Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1830. (7)

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g.  11.

Die  fünf  Bisthuͤmer  der  oberrheinischen  Kirchen-Provinz  sind  in  Gemaͤßheit  der
festgesetzten  Regel  gebildet,  daß  sich  die  Grenzen  der  Dioͤcesen  auf  die  Grenzen  der
Staaten,  fuͤr  welche  Bisthuͤmer  errichtet  sind,  erstrecken.

g.  12.

Eine  jede  Didzese  wird  in  Dekanats-Bezirke  eingetheilt,  deren  Umfang  so  viel
thunlich  mir  jenen  der  Staats-Verwaltungs-Bezirke  übereinstimmen  soll.

K.  13.

Die  Katholiken,  welche  seither  in  keinem,  oder  mit  einem  Geistlichen  anderer  Confession

  im  Pfarr-Verband  standen,  werden  einer  der  im  Bisthum  bestehenden  Pfarreien

zugetheilt.
&  14.

Die  bischöflichen  Stühle  in  der  Provinz,  so  wie  die  Stellen  der  Dombapitularen
werden  sämtlich  durch  die  nach  der  vorgeschriebenen  Form  vorzunehmende  Wahl  beseßt.
GC.  15.

Zum  Bischof  kann  nur  ein  Geistlicher  gewählt  werden,  welcher  ein  Deutscher  von
Geburt,  und  Staatsbürger  des  Staates,  worin  sich  der  erledigte  Bischofssitz  befinder,
oder  eines  der  Staaten  ist,  welche  sich  zu  dieser  Didcese  vereinigt  haben.  Rebst  den
vorgeschriebenen  canonischen  Eigenschaften  ist  erforderlich,  daß  derselbe  entweder  die
Seelsorge,  ein  akademisches  Lehramt  oder  sonst  eine  öffentliche  Stelle  mit  Werdienst
und  Auszeichnung  verwaltet  habe,  so  wie  auch  der  inländischen  Staats=  und  Kirchen-Verfassung,
  der  Gesetze  und  Einrichtungen  kundig  sey.

·  K.  16.

Der  Gewählte  hat  sich  alsbald  nach  der  Wahl  wegen  seiner  Bestäátigung  an  das
Oberhaupt  der  katholischen  Kirche  zu  wenden.  Vor  der  Consecration  legt  derselbe  in
der  Eigenschaft  als  Bischof  den  Eid  der  Treue  und  des  Gehorsams  in  die  Hände  des
Landesherrn  ab.

K  17.

Nach  erlangter  Consecration  tritt  der  Bischof  in  die  volle  Ausübung  der  mit  dem

Episcopat  verbundenen  Rechte  und  Pflichten,  und  die  Regierungen  werden  nicht  zugeben,
  daß  er  darin  gehindert  werde,  vielmehr  werden  sie  ihn  kräftig  dabei  schüßen.