Num̃mer 81
Vonnerstqh, 6. April 1916
erstrecken sich auf 12 Wochen. Die Kavallerie
dient 18 Monate und übt 6 Wochen. Die Infanterie
ist mit dem 6. Milnimeter-Monmiichergewehr
M. 95 bewaffnet, die Feldartillerie
führt 7.5-Zentimeter-Kruppsche Rohrrücklaufgeschütze
mit Schutzschildern. Die holländische
Kriegsflotte setzt sich nach dem Stande von
1913 zusammen aus 85 Fahrzeugen, davon 16
Panzerschiffen, 462 Geschützen, 176 Lancierrohren
und 7178 Mann. Außzzerdem eristieren
13 Hilfsfahrzeuge. Die Festungen des Landes
sind durch das Gesetz von 1572) eit aufgelassen.
Die Festigkeit der nach O gerichteten
Hauptlinie, die 9 Meilen lange #- Reue holländische
Wasserlinie, beruht hauptsächlich auf
der für den Kriegsfall vorbereiteten Ueterschremmung.
Die große Lagerfestung des
Landes ist Anisterdehen die im Notfalle die
gesamte holländische Armee aufzunehmen vermag.
Küstenbefestigungen bestehen bei Helder,
der Einfahrt in die Zuidersee, am Zugang
nach Amsterdam, dem Eingange des Nordseelanals
und an der Maageinfahrt.
Jualien.
Oesterreichischer Fliegerangriff auf
cona.
WT7TB. Wien, 4. April. Amtlich uird gemeldet:
Die Besuche der italienischen Flieger
in Laibach, Adeloberg und Triest wurden am
B3. April nachmittags durch ein Geschmader von
10 Seeflugzeugen in Ancona erwidert, wo sie
Bahnhof, Gasometer., Werfte und Kasernenviertel
der Stadt mit rerheerendem Erfolge
bombardierten und mehrere Brände erzeugten.
Die Gegenangriffe zweier seindlicher Abwehrfugzeute
wurden mit Maschinengewehrfeuer
leicht abgewiesen. Im hefligen Feuer von drei
Abuehrbatterien wurde eines unserer Flugzeuge
durch zwei Schrapnellvolltreiser zur Landung
vor dem Hasen gezu ungen. Ein zweiles Flug
zeug, gefuhrt von Fliegermeister Molnar, ging
neben ihm nieder, übernahm die beiden Insassen,
vervollständigte die Zerstörung des getroffenen
Apparates, lonnte jedoch infolge einer
Beschädigung bei Seegang nicht wieder auffliegen.
Ein feindliches Torpedoboot und zwei
Fahrzeuge fuhren aus dem Hafen, um die beschädigten
Flugzeuge zu nehmen, murden jedoch
von einigen unserer Flugzeuge mit Maschinengemehr
und Bomben zum Rukzug gezwungen,
worauf es zwei Flugzeugen, geführt
vom, Seekadetten Vamos und Linienschiffsleutnant
Senta, gelang, alle vier Insassen zu bergen
und das havarierte Flugzeug zu verbrennen.
Diese Rettungsaktion vollzog sich unter
dem Maschinengewehrfeuer und den Bombenmürsen
von zwei italienischen Seeflugzeugen,
die nur 100 Meter darüber kreisten. Es sind
somit zwei Flugzeuge verloren gegangen, alle
ubrigen aber und alle Flieger unversehrt eingerükt.
k. u. k. Flottenkommando.
Das Ballennulernehmen.
Die Cholera auf Korfu.
Athen, 4. April. Nachrichten aus Korfu
zusolge ist nunmehr die Cholera, die unter den
Serben wütete, auch auf die Zioilberölkerung
der Insel übergegangen und hat bereits ihre
Opfer gesordert. Jedermann, der die Insel
verläht, wird einer fünftägigen Quarantäne
unterworfen. Die griechische Regierung hat
Aerzte und Arzneimittel nach Korfu entsandt.
Im Piräus sind Pockensälle tonstatiert worden.
Die griechischen Behörden haben eine Zwangsimpfung
angeordnet. (Z.)
Folliüsche Huscch.
Eegen die einheitlichen Postwertzeichen.
Im Steuerausschuß des Reichstages wandie
sich ein bayerischer Regierungsvertreter gegen
den Antrag auf Einführung einheitlicher Postwertzeichen.
Die bayerische Regierung hält den
gegenwärtigen Zeitpunkt für völlig ungeeignet
für die Aufgabe ihres Postreservatrechtes, zumal
noch zahlreiche andere Fragen damit im
Zusammenhang ständen, deren Lösung gegebenenfalls
auch notwendig sei. Die Aufgabe eines
Reservatrechtes würde die bayerische Bevölkerung
beunruhigen. Praktisch habe die Einheitlichkeit
der Postwertzeichen keine große Bedeutung.
Die vierte Kriegsanleihe.
Bis zum 4. April wurden bereits 5705 Millionen
Mark auf die vierte Kriegeanleihe eingezahlt.
Der Aufstand in China.
„Times“ erfahren aus Peling, daß die
Erkiene für Yuanschikai ungünstig verlaufen.
In Schantung kam es zu Unruhen. Andere
v J *“⅜( . s*s 1 V
"" % JI
s—e "m“
*#
I ". —
) * e
« -- « s,
- «.-7«-k--«s« ·- « .
G . .. - *—*x— % 4
“ 44% ,-Y
— ««.’
Zäs 4 * “ * * — t .
-«« - : -.7.-«z-o» ·, 2
*4 *r*- 5% „4 * I—
4 «
. :-HERR-Exz,
Js-»»sp,-»-J-«
I»
*
,
-„ *lv
— ** - . *
« s- .- — —— s ««,«k«»s
Fa---·qozs7--7'f-T·D——«: . “ — .
4 sNMni-ke — , , , 5—
n —
p- 6“w 6 * snN 5i 6 — " *—
1 Ö1 “ z —
Nicblamliich..
bie !47m im Osten. —es
- mail-lu- e dlellucꝶ-lin:: *
n
* “ 2 *
Prooinzen sind scheinbar noch loyal, aber es
ist sehr wahnscheinlich, daß sie im Geheimen
Mmunanschikai feindlich gesinnt sind und sich im
gegebenen Augenblicke auf die Seite der Gegner
schlagen werden. Eine kleine Truppenabteilung
an der Osigrenze von Buennan lief zu den Rebellen
über. Die Truppen in —zetschwan und
Muennan sind entweder untätig oder en rebellische
Haltung. Es herrscht im Allgemeinen
§ Gefühl, daß die Negigrung nicht mehr Herr
der Lage ist und daUb jetzt Alles von der Haltung
der Opposition abhängt. Das Aufgeben der monarchischen
Regierungsform befriedigte die Gegner
Yunanschikais nicht. Man hofft, daß er
einigen alten Freunden, die infolge der monarchistischen
Bemegung ihre Aemter niederlegten,
die nötigen Zugeständnisse machen wird. Tie
Opposition verlangt die sofortige Einberufung
des Parlaments und die Bildung einer konstitutionellen
Regierung.
Dee bewerichen Verineel#en.
Verlustliste Nr. 255.
1. Inf. Rgt. München. Rosenhuber Zeno,
Isen, leicht Verwundet Röllnreiter Sebastian,
Niclasreuth, gefallen; Bergschneider
Ampermoching, gefalien: ommer
Dürnbach, vermißt; Huber Peter, Wasserburg,
vermißt; Hogger I Joseph, Feldkirchen, vermißt;
Angerer Georg, Bamham, gefallen;
Daflmair Eramus, Singendach, gefallen; Jund
Joseph, Langenbruc, gefallen; Krug Grorg.
Mullach. gesallen.
Jus.-Rgt. Neu-Ulm. Erl Michoel, Steinnücn
schwer verwundet; Hörmann Johann,
NRandelsried, gefallen.
15. Inf.-Rgt. Neuburg a. J. Gefr. Ign
Westner, Unterratting, gefallen; Wiesmeier an
seph. Psetrai leicht verwundet.
20. Iuf.-Rgt. Lindau (Kempten). Reiter
Eduard, „Tittmoning, leicht verwundet; Partenhauser
Michael, Grassach, gefallen; Kugler Anton,
Kolbermoor, schwer verwundet.
Res.-Inf.-Rgt. Nr. 2. Schaupp Karl, Traunslein,
gefallen; Maier Joseph, Kirchdorf, leicht
vermunoet:; Niederlechner Andreas, Ossenzbausen
gesollen.
es. Inf.-Rgt. Nr. 3. Niederschweiberer
Franul Grafing, leicht verwundet; Angermann
Georg, Kriechbaum, gefallen; Göllner Ludwig,
Uniersiensdon, leicht verwundet.
Res.-Inf.-Rgt. Nr. 8. Gefr. Lorenz Kohwagner,
Törfl, leicht verwundet; Stallbauer
Franz, Bergham, leicht verwundet.
Res., Inf.-Rgt. Nr. 14. Essinger Johann,
Gars, durch Unfall leicht verlegzt.
Res. Inf.-Agt .Nr. 17. Seigner Lorenz, Neibertohoffen,
Fsallen Mayer Jakob, Stetten,
leicht verwunde
n Rgt. Nr. 1. Teininger
chael, Namsau, leicht perwundet; Ae
Leonhard, Geofterg fen, le vermundet;
Brig Johann, Lauter —7 bei
der Truppe
Landwehr- Jaf. „Rot. Nr. 2. G# 6
Westerndork, leicht verwundet 6# ½%
Landwehr-Inf.-Rgt. Nr. 12. Hinterbichler
Johann, Wirtbhausi gefallen.
aah Bat. zesasburg 8 I. Meier
artholomäus, en, infolge Krankheit gen
3— 6 g nlheit g
Re di Siat. Nr. 8. Hagenreiner Jor
Holzhausen, leicht verwundet, bei der
’“el- gt. München (Neu- Ulm). Renn-#cmio
Ludwi dusg, Harik baring ltich verwundet.
Juß-Art. Vizefeldwebel Joseph
Heder, m— Süne
Minenwerfer-Kompanie Nr. 208. Wimmer
Jseot Neukirchen, durch Unfall leicht verletzt.
1. Lendnehr Pionier omwanie 1. MK
Brunner Johann, Vierkirchen, schwer vermun.
det; Stamofl. Anton, Kirchdorf am Haunpold,
schwer verwundet.
Flieger-Adteilung 7. Paul
Piechl, Waakirchen, leicht
Armierungs.Bataillon ——“ 5. Unteroffizier
Georg Huber, Holzhausen, durch Unfall leicht
verletzt.
Weitere Verluste.
Schön Joseph, Inf., Bad Aibling, schwer
1. .
verrrunde
Die neuen Peftabsaten.
Berlin, 4. April. Der Steuerausschuß des
Reichstages trat heute in die Einzelberatungen
der Post= und Telegraphenabgaben- Vorlage
ein. Seit der letzten Sitzung haben mehrere
Vorbesprechungen der den bürgerlichen Parteien
Vgehoenden Ausschußmitglieder stattgefunden.
Dadurch ist eine vorläusige Einigung auf einer
neuen Grundlage erreicht worden. Diese Grundlagei
st in einem gemeinsamen Antrage niedergelegt
worden, wonach die Reichsabgaben betragen
sollen: für Briese: a) im Orts- und
Nachbarortsverkehr 3 Pfg., b) im sonstigen Verkehr
3 Pfg.; für Postkarten 3 Ag-: für Drucksachen
2 #'g. für Pakete bis 5 Kilogramm
und bis 75 Kilometer 5 Psg.; bie 5 Kilogramm
auf allen weiteren Entfernungen 10 Pfg., über
5 Kilogramm und bis 75 Kilometer 10 Peg.;
über 5 Kilogramm auf allen weiteren Entfernungen
20 Pfg.; für Telegramme pro Wort
2 Pig., mindestens jedoch 10 Dfg.; , Rohkpoii
briefe und Rohrpostlarten 5 P ür Anschlüsse
an ein Fernsprechnetz 10 rozent mehr.
Nebenanschlusse 10. Prozent mehr, Ferngespräche
aller Art 10 Prozent mehr: Postaustrag. Briefe,
Postanweisungen und Postscheckverkehr sollen abgabesrei
bleiben. Der Ertrag wird geschätzt
auf rund 190 Millionen Mark. Die Nationalliberalen
beantragen Abgabenfreiheit für Te-Vizefeldwebel
verwundet.
legramme und Telephonoerkehr, sowcit nachgewiesenermaßen
Pressemeldungen vorliegen.
Die Reichspostvemmaltung soricht sich gegen diese
Ausnahme aus unter Berufung auf die Verhältnisse
des Auslandes. Praktisch sei es auch
unmaglich telephonische Pressemeldungen einer
besonderen Behandlung und Gebührenberechnung
* unterdirhn. Ein bagyerischer Regie
rungspertreter wandte sich gegen den Antrag
aus Einführung einheitlicher Postwertzeichen. In
der Abstimmung wurde der gemeinsame Antrun
mit dem neuen Abgabentarif gegen die Stim
men der Sozialdemokraten angenommen und
der Rest des Gesetzes in erster Lesung erledig.
Von den Anträgen wurden folgende angenom
men: Der Antrag der Nationalliberalen und
der Fortschrittlichen Voltspart#i: „Die Aufs
hebung der Reichsabgaben hat späleslens nac-Ablauf
des ersten Etatsjahres nach Frieden
schluß zu erfolgen, wenn es der Reichslag ver
langt.“ Der Antrag der Fortschrittlichen Boll#-partei:
„Eine Befreiung der regierenden Fu: -
sten in den Staaten des Deutschen Reiches jo
wie der Gemahlinnen und Witwen dieier Fur
sten von der Reichsabgabe findet nicht statt.“
Der Antrag des Zentrums: „Von der Abgabe
bleiben frei Palete, die ausschliehzlich Zeitun
gen oder Duuckschriften enthalten, wenn die
Pakete an beiden Seilen zur Konwoolle offer
gelassen werden." Die Anträge der Nationai
liberalen: „Von den Reichsabgaben bleibeim
Telegraphenverkehr solche Nachrichlten und
Mitteilungen befreit, die als Pressemeldunge
ausdrücklich bezeichnet und nachgeuseen sind“
(einstimmig angenommen!, sowie Reich.
kanzler zu ersuchen, geeignete ru zu tut-.
um baldmoglich't die Einfuhrung eindeitliche:
Postmertzeichen fur das ganze Reich zu erreichen
(mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen!.
Umsatzstener stalt Dulltungsstener.
Nunmehr liegt im Steuerausschuß de
Reichstages ein Antrag Müller-Fulda (.X) vor.
der an Stelle der Quittungssteuer vom Warerumsatz
jeder Art eine Stempelabgade erhedr:
will. Der Entwur flautet:
* 1. Jeder Umsay (Verkauk, Lieserung) vo-Waren
irgendmelcher Art innerhalb des Deu
schen Reiches unterliegt einer Abgabe (Umsan
stempel). Die Abgabe i#t nach dem Wert der
bedungenen Leistung zu berechnen, gleichpiel, ol
sie durch Zahlung oder eine andere Gegen
leistung erfolgt.
§ 2. Alle Personen, welche sich mit dem Ver
klaufe, der Vermittlung des Verkaufes, oder de:r
Lieferung von Waren befassen, haben übrr die
in ihrem Betriebe itattiindenden Umsäne (Ver
laufe, Lieferungen ordnungsmäßig Bücher 3#
führen. ibren Geiamtumsatz am Schlusse eine.
jeden Kalendervierleljahres feitzustellen, und aufs
den vom Bundesrat vorgeschriebenen Vordrucken
innerhalb 30 Tagen zur Veriteuerung anzu
mielden. Für Betriebe. in welchen eine Buchführung
nicht gebrauchklich it insbesondere fur
solche, deren jährlicher Gesamtumsan 50100 Mk.
nicht übersteigt, kann der Bundeskat an Sitelle
der vorgeschriebenen buchmäßigen Fekstellung
eine Absetzung des Umlatzes anordnen. Für
triebe. deren Jahresumsag 50 00 Mk. nicht:
übersteigl. kann die Ammeldung zur Versleuerung
für ein volles Kalenderjahr gestauet werden.
3. Die Abgabe ist zu dem vorgeschriebener.
Zeitpunkt der Anmeldung fällig und zu letzter en
zu ennrichten.
4. Die Abgabe beträgt bei Umlgßen vor
Eegenständen aus edlem Metall. Edelsteinent
oder Perlen. somie in sonstigen Schmuck un
Lurusgegenständen 2 vom Tausend, von o#de
ren Waren 1 vom Tausend des Wenes der be
dungenen Leistung. Bruchteile vom Tausen..
werden fur ein volles Tausend berechn. #1. Befrei:
von der Adgabe tind 1) Umsäße in ungemunztem
Gold und Silber. 2, Un säne. die einer Abgade
auf Grund der Nummern 3# oder 11 des Stem.
were unterliegen.
5 Steuerpflichtige haben die vorgeschriebe
nen - (* 20 5 Jahre lang vom Schlusie
des Jahres ab. für welches die Abgade zu en!
richten in aufzubewahren und der Steuerbehörde
iederdeir auf Verlangen vorzulegen.
* Wer den Vorschristen des z 2 zuwider
veiberdee oder unrichtige Angaben macht, har
eine Gelostrafe verwirt:, welche dem 50/ faczer-Belrag
der bimerzogenen Abgabe gleichkommt.
Kann der Betrag der letzteren nicht sestgestelln
werden, so trin eine Gelditrafe von 151 30. Cu
Mark ein. Wer den Vorschriften des & 5 zuunderhandelt,
it mer einer Geldltrose bis zu
3000 Mk. zu bestraefn.
Geten die Wlloschiden.
ünchen. 1. April.
Junächst beschlietht das Plenum, gegenuber
den Beschlussen der Kammer der Reichsräl
zu den Etats der Ministerien des Imern, der
Justiz und der Finanzen, sowie zum Etat der
Berg., Hütten und Salzmerke an den Be
schlüssen der Kammer der Abgeordneten e#t
zuhalten, wonach ein funfprozenliger Pauschal
abstrich an den Besoldungssummen dieser Eta###
vorgenommen werden soll. Den Abänderungen.
die in der Kammer der Reichsräte an den An
trägen betr. Abgabe von Waldstreu vorgenom.