Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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und  mit  Telegraphendraht  verbundenen  Obstbäumen  hergestellten
Verhau  gesichert,  in  dem  nur  einzelne  schmale  Lücken  den  Posten
und  Patrouillen  den  Durchgang  gestatteten.  Die  Straße  von
Saulny  nach  Metz  am  Eingange  des  Dorfes  war  durch  eine
mächtige  Barrikade  gesperrt,  und  außerdem  hatte  man  die  Stellen
zwischen  Vigneulles  und  Saulny,  wo  nicht  Obstgärten  und
Weinberge  das  Schußfeld  beeinträchtigten,  mit  Schützengräben
versehen.  So  hatte  man  alles  gethan  um  die  Stellung  gegen
einen  Angriff  zu  sichern,  und  gegen  einen  Ueberfall  waren  die
Vorkehrungen  wohl  auch  ganz  ausreichend,  wenn  nicht  Plappe—
ville  und  St.  Quentin  ein  Veto  einlegten.  Daß  ein  Durchbruchsversuch
  sich  übrigens  gerade  gegen  Saulny  richten  würde,
war  nicht  wohl  anzunehmen,  denn  das  steilansteigende  Terrain,
von  Weinbergen  besetzt  und  von  nur  wenigen,  engen  und  tief
eingeschnittenen  Wegen  durchzogen,  an  das  sich  das  dichte  und
und  unwegsame  Bois  de  Saulny  schloß,  bot  der  Bewegung
größerer  Heereskörper  zu  viel  Hindernisse.

Bei  Tage  wurden  die  Posten  über  die  eigentliche  Stellung
hinaus  vorgeschoben,  während  sie  bei  Nacht  hinter  den  Verhau
zurückgenommen,  und  statt  ihrer  viele  Patrouillen  ausgesandt
wurden.  Auf  dem  linken  Flügel  unserer  Stellung,  auf  der
Höhe  des  Berges,  befand  sich  ein  Observatorium,  von  dem  aus,
mittelst  eines  großen  Fernrohrs,  ein  Offizier  stets  den  Feind
beobachtete.  Man  konnte  von  dort  aus  das  ganze  Lager  über—
sehen,  auch  die  Stadt  Metz  selbst,  doch  wußte  auch  der  Feind
genau,  wo  unser  Observatorium  lag  und  sandte  von  Plappe—
ville  aus  zum  öftern  einige  Granaten  herüber,  besonders  wenn
sich  ein  Reiter  dort  blicken  ließ.  Infolge  dessen  waren  die
Feldwachen  strenge  angewiesen,  niemand,  wer  es  auch  sei,  zu
Pferde  nach  dem  Observatorium  passieren  zu  lassen.

Saulny  selbst  war  ein  allerliebster  Ort,  wahrscheinlich
bevorzugte  Sommerfrische  der  reichen  Metzer,  wenigstens  sprachen
dafür  einzelne  Villen  auf  den  Höhen.  Rings  umgeben  von
Weinbergen  und  Obstgärten  zeichnete  es  sich  durch  eine  Fülle
von  prächtigen  Weintrauben  und  Birnen  aus,  die  uns  und
unsern  Leuten  sehr  zu  statten  kamen.  Abgesehen  von  einiger
Unordnung  merkte  man  in  ihm  nicht  viel  von  den  Leiden  des
Krieges,  wenigstens  gab  es  keine  zerschossenen  Häuser  und  ver—