Metadata : Württembergische Geschichtsquellen. Erster Band. (1)

332  Herman  Hoffman

Aber  unangesehen  solich  obgemelt  der  von  Rotemburg  schreiben
und  der  baurn  [115]  versamblung,  tagsatzung  und  begere  bat  ain
erbarer  rate  zu  Halle  ganz  niemanden  zum  tage  erwelt,  geschickt,
noch  verordnet,  sonder  es  ain  schrift,  so  man  ins  venster  pflegt  zu
stecken,  sein  lassen.

Burgermaister  und  rate  zu  Gemunde
Den  von  Schwäbischen  Halle.

Unser  freuntlich  uod  willig  dienst  berait  zuvor.  Ersamen
und  weysen,  besondern  lieben  und  guten  freunde!  Uff  heut  datum
ist  ain  bot  von  Ulme  bey  uns  ankommen  mit  anzaigung,  wie  das
er  von  den  stenden  mit  etlichen  brieven  an  ewer  erbar  weishait
lautende  abgevertigt  sey  worden,  und  als  er  gen  Spraitbach  abends
kommen,  sey  er  von  den  baurn  von  Schlechtbach,  so  im  wirtshause
gewesen,  miszhandelt,  die  brieve  genomen,  ime  doch  unaufbrochen
wider  zu  handen  gestelt,  und  als  er  morgens  gein  Schlechtbach
kommen,  baben  ine  die  bauren  daselbst  dermaszen  angetaszt,  das
er  sich  leybs  und  lebens  verwegen  het,  zuletst  wider  gelassen  und
mussen  die  brieve  wider  hinder  sich  tragen.  Dieselbigen  brieve
schicken  wir  ewer  erbarn  weisbait  hiemit  zue  und  haben  das  unserm
pundsrate  gen  Ulme  zu  wissen  gethon,  das  ewer  erbarn  weishait,
deren  wir  zu  freunt[116]lichen  diensten  genaigt  seyen,  nit  wollen
verhalten.

Datum  in  cyle  am  hailigen  pfingstag  [4.  Juni]  anno  ete,
funfundzwaynzigsten.

Denen  von  Ulme  warde  von  aim  erbarn  rate  zu  Halle  umb
bericht,  wes  sie  fur  strafe  gegen  iren  abgefallen  und  wider  gehuldigten
  bauren  furnemen,  geschriben,  und  daruff  antwort  gevolgt,
wie  hienach  beschriben:

Burgermaister  und  rate  zu  Ulme
Den  von  Schwäbischen  Halle.

Unser  freuntlich,  willig  dienst  zuvor.  Eirsamen  und  weysen,
lieben  freunde!  Wir  haben  ewer  weishait  schreiben,  mit  disem
poten  an  uns  gelangt,  mit  allem  ungeverlichem  inhalt  vernommen,
geben  derselben  ewer  lieb  daruff  freuntlicher  und  gar  guter  maynung
zu  versten,  das  herr  Jorg  truchsesz,  freyhberr,  oberster  veldhauptman
  etc.,  unser  gnediger  herr,  als  des  gnade  die  schlacht  vor
Leyphaim  und  dardurch  dieselb  unser  stat  mit  verleyhung  gotlicher
gnaden  widerumb  erobert,  die  unsern  zu  Leyphaim,  wie  ewer  weis-10



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