen. Eine Photographie muß auf
der #e von der Gemeindebehorde des Aufenthaltsorles
beglaubigt sein.
Die Fabrllosten für die Reise zur IUusterung hat jeder Musterungspfuchtige
aus Eigenem zu tragen. Wittellose erhalten
die Sahrtauslagen zur Musterung wie auch die Kosten der
Photographie in der Höhe des ortshblichen Preises nach erfolgter
IUlusterung vergütet, wenn sie ein von ihrer Aufenthaltsbehorde
bestätigtes Mittellosigheitszeugnis vorweisen.
6 Die in den änden der Musterungspflichtigen (joweit sie bei
der lebten Musterung nicht geeignet“ befunden wurden) beblätter
verlieren ihre Gültigkeit.
auft
gevrautau möbel
aller Art, Speicherkram usw.
—— F berg.
4#mnt Schlosseret und Srenglerel, nebst
schonem Wohnhaue i. Dorf Oberbayer
Rae uines Stodt wegen Tod's “
preitwert au verkuufen. Offert. unt.
O 3956 an die Exped.
N ite
in freier Lage Rofenheim, mit schönm
ursgnten. um 18000 Mark bei
5 — 600 Mké. r—. an verlausen.
Offert. und. A. 4105 an dir Gp#d.
Zu dieser Musterung haben auch alle in den Jahren 1892 bis
1899 geborenen: Landsturmpflichtigen. soferne sie die letzte
masterung versäumt haben, ebenfalls zu erscheinen.
Die Nistsefolgung der vorstehenden Anordnungen wird
nach den bestehenden Gesetzen Krenge bestraft.
München, am 7. Mai 1917.
———
gez. C. kauberg.
Stellv. Generallommando I. Bayer. Armee-Korps.
Bekanntmachung
Am 10. Mai 1917 ist ein Nachtrag zur Bekanntmachung
vom 1. März 1917 betreffend
Beschlaegnahme, Bestandserbek#ung und Euteignung von feeli-Ville
en u. ungebramten Geger tänden aus Allumininm
in Mraft getreten.
Die Belanntmachung ist öffentlich angeschlagen und lann
bei den K. Bezirksämtern und den Stadtmagistraten sowie bei
den Handels- und Handwerkskammern eingesehen werden.
München, den 9. Mai 1917.
Der Kommandierende General:
tauft seden Poßen zu höchhem vrn. von der Tann.
Achwakdrr, Mi "„
— Bekanutmachung.
#— Betreff: Ubgabe von Ceigwaren.
Ene Anzahl 41ç 6 Dusstag den 16. Mai bis einsch Freltag, den
sowie * 9
EW*
KRosen heimer Anzelger —
——-- --“''-'2
ungarischen. Generalkonsulatet
HPridwegentenstraße.
—
Zchwe'tzinger
Tofel- Sporgel!
frisch eingetroffen.
Fra#nz Gusen.
— —
Kudersem Harsnn##
zu verkaufen. 1150
A. Vaumgarkner,
Heiliggeisistr.. Graderer.
Pierdesleisch
wird morgen. Dienstag, von halb
8s Uhr an ausgebauen.
Jobann Maler
Kutdorffer #r. 5
Fall neues
Ensshera
Vu rausen. 412 Ramsner
F#wolferace
Vollgatter
650 mm n kausen gesuchl Ange#b.
an Ing. Grdr. SZpätb. München,
Mimt heoburgerser. 150 *2r13
Ein geb auckter
Barten-Brunger
mit Wasserbehätter dazu, zu kiusen
gesucht. Cs#. um. G. 41 4 an die Ex.
Jebejlausfraulobt
Diengtag,
Verkehr mit Seife.
Tie einschlägigen Aussuhrungeestimmungen vom 21. Juli
1910“ murden unterm 5. Mai 1917 vom Reichskanzler ergänzt
Wie solg:
1
15. Mai 10127
e#ir Arbeiler, bei denen infsolge der Einwirkung von
Schmierolersatz Errrankungen der Ham eintreten, dürfen je bis
zu zwei Zulanfeisenlarten fur den Being von K. A.-Seife aus
gegeben werden, sesern nicht die Arbeiter Betrieben angehoren,
denen der Kriegeansschuß fur pflanzliche und tierische Oele und
Fette nach näk#e#er Weifung des Neich-kanzlers Waschmittel
besonderd zuteilt:
2. Bei Algabe an die Verbraucher dürsen die Preise:
1#ei Kernseife und sonstiger Seife in schnittfesier Form, mil
Aurnalme von Feinieife, mit einem Gehalt an Fektsäure
von
#n? und mehr vom Hu# dert 3 Mk. für 1 Kilogramm,
! : ?„ vom Qunder: 230 Mk. für 1 Pilogramm,
*) 30 19 vom DHundert 5 Mk. foer 1 Kiogramm,
(1120 20 vom Ounoerl 3) Mk. für 1 Kilogramm,
)25 25 voin Hundert ? MX für 1 Kilogramm,
flunier 20 vom Dundert 1. fur 1 Kilogramm.
„ei Feinfeise, mit Ausnahme von K. A.-Seisc, einhlichlich
Padung 12 Mark fur 1 Kilogramm.
hei Schmierseifemit einem Gehalt an Fetliaure von
a#7) 38 und mehr vom Hundert 5.20 Mk. für 1 Kilogramm,
10 30 3 vom Hunder: 4.0 Mk. für 1 Kilogramm,
*7)02% 20 vom Lundert 3.25 Mk. für 1 Kilogramm,
(! 10 19 vom Hundert 1.00 Ml. fur 1 Kilogramm,
C) unter 10 vom Hundert 0.65 Mk. fur 1 Kilogramm
nicht überfteigen. Geringere Mengen sind enlsprechend dem
Mindergewichte geringer zu bereduen.
Die porstelend feügesetzten Preise sind Höchstpreise im
Sinne des Geiees, beireftend Höchüpreise.
3. Die Bestimmungen treten mii dem 190. Mai 1017 im
Kraft. *n
Rosenheim. den 12. Mai 1017.
Stadtmagiffrat.
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