Dümmler — Dunin.
chaft mit seinem Bruder Tiberius 15 die
ätier und Noriker und unternahm 12—
9 v. Chr. Feldzüge in das anere von Germanien.
Nachdem er den Niederrhein und
die Zuidersee durch einen schiffbaren Kanal
(den sogen. Drususgraben) in Verbindung
gesetzt, fuhr er 12 zur Mündung der Ems
und diesen Fluß hinauf und lieferte den
Brukterern eine sücgreiche Schlacht. 11
drang er über den Rhein bis zur Weser
vor, entging aber nur durch seine Kühnheit
den Angriffen der sich rings erhebenden
Germanen. Damals legte er das Kastell
Aliso (wohl beidem heutigen Lippstadt)
an. Nachdem er 10 v. Chr. umfassende
Befestigungsarbeiten zwischen Main und
Taunus unternommen, zog er 9 bis zur
Elbe, soll aber dort durch die Erscheinung
einer Frau von übermenschlicher Größe,
welche ihm seinen Too voraussagte, zum
Rückzug bewogen worden sein. An der
Saale stürzte er mit dem Pferd, brach
sich ein Bein und starb noch, bevor er den
Rhein erreichte.
Dümmler, Ernst Ludwig, deutscher
Geschichtschreiber, geb. 2. Jan. 1830 zu
Berlin, studierte in Bonn und Berlin
Geschichte, wurde 1855 Privatdozent in
Halle und 1858 außerordentlicher, 1866
ordentlicher Professor der Geschichte daselbst.
Außer durch die Herausgabe mehrerer
mittelalterlichen Quellen hat er sich vornehmlich
durch seine ausgezeichnete -Geschichte
des ostfränkischen Reichse (1862—
1865, 2 Bde.) verdient gemacht.
Duncker, Maximilian Wolfgang,
deutscher Geschichtschreiber, geb. 1811 zu
Berlin, studierte in Vonn und Verlin,
ward wegen Teilnahme an der Burschenschaft
zu sechsjähriger Festungsstrafe verurteilt,
aber nach sechemonatlicher Haft
entlassen. 1830 wurde er Privatdozent der
Geschichte in Halle und 1842 außerordentlicher
Professor. Als Mitglied der deutschen
Nationalversammlung 1848 gehörte
er dem rechten Zentrum, im Erfurter
Volkshaus und 1849—51 im preußischen
Abgeordnetenhaus den Altliberalen an.
Lachem er einige Jahre in Tübingen als
rofessor gewirkt, wurde er 1859 als Geimer
Rat in das preußische Staatsminierium
berufen und 1861 mit dem Amt
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eines vortragenden Rats für Politik beim
Kronprinzen betraut, dann zum Generaldirektor
der Staatsarchive ernannt, aus
welchem Amt er 1874 ausschied. Unter
seinen Schriften sind besonders zu nennen:
„Geschichte des Altertums- (1852—
1857, Bd. 1—4; 4. Aufl. 1873 ff.) und
»Aus der Zeit Friedrichs d. Gr. und Friedrich
Wilhelms III. Abhandlungen zur
preußischen Geschichte (1876).
Dunin, Martin von, Erzbischof
von Gnesen und Posen, geb. 11. Nov.
1774, wurde im Collegium germanicum
zu Rom gebildet und 1831 zum Erzbischof
erwählt. Als wegen der gemischten Ehen
der Streit mit dem Erzbischof Droste r*
Vischering von Köln entstand, richtete D.
1837 an den Minister der geistlichen Angelegenheiten
und dann an den König die
Bitte, in seiner Diözese das päpstliche
Breve von 1830 über jenen Gegenstand
veröffentlichen zu dürfen, ward aber abgewiesen.
Im Januar 1838 bedrohte er
nun die Pfarrer seiner Erzdiözese mit
Amtsentsetzung, wenn sie eine gemischte
Ehe einsegnen würden, ohne vorher von
den Brautleuten das Versprechen erhalten
zu haben, daß ihre Kinder in der katholischen
Religion een werden sollten,
und ohne sich die Überzeugung verschafft
zu haben, daß der katholische Teil
der Hoffnung sei, den nichtkatholischen
zu seiner Kirche zurückzuführen. Es wurde
nun gegen den Erzbischof ein Kriminalprozeh
eingeleitet und D. vom Oberlandesgericht
in Posen zum Verlust seiner
Würden und zu sechs Monaten Festungsstrafe
verurteilt. Der König erließ ihm
die letztern unter der Bedingung daß er
ruhig in Berlin wohne, mit Beibehaltung
seines vollen Gehalts. D. ging zwar
darauf ein, begab sich aber 3. Okt. 1839
heimlich von Berlin nach Posen und trat
hier sogleich als Erzbischof auf. Von
neuem verhaftet, wurde er nach der Festung
Kolberg gebracht und erhielt erst von
Friedrich Wilhelm IV. die Erlaubnis zur
Rückkehr. Er wies nun in einem Hirtenbrief
seine Geistlichkeit an, von der Forderung
der üblichen Versprechungen bei
gemischten Ehen abzustehen. Er starb
schon 26. Dez. 1842.