Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

 

ummer  31.

Kosenhelz  Anzestten

Sonntag,  2.  Februar  1916%

 

Die  Teutschen  in  England.

London,  5.  Febr.  Im  Oberhaus  teilte  am
Mittwoch  Lord  Lucas  auf  eine  Anfrage  mit,
daß  die  Zahl  der  feindlichen  Fremden,  die  am
27.  Norvember  in  dem  Vereinigten  Königreich
intemiert  waren,  18  259  männliche  Personen
betrug,  die  eigentlichen  Kriegsgefangenen  ungereckhnet.
  Frauen  seien  überhaupt  nicht  interniert.
Jwischen  dem  27.  November  und  dem  1.
ruar  seien  1916  Personen  entlassen  worden.  (m#

Der  englische  Bergarbeiterstreik.

London,  5.  Febr.  Zwischen  dem  Erekutivausschuß
  der  Bergarbeitergenossenschaft  Großbritanniens
  und  den  Vertretern  der  Bergwerle
von  Vork#hfre  fand  eine  Versöhnungskonserenz
in  London  statt,  die  noch  nicht  abgeschlossen  ist,
die  aber,  wie  die  „Times“  sagen,  Aussicht  auf
eine  günstige  Wendung  gibt.  (3.)

Russischer  Schwindel.

Stodholm,  5.  Febr.  Die  in  Petersburg
erscheinende  Deilschrist  „Lietopis  Wojsny“  veröfsentlichte
  in  Nr.  14  folgende  zwes  Bilder:
„Ein  von  den  Deutschen  in  Polen  demoliertes
Landhaus“  und  „Nack  dem  Abzuge  der  Deutschen,“
  beide  Bilder  angeblich  von  einem  Maler
  Petrow  nach  der  Natur  gezeichnet  und
deutsche  Greueltaten  illustrierend.  Das  sehr  angesehene
  Blatt  „Kieuolfjanin“  vom  26.  Januar
stellte  fest.  daß  es  sich  um  eine  plumpe  Fälschung
  handelte.  Beide  Vilder  sind  in  der  zZeitschrift.
  „Lietopis  Sobytij“  schon  früher  erschienen,
  das  erste  am  1.  Januar  1906  mit  der
Unterschrift  „Die  Demolierung  eines  Landhauses
  durch  die  revolutionierenden  Bauern“,  das
zweite  Bild  am  14.  Jannar  1906  mit  der  Untersch
  rift,  Ddie  Vernichtung  der  Varrifsaden  in
Moslau“
Gegen  die  amerilanischen

Waffenlieferungen.

Budapest,  5.  Febr.  Nach  dem  „Az  Est“
überreichte  die  Liga  der  Newyorker  ungarischen
Arbeiter  dem  Präsidenten  Wilson  einen  Protest
gegen  die  Verletzung  der  Neutralität,  die  dadurch
  begangen  werde,  daß  in  zahlreichen  Fabriken
  für  die  Ententeländer  Kriegsausrüstungsgegenstände
  hergestellt  werden.  Die  ungarischen
Arbeiter  sind  somit  gemungen,  sich  gegen  das
Leben  der  eigenen  Zandsleute  zu  vergehen.  Der
Protest  schließt  mit  dem  Ersuchen,  auf  die  wahre
und  ehrliche  Einhaltung  der  Neutralität  strenge
bedacht  zu  sein.  (3)

·

hm  wesunhen  ##iensschnuntr.

Der  deutsche  Sieg  bei  Massiges.

Genf,  5.  Febr.  Die  Franzosen  hielten  bei
Massiges  den  seit  dem  22.  Dezember  von  ihnen
bejetzten,  nordwestlich  von  dem  Pachthof  Beauseiour
  gelegenen  Kalvarienhügel  mit  seinen
drei  Lnufgräben  für  uneinnehmbar.  Dort  fielen,
  dank  dem  beldenmütigen  Zufammenarbeiten
  aller  deunchen  Abteilungen,  die  von  dem
Gegner  sehr  schmer'lich  empfundene  und  von
der  französischen  Miür  sirärpresse.  richtig  eingeschätzte
  Entscheidung.  Die  Franzofen  versuchten,
aus  Besorgnis  ror  fräfti  ger  Ausnützung  der
deutschen  Vomeile,  ihre  Stellungen  zu  befesiigen.
  (J.)

In  Dünkirchen  und  Voulogne.

Kopenhagen,  5.  Febr.  Der  Kapitän  des
norwegicchen  Demwiere  „Diana“,  der  aus  Dünkirchen
  zuruckio  nm.  berichiet  von  großer  Nervosität
  in  Dul.  rin  In  den  12  Tagen,  die
das  Schiff  doit  vor  Anker  lag,  ist  Dunkirchen

fünfmal  von  Fllegern  bombardlert  worden.

Boulogne  steht  völlig  unter  englischer  Verwaltung.

  Ein  englisches  Posthaus  und  englische

Zenfjur  sind  eingerichtet.  Sonst  iil  die  Stadt

nur  noch  ein  großes  Hospital.  Seit  Milte  Januar

  kommen  große  englische  Traneporte  an.
4  ?  à2

der  Krieg  gegen  Englaud.

Ein  englischer  Truppentransportdampfer
  versenkt.  .

Lond—on,s-.Fe!-.r.Anscinenthkichte
der  englischen  Admiralität  über  den  Untergang
des  Dampfers  „Vnrunor“,  der  erst  jetzt  zur
Veröffentliche  ####g#  gelangl,  gebt  derror.  daß  der
Dampfer  als  Truppentrauepor#ichiff  in  Dienst
gestell:,  war.  Nit  ihm  sind  194  Unteroffüiere
und  Seesoldaren  untergegangen,  außerdem  noch
80  Matroten,  im  ganen  also  274  Mann.  (#).)

Die  Folge  der  Blocdierung.

Amsterdam,  5.  Febr.  „Courant“  meldet:
Infolge  der  Blockierung  stelllen  bls  heute  Mittag
  außer  der  White  Star  Line  noch  andere
37  Dampfschiffahrtsgesellschaften  den  Dampferverkehr

  ein.  (3.)
Versenkte  englische  Dampfer.
London,  5.  Febr.  Man  befürchtet,  daß

der  Dampfer  Borowmdale  aus  Sunderland,  unterwegs
  von  London  nach  Granville,  bei  St.
Malo  einem  Unterseeboot  zum  Opfer  gefallen
ist.  Auch  die  Dampfer  Sorata  und  Orconiasind
  überfällig.  (Z.)
Die  Teuerung  in  England.

Amsterdam,  5.  Febr.  Die  Teuerung  in
England  nimmt  ständig  zu.  Seit  Juli  stieg
der  Preis  des  Gefrierfleisches  um  28,  in  der
Provinz  um  32°½9°,  das  Brot  um  18,  in  der
Provinz  um  14%%  Fisch  um  51,  in  der  Provinz
um  312%0,  Jucker  um  69,  in  der  Provinz  um
6550,  Eier  um  62,  in  der  Provinz  um  65%,
Kartoffeln  um  11,  in  der  Provinz  um  220.

"  "
In  den  Bolonlen.
In  Kamerun.

Paris,  5.  Febr.  (Agence  Havas.)  Ein
Kabeltelegramm  des  Gouverneurs  von  Acquatorialafrila
  meldei:  Die  französischen  Truppen
haben  am  29.  Januar  den
des  Kadel,  der  in  den  Santa  jließt.
Kämpsen,  die  am  25.  und  28.  Januar  stattfanden,
  besetzt.  Dieser  Erfolg  sei  von  Bedeutung,
  weil  er  eine  Fortsetzung  der  Einschliessungsle
  egungen  (5)  gegen  die  deutschen  Streitkräfte
  in  Kamerun  bilde.  (Z.)

2

pom  öllichen  Krlepsichmylch.

(General  Paurussischer
Armeeführer.
Kopenhagedn,  5.  Febr.  General  Pau,  der
die  russischen  militärischen  Machtmittel  prüfen
und  die  zukünftigen  Aktionen  beraten  soll,  ist  in
Finnland  angekommen.  Nach  einer  Lesart  besteht
  die  Absicht,  den  General  persönlich  mit  der
Führung  einer  russischen  Armee  zu  betrauen.

Die  betrogenen  Russen.
Wien,  5.  Febr.  Der  Verichterstatter  der
„Reichspost"  in  Mlawa  meldet  aus  Gesprächen

Posten  Bertua.
in  Mittelkamerun,  am  Dunefluß,  einem  Zufluß
in  den

gen  bei  Jalobeny  und  Kirlibaba  Halt.

mit  Gefangenen,  daß  viele  von  der  Uebergabe
nur  zurückgehalten  würden  durch  die  Drohung,
unvermundete  Gesangene  würden  bei  ihrer  Rückkehr
  nach  Rußland  erschossen  werden.  Die  Bauern
  wurden  anfangs  durch  das  Versprechen  verlockt,
  daß  alles  eroberte  Land  unter  sie  verteilt
werden  solk.  Sie  sind  jetzt  längst  entläuscht.  Das
Vertrauen  zur  Führung  ist  geschwunden.  (3.)
Die  Not  in  Warschau.

Warschau,  5.  Febr.  Ueber  die  Not  in
Warschau  schreint  „Warschawsk  j  Dnewnik“  unter
  der  Ueberschrift  „Man  lann  nicht  warten“
solgendes:  Seit  drei  W.chen  belommen  das
Bürgerlomiler  und  der  Magistrat  von  Warschan
leine  Lebensmitlel  mehr.  Von  der  Station  S.)=londi
  Sawod  (Gouvrernement  Charkow)  sind
am  ersten  Oktober  einige  Waggon  Salz  abgeschidt
  worden,  die  in  Warschau  nach  82  Tagen
  eintrafen.  Solcke  langen  Transporte  sind
hier  leine  Seltenheit  mehr.  Das  Handelsministerium
  hat  sich  mit  dem  Eisenbahnministerium
in  Verbindung  gesetzt  und  es  wurde  beschlossen,
eine  ncue  provifsorische  Eisenbahn  zu  bauen.  In
Archangelsk  liegen  für  eine  Million  Lebensmittel,
  die  für  Warschau  besmmt  sind.  n
weiß  aber  absolut  nicht,  wann  die  Waren  in
Warschau  eintreffen  werden.  (H.)

Ein  russischer  Armeebefehl.

Berlin,  5.  Febr.  Folgender  Armeebefehl
des  russijchen  He#tkom  enahboerenden  gelangte
in  die  Hände  der  deutschen  Heeresleitung:
„Der  Höc  stlommandierende  lenkte  die  Aufmerl
samkeit  darauf,  daß  in  der  vergangenen  Kriegs
periode  einige  Korps  und  Divlsionen  eine  große
Menge  Geschüte  und  Maschinengewehre  ver
loren,  wobei  die  Höhe  der  Verluste  nicht  im
mer  der  Gefechtslage  entsprochen  hat.  Seine

Kaijerliche  Hoheit  befahl  aus  diesem  Grunde.

die  Kommandenre  der  Truppenteile  darauf  auf
merksam  zu  machen,  daß  es  notwendig  ist,  das
Kriegeomdsterdal  eiwas  mehr  zu  schonen  wegen
der  Sch  wierigteit  des  Ersatzes  und  weil  es  erwünscht
  jst,  daß  unsere  Gegner  durch  Zurück.
lassen  unserer  Geschüte  und  Maschinengewehre
bereichert  werden.  Gleichzeilig  besahl  Seine  Kai
erliche  Hoheit,  alle  Kommandeure,  welche  sid

einer  ungenügenden  Schonung  des  Geschutz-  um

Maschinengewehrmaterials  schuldig  machen,  in
Strafe  zu  nehmen.  gez.  Der  Kommandeur  der
II.  Armee:  General  d.  Kao.  Scheidemann.“

½  n

Bon  den  önerc.  Relegsschaopläe#.

Neue  Erfolge  in  den  Karpathen.  —
4000  Russen  gefangen.

WITB.  Wien,  5.  Febr.  Amtlich  wird  verlautbart:

  In  Pelen  und  Westgalizien  ist  die

Lage  unverändert.  Die  Angriffe,  die  die  Russen

in  den  Karpathen  stellenweise  täglich  wieder.

*

holen,  brechen  unter  den  schwersten  Verlusten

rusammen.  Im  Waldgebirge  schreiten  die  eigenen
  Angrisse  fort.

Die  russische  Offensive  war  in  der  Bukowina
bis  Mitte  Jänuar  in  das  oberste  Tal  der  Moldawa
  gelangt.  Dem  weiteren  Vordringen  der
hier  angesetzten  stärkeren  feindlichen  Kräfte  über
die  Karpathen  geboten  zunächst  unsere  Stellun-In

mehrtägigen  Angriffen  versuckte  der  Gegner  am
20.  Januar  den  Widerstand  der  die  Hauptübergaude
  deckenden  Truppen  zu  brechen.  Da  alle

Versuche,  unsere  Höhenstellungen  zu  stürmen,
scheiterten,  und  eigene  Truppen  selbst  zur  Osfenlive
  übergehend,  am  22.  Januar  Kirlibaba
dem  Gegner  entrissen,  zog  sich  der  Feind  an  den
folgenden  Tagen  mit  seinen  Hauptlräften  in
den  Richtungen  auf  Kimpolung  und  Moldawa
zurück,  wo  er  verblieb.  In  den  letzten  Tagen
haben  neue  Kämpfe  begonnen.

Umere  Truppen,  die  auch  hier  im  Ueberwinden
  der  durch  das  Terrain  und  die  Witterung
bedingten  großen  Schwierigkeiten  Hervorragendes
  leisten,  lind  in  das  Moldawatal  eingedrungen.
  Sie  warfen  den  dort  befindlichen  Gegner
zurück  und  nahmen  Jzwor,  den  Ort  Moldawa
und  Breaza  in  Besitz.  Die  Zahl  der  in  den
Karpathen  Gefangenen  erhöht  sich  um  weitere
1000

Wien,  5.  Febr.  Die  „Nowoje  Wremja“
schreibt:  Die  Tatsache,  daß  die  Verbündeten
in  den  Karpathen  ungeheure  Truppenmassen
versammeln,  verleiht  der  gegenwärtigen  militärischen
  Lage  ihre  Signatur.  Die  Verbündeten
seien  im  Vegriff  auf  einer  Kampffront  von
200  Kilometern,  rasche  und  bedrohliche  Bewegungen
  auszuführen,  die  um  so  ennstlicher  zu
nehmen  sind,  als  die  Verpflegung  und  der
Nachschub  der  Verbündeten  sich  auf  diesem  Gebiete
  durch  vier  Eisenbahnlinien  geregelt  werden
kann.  (3.)

Haag,  5.  Febr.  Die  „Times“  melden,  die
russische  Offensive  in  den  Karpathen  sei  vorläufig
  durch  das  Vorgehen  der  Oesterreicher,  die
durch  neu  hinzugekommene  Verstärkungen  unterstützt
  worden  seien,  volkkommen  eingedrückt  worden.
  Die  Russen  seien  über  die  Pässe  der  Mitlelkarpathen
  zurückgegangen.  Gegenwärtig  wüte
in  den  Besliden  noch  eine  große,  unentschiedene
Schlacht,  von  deren  Ausgang  vielleicht  die  Entscheidung
  über  die  Haltung  Rumäniens  abhängen
  werde.  (Z.)

Tarnow  von  den  Russen  aufgegeben.

Wien,  5.  Febr.  Der  Budapester  „W##Est“
meldet:  An  der  Nida  dauern  die  Artilleriekämpfe
und  beiderseitigen  Infanterievorstöße  sort.  Tarnow
  ist  wegen  Beschießung  durch  schwerste  öflerreichische
  Mörser  von  den  Russen  aufgegeben
worden,  sie  behaupten  nur  mehr  die  rückwärtigen
  Höhen.  Am  Dunajec  und  an  der  Biala
herrscht  erhöhte  Tätigkeit.  Das  Schwergewicht
der  Kämpfe  liegt  am  Duklapaß,  den  die  Russen
  mit  stärken  Kräften  vergeblich  zu  nehmen
trachten.  (Z.)

Die  Kämpfe  am  Duklapaß.

Budapest,  5.  Febr.  Die  Russen  haben  gestern
  und  vorgestern  angegriffen.  Sie  versuchten
  vergeblich,  mis  großen  Kräften  unser:  Dukla-Front
  zu  durchbrechen.  Unsere  Maschinengewehre
  richteten  in  den  feindlichen  Reihen  fürchterliche
  Verheerungen  an.  Vor  unseren  Schützen
gräben  liegen  hausenweise  Leichen.  Die  Verbündeten
  haben  östlich  von  Lupno  mehrere  wichtige
  Positionen  erobert,  ein  russisches  Bataillon
gefangen  genommen,  Kanonen  und  Maschinengewehre
  erbeutet.  Die  Russen  haben  Truppen
von  der  Przemysler  Belagerungsfront  herangezogen,
  um  in  den  Karpathen  zu  einem  Erfolge
  zu  gelangen.  (3.)

 

 

Das  Forthaus  im  Venfeloprund.

Detektiv-  Roman  von  J.  Eduard  TUflüger.

Waduc  verdote#.
Nechenbach  wollte  eine  iwe  andung  magen,

aber  Breitset  wert  winkte  ernst  a

„Sie  sind  von  der  Unschund,  der  jungen
Dan#  übem  engt,  lieber  Freund,  ich  sehe  es  an
Ibrem  Gesicht  und  Ihrem  VBenehmen,  ich  muß
Sie  aber  ersuchen,  hier  ni  icht  einzugreifen  und
meine  Kreise  nicht  zu  stören.  Wie  Sie  wissen,
sind  nicht  mehr  Sie  allein  bedroht,  sondern
auch  ich.“
„A#le
ganz  ruhig.
dem  Herzen,  tun
handeln  Sie  die  junge  Tame  als  das,
ist.  als  Tame  aus  der  guten  Gesellschaft.“

Mein  lieler  Rechenbach,  die  Dame  ist  für
mich  eine  Vererecherin  und  ich  kann  und  darf
keine  anderen  G#tsatze  walten  lassen,  als  die
der  Fall  erfordert.  Die  Dame  ist  das  Vermittelungsglied
  zwischen  der  menschlichen  Gesellschaft  und
einer  großen  zur  Vernichtung  jener-  gegründeten
Korporarion.  Ich  verstehe  und  achte  Ihre  Gefühle,
aber  ich  lann  nicht  anders  handeln  Und  ich  bitte
Sie,  jetzt  nicht  mehr  einingreifen.“

Tach  wandte  er  sich  an  Hertha:

Ich  will  Ihnen  genau  erklären,  was  alles
vorlicgi,  ich  will  Ihnen  schildern,  wie  weit  meine
Ermitielungen,  wie  weit  meine  Kouibi  nattonen
gehben  und  dann  die  Fragen  stellen,  die  Sie  mir
beannorten  können  oder  nicht,  Je  nachdem  Ihre

ich  sage  ja  gar  nichts,  ich  bin  ja
Nur  eine  einzige  Bilte  habe  ich  auf
Sie  mir  den  Gefallen  und  bewas
  sie

 

itren
wit  lurz  den  Fall  und  konstruieren  wir  daraus
dat  kriminal  or  dem  wir  stehen.

schr###e  Briese,  in  denen  ihm  sein  Tod  'angekündigt
  wird,  darüber  sind  wir  uns  volltommen
ar,  nachdem  wir  den  Schlüf'fel  zur  Geheimschrist
entdeckt  haben.  Ich  werde  überfailen,  in  meiner
Wohnung  wird  eingebrochen,  mein  Diener  wird
ermordet,  um  diese  geheimschristlichen  Briefe  unserer
Untersuchung  zu  entzieben.  Taraus  werde  ich  ab-Herusen!
  in  einer  besonrerrn  Mission  und  verhafte
kadaschda  Solowiew  in  dem  Angenblick,  als  sie
den  Tolch  zum  Mord  erhebt.  Aus  ihren  Papieren
entneme  ich,  daß  sie  in  intimster  Verbindung  mit
den  Feinden  Rechenbachs  sleht.  Ich  kenne  sogar
die  Gruppe,  es  ist  der  Anarchistenllub  „Morgenröte,
  der  bis  zu  dem  Zeirvunkt,  als  ich  ihn  entdeckie.
  in  Mannheim  tagte,  seiwem  aber  unbekannt
versogen  ist.  Nun  lege  ich  viesem  Klub  Morgenröte
  cine  Falle,  indem  ich  seinc  Tätigkeit  hierher
locke,  in  diese  Einsamkell,  in  Rief-  Oede,  wo  ich  in
der  Lage  bin,  ieden  —.  breit  Landes  m  überwachen.
  Und  Sie,  mein  Fräulein,  die  Sie  zuerst
vermitteist  eines  ganz  durchsichtigen  Ccups  die
Bekanntschaft  des  Herrn  Staatsanwaltes  gemacht
baben,  erscheinen  im  entscheidenden  Momemt  hier
auf  der  Vildslöche,  Sie  gewinnen  durch  Ihre
loketten  Künste.

Ein  mißbilligender  Blick  Rechenbachs  traf
Breitschwert  und  Hertha  machte  wine,  [Bewegung.

als  ob  sic  etwas  sagen  wollte,  a  in  Tränen--
  der  aus  ihren  schönen  Mger  rlir  '½*  hinderte
sie  am  Sprechen.  —  —

„Sie  gewinnen  durch  Ihre  koletten  Künste,
sagte  ch,  die  Liebe  unseres  Freundes,  verlassen
ihn  aber  eigentumticherweisen  ohne  das  Aittentat
haben.  Sie  sind  noch  unschuldsg.

den  Dolch  zum  Morde  bei
EHn  haben.  Sie  sind  auch  unschuldig,  —
in  ich  überzeugt.  an  dem  heim  hen  u  ,

wenngleich  Sie

 

 

ifti
Der  raiurch  Voblem  v  erhält  geheimder

  durch  das  bone  des  Imilhauses“  auf  wich

 

a#mesenuert  wu  de:  aber  Sieverden  in  dem  Augenblick
  verhafiel,  als  wirn  rbrageien  Schüyen
aus  der  Sour  sind.  1  „0  var  werden  Sie  verhaitet,
  weil  sich  veriidi  1  „KRuische  das  Gewehr
sindet,  mit  dem  derl  Serun  auf  mich  abgest  nert
worden  war.  G#  gibt  ie:  nn  Richler  in  Teulschland,
  der  Sie  nicht  dr  Vihilfse  schuleig  finden
würde,  und  ich  glanh-  i  «.r  mein  Freund  Rechennmüßie
  in  diese:  „all,  wenn  er  vor

Schranlen  stände,  cuf  versuchten  Menchelmord
Ppladieren.“

#mechte  eine  längere  Pause,  weil
.  riet  gesagt  hatte,  nun  erst  auf  die
Seele  des  Wiädchens  wirlen  lassen  wollte.  Dann
begann  er  wieder  von  neuem  und  seine  Stimme
hatte  etwas  Sircuges.

Ich  jrage  Sie  unn,  wollen  Sie  mir  Auskunse
  geben,  in  welcher  Verbindung  Sie  mil  der
Morddaude  stetzen?  Wollen  Sie  mir  die  Namen  und
Aufenthalts  r  der  Genossen  von  der  Morgenröte
  nennen?

Hertha  sehwieg.

Rechenbach  stürzte  auf  sie  zu.  saßte  ihre  gefesseien
  Hände  und  drückte  sie  leidenschaftlich  bewegt
  an  seine  Lippen

„Ich  bitte  dich,  Gertha,  reinige  dich  von  de
entehidnden  Verdacht,  „den  dieser  harte  Mann
gegen  dich  aussprichi.  Sage  ein  Wort,  du  siehst,
er  selbst  ist  von  deiner  Unschuld  übergengt,  ich  in
noch  weit  höherem  Maße,  ich  halte  dich  nichl  einmal
  der  Beihilse  an  diesem  Verbrechen.  schuldig.
Lessene  die  Lippen,  sage  ihm  alles,  befreie  mich

von  der  furhtbaren  Qual,  unter  bder  ich  leide.“

Sie  sab  ibn  mit  cinem  toilranriaen  Blick,  an
und  öffnete  nun  zum  al,  seitdem  das

Berhör  begonnen,  ihre  8  heh
„Ich  kamn  nicht,  Eabert,  ich  darf  es  nicht.

ein  furchtbarer  und  entsetzlicher  Eid  bindet  meine
Zunge.  Und  nicht  der  Eid  allein,  ich  bin  zum
Schweigen  verurteilt  durch  die  beluigsten  Bande  des

lutes.  Wenn  du  mich  wirllich  liebst,  so  mache
mir  meine  Hände  frei  und  gib  mir  den  Dolck
urück.  kann  nicht  leben,  ich  soll  dich  täuschen,
aa  vor  der  etwas  verschweigen,  vor  dem  ich  voch
kein  Geeimni  haben  kann  und  dennoch  muß  ich

Schweigen.  4

Lassen.  Sie,  bitte  Ihre  Gefühlsausbrüche,
meine  Gnädige,  fiel  ihr  jetzt  eiskalt  Breitschwert
ins  Wort,  „  sie  haben  für  uns  gar  kein  Interesse.
Wenn  Sie  nicht  antworten  wollen,  kann  ich  Sie
nicht  zwingen,  es  bleibt  mir  dann  nichts  weiter
übrig,  als  Sie  hier  zu  überwachen,  bis  ich  Sie  den
Hitern  de  des  Gesetzes  in  sicherem  Gewahrsam  übereben
  n.“
s  In  bichem  Augenblickr  wurde  die  Tür  aufgerissen
  und  ein  der  sein  Gesicht  durch
eine  schwarze  Teidenaazte  verhüllt  hatie,  trat  ein.

Mes  sprang  auf.

*—*  neue  aalnkemmlling  seine  rechte

##  I  öhe  und  richtete  eine  moderne
hee  eine  jener  Krwss  ar  sihberen  Wesserauf
  den  Kop  krlssener  lur  und  sa

„Die  bsse  Bewegung,  die  9  gegen  mich
machen,  zerschmettert  Ihren  Führer  den  Kopf.
bleiben  Sie  also  ganz  ruhig  und  hören  Sie

ꝗ
"  odt  wellte  en,  St  der
gemde  Mann  -  ihm  mit  drohender  Stimme  zu- 



—  —  —