Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Hummer  60

Eßbe!  :,  152  Handtücher,  2  Wolldecken,  12
Slenrasnr  1  Pack  Zün  dhölzer,  232  Messerboschen-
  1  Flafa:  Kognal,  ein  Sack  Doörrodstl,

Sädchen  m  Dörrob#t.  Zucker  und  Gebäck.
*5  Hros  Quantum  Zucker  und  ein  grobes

Quanzum  Schweinefett.  Einen  Teil  dieser  Sachen
  beförderte  Herr  Zahntechniker  Held  auf
seiner  Autofahrt.  An  die  Sammelstelle  im
Stadtmagistrat  wurden  abgeliefert:  201  Hemden,
  37  Socken,  25  Paar  Fußlappen,  24  Betttücher,
  17  Paar  Unterhosen,  39  Taschentücher,
5  Kopflissen,  25  Bettüberzüge,  2  Strohsäcke,

0  Pfund  Charpier,  4000  Meter  Verband  und
8  großes  Quantum  frisches  Obst.  Für
die  Verwundeten  im  Kaiserdad  wurden  abgeliesert:
  232  Flaschen  Apfelsaft  und  ein  großes
Quantum  Obst.  Ferner  wurden  n  Beziriskommando
  zum  Versand  ins  Feld  eine  Partie
Handtücker,  Fußlappen.  Socken.  Seife  und

Dörrobst  übergeten.  Der  Hinterbliebenenfürsorge
  wurden  mehrere  Körbe  mit  Wäsche  und
Kleidern,  ferner  ein  großes  Quantum  Odt.  Gemüse
  und  Zucker  überwiesen.  Endlich  wurden
nock  an  Herrn  Lehrer  Weber  abgegeben:  9
Dutzend  Handtücker,  16  Paar  Unterhosen.  75
Jerhäne.  14  Taschentucker.  5  Paar  Socken,

Leibbinden,  6  Kemdben,  51  Paar  Fuhlappen,
;  Dutzend  Vruftoentel.  5  Pfund  Zucker,  ein
Quantum  Dörrobst  und  7  Flaschen  Tee  Essenz.
Die  Neuwahl  ergab  in  den  Reihen  der  Ausschunmitglieder
  keine  Aenderung;  alle  wurden
einstimmig  wiedergewählt.  Beschlosfen  wurde
auch,  bei  genügender  Beteiligung  eine  Kriegswallsahrt
  am  Osterdienstag  nach  Tunienhausen
zu  machen,  unter  Benützung  der  Bahn  für  die
Rüdsahrt.  Anmeldungen  werden  bei  der  Vorstel
  in,  Frau  Neff.  Innstraße  16  im  Laden,
erbeten.  Die  Generalkommunion  findet  wie  all-°
jährlich  am  Schmerzhaften  Freitag  ttatt.

Dieneuen  Brotkarten  haben  vom  kommenden
  Montag  ab  in  Rosenheim  Geltung.  Von
diesem  Tage  ab  wird  ohne  die  Marlen  aus  viesen
  Karten  kein  Brot  mehr  abgegeben.  Das
Wichtigste  über  die  neuen,  tief  einschneidenden
Beflimmungen  werden  wir  in  der  nächsten  Nummer
  reröffentlicken.  Die  Brotkarten  werden  den
einzelnen  Haushaltungen  durch  Realschüler  am
Samstag  zugsstellt.

Abergläubisches  Zeug  fliegt  zurzeit
wieder  verschiedenen  Familien  ins  Haus.  Ein
Postlartenwisch  soll  neunmal  abgesckieben  und
an  neun  neue  Adressen  geschicht  werden,  sonst
weicht  das  Glück.  Das  ist  ein  Unfug,  der  umso
schwerer  wiegt  in  der  jetzigen  Kriegszeit.  Die
Zeit,  welche  diese  Schreibereien  in  Anspruch  nehmen,
  und  dgs  Weld,  welches  die  Postkarten
losten,  lann  wahrlich  besser  verwendet  werden.
Deshalb  raten  wir  allen,  welche  mit  diesen  Zusendungen
  bedacht  werden,  die  Wische  in  den
Ofen  zu  werfen  und  sich  durch  dummen  Aberglauben
  nicht  betören  zu  lassen.

Der  Kampf  in  Amerika  um  die
Waffenlieferungen.

Vom  amerikanischen  Korrespondenten  der
„Augsburger  Postzeitung“.

—.

 

Unter  den  vielen  Fragen,  die  gegenwärtig
das  amerikanische  Volk  bewegen,  imt  ohne  Zweisel
  eine  der  wichtigsten  die  Frage:  Wie  wird
es  der  Bill  S.  6688  ergehen?  Di:  Frage  wird
derzeit  in  den  Familien,  in  der  Gesellschaft
und  in  der  Oeffentlichkeit  viel  besprochen,  sie  ist
von  hoher  Wicktigleit,  berührt  sie  ja  doch  unsere
  Christenp#ich  und  unsere  bürgerlichen  Aufgaben,
  sie  entschei#:  ob  die  amerilanische  Flagge
auch  fernerhin  das  Stombol  sein  soll  für  Freibeit
  und  Cerechtigkeit,  der  Eirlichleit  und  der
Friedensarbeit.  oder  ob  die  S.#ne  und  Streifen
  ersetzt  werden  sollen  dur.  eine  andere
Flagge,  „die  gelbe  Flagge,  die  Flarge  des
Mammons“  und  der  verächtlichsten  Heuchelei;
sie  entscheidet,  ob  wir  auch  fernerhin  als  selbsiändige
  Nation  florieren  oder  ob  wir,  abhängig
  von  Albion,  aller  höheren  Ideale  und
aller  Männlichkeit  bar,  uns  unsere  Prinzipien
von  einer  anderen  Macht  diktieren  lassen,  ob
Englands  Krämerscele  der  amerikanischen  Weltpolitik
  den  S:2empel  aufdrücken  darf.  Der  Leser
  wird  vor  allem  wissen  wollen,  was  denn
diese  Bill  die  Bill  6688  —  will.

Als  der  europäische  Krieg  letztes  Jahr  ausbrach,
  als  die  verschiedenen  Nationen  so  plötzlich
  ihre  Kriegsbeere  einander  entgegenwarfen,
da  erklärte  in  feierlichem  Tone  Präsident  Wilson
  die  Neutralität  der  Vereinigten  Staaten.
Kein  Mensch,  der  logisch  und  rechtlich  denken
kann,  hal  etwas  anderes  erwartet,  und  kein
Mensch,  der  jenes  Schriftstück  mit  Aufmertsamkeit
  las,  hat  an  dem  Ernst  und  an  der  Aufrichtigleit,
  an  der  Nützlichkeit  und  Zweckmäßigkeit
  jener  feierlichen  Erklärung  gezweifelt.  Was
wollte  das  amerikanische  Volk  anders,  als  wie
bisher  mit  allen  Völkern  in  Fried  und  Freundschaft
  leben?  Was  könnte  dem  amerikamschen
Volk  unter  den  Nationen  der  Welt  mehr  Respelt
  und  Ansehen,  mehr  Nutzen  und  bleibenden
  Gewinn  bringen,  als  die  strikteste  Neutralität,
  wie  sie  vom  Präsidenten  vrotlammert  worden
  war?  Was  könnte  auch  den  Bölkerkweg,
unter  dem  Amerika  selbst  so  schwer  und  bitter
leidet,  am  schnellsten  enden,  als  jenes  Verhalten,
das  der  Präsident  in  einer  zweiten  Proklamation

noch  näher  dar

–——————

Und  was  erleben  wir?  Plötzlich  werden  die
rerschiedenen  nfabtilen  mit  ungeheuren
Austrägen  überschwemmt.  Tausende  von  Arbeitern
  werden  frisch  angestellt,  Tag  und  Nacht
schnurren  die  Maschinen,  um  die  bestellten  Sälel
  und  Gewehre,  Kanonen  und  Patronen,  Sälel
  und  Geschirre  für  die  kriegsührenden  Nationen
  rechtzeilig  ferligzustellen  t  großer  Freude
wird  auf  die  Prosperität  hingedeutet,  die  durch
die  Millionenbestellungen  nun  eingesetzt  habe,
und  mit  christlichem  Wohlgefalien  wird  hingezeigt
  auf  die  paar  tausend  Arbeiter,  die  dadurch
der  jetzt  herrschenden  Arbeitslosigieit  entrissen
worden  seien.  Welch  ein  Segen,  dieser  Millionenregen!


Aber  die  Rechtuchdenkenden  fragen:  ist  das
auch  recht  und  einer  großen  und  mächtigen,  einer
  neutralen  sonveränen  Nation  auch  würdig?
Sind  unsere  geschäftlichen  Transaktionen  auch
in  Uebereinstimmung  mit  unserem  Rechtsgefühl,
mit  den  ethischen  Grundsätzen,  unseren  christlichen
Prinzipien,  mit  der  feierlich  prollamierten  Neutralität?
  Der  ffenhandel  und  Millionenerwerb
  soll  nach  Behauptung  amerikmnischer  Juristen
  legal  sein,  und  der  Präsident  hat  kein
Rechi,  dagegen  einzuschreiten.  Der  Buchstabe
tötet,  der  Geist  aber  belebt.  Jeder  Laie,  der
rechtlich  denlt,  muß  einsehen,  daß  Amerila  mit
seinen  bieserungen  nicht  neutral  ist,  den  Ehrenschild
  befleckt,  zur  Verlängerung  des  Krieges
beiträgt  und  die  allgemelne  Geschäftslosigkeit
im  Lande  fördert.  Was  nützt  es  Amczika,  wenn
Morgan  und  Konsorten,  Frick  und  Schwab  sich
bereichern,  während  Hunderttausende  frieren  und
nach  Brot  schreien?  Es  ist  eine  ungeheure  Heuchelei
  und  eine  Habgier  niedrigster  Art,  den
allmächtigen  Gott  um  Frieden  zu  bitten  und
gleichzeitig  zum  Verderben  unserer  Freunde.
die  uns  lein  Leid  getan  haben,  die  Wafsen
zu  schmieden.  Es  ist  Zeit.  daß  der  Waffenchacker
  endlich  aufhört,  daß  die  scheinbare  Prosperität,
  die  ja  nur  eine  Prosperität  der  Millionädre
  ist,  beseitigt  wird.  Wenn  die  bestehende
Gesesgebung  nicht  ausreicht,  so  ist  es  endlich
Zeit,  dem  Präsidenten  eine  Bill  an  Handen
zu  geben,  die  alle  Ausfuhr  von  Waffen  nach
kriegführenden  Ländern  verbietet,  und  das  ist
der  Zweck  der  Bill  6688.

Soviel  ist  sicher:  die  Bill  wird  in  beiden  Häusern
  einen  großen,  möchtigen  Kampf  entfachen.
bei  dem  die  beiden  Parteien  die  besien  Redner
üiellen  werden.  Diesem  gewaltigen  Ringen  darf.
lein  Deutschamerikaner  ausweichen.  Die  Pflicht
eines  jeden  ist,  für  wahre  Neutralität  dieses
Landes  einzutreten.  Unabhängigkeit  von  England
  muß  dringendst  gefordert  und  endlich  durchgesetzt
  werden.

Ter  Weltkrieg.

Letzte  Telegramme  bis  nachmittags  3  Uhr.

Die  Reiegslage.

WIB.  Großes  Hauptquartier,  den
19.  März,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

Jn  der  Champagne  scheiterten  wieder  zwei
franzosische  Teilangriffe  nordlich  von  Le  Mesnil
  und  nördlich  von  Beausejour.  Zwei  Offiziere
und  70  Franzosen  wurden  gefangen  genommen.
Nach  schweren  Verlusten  zog  sich  der  zurückgeschlagene
  Feind  in  unserem  erfolgreichen  Feuer
in  seine  Stellungen  zurück.

 

Südöstlich  von  Verdun  machten  die  Franzosen
  mehrere  Vorstöße.  In  der  Wocore-Ebene
wurden  sie  abgewiesen.  Am  Ostrande  der  Maashöhen
  wird  noch  gekämpft.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

Die  Lage  bei  Memel  ist  noch  nicht  geflärt.
Offenbar  find  serwache  russische  Abteilungen  in
Memel  eingedrungen.  Gegenmaßregeln  sind  getroffen.


Sämtliche  russische  Angrisse  zwischen  Pissek
und  Orzy#e  sowie  nordöstlich  und  westlich  Prasznysz
  wurden  abgeschlagen,  zum  Teil  unter  sehr
schweren  Verlusten  für  den  Feind.

Die  Verhältnisse  südlich  der  Weichsel  sind  unrerändert.


Oberste  Heeresleitung.
—
Zum  Ende  unserer  „Dresden“.

Rotterdam,  19.  März.  Der  deutsche
Kreuzer  „Dresden“  hatte  am  9.  März  die
Insel  Juan  Fernandez  angelaufen  und  die  Behörde
  gebeten,  dort  zwecks  Vornahme  einer  Reparatur
  acht  Tage  liegen  zu  dürfen.  Weil  das
Schiff  aber  augenscheinlich  nicht  beschädigt  war,
wurde  die  Genehmigung  verweigert,  und  es
mußte  wiederum  in  See  stechen,  wo  es  den  englischen

  Rreuzern  mcht  mehr  ent  konnte.
Nach  amtlicher  Meldung  wies  die  „Dresden“

 

einen  Maschinendefekt  auf  und  litt  an  Kohlen.
mangel.  (3.)

 

Ein  französischer  Fesselballon  über!

Straßburg.

Straßburg,  19.  März.  Ueber  Straturg
erschien  gestern  morgen  ein  angeblich  aus  Ponta.
  Monsfon  äbgekommener  französischer  Fesselballon,
  2  unweit  von  Strahburg  bereits  niedergegangen
  war.  Seine  Insassen  wurden  gesangen
  genommen.  Der  JFesselballon  riß  sich
erneut  los  und  wurde  über  Straßburg  beschossen
  und  von  zwei  deutschen  Fliegern  verfolgt.

 

Französische  Flieger  über  Kolmar.

Straßburg,  19.  März.  Französische  Flieer
  warfen  vorgestern  in  Kolmar  Bomben  ab
ie  Bomben  waren,  wie  der  gestrige  französische
  Tagesbericht  beweist,  für  die  Kaserne  bestimmt,
  trafen  jedoch  die  hökere  Mädchenschule
der  Rappoltsweiler  Schwestern  und  die  daneben
liegende  Knabenschule.  Mehrere  Zioilpersonen
wurden  verletzt.  (.3.

Engländer  auf  dem  elsässischen

Kriegsschauplatz.

Basel,  19.  März.  Englische  Offiziere  wurden
  bei  Pfetterhausen  beobachtet.  Man  ersieht
daraus,  daß  Engländer  zur  Unterstützung  der
Franzosen  auf  dem  oberelsässischen  Kriegsschauplatz
  eingetroffen  sind.  (3.)

Große  englische  Flieger  verluste.

London,  18.  März.  Wie  „Daily  News“
schreibt,  sind  seit  Ausbruch  des  Krieges  72  englische
  Flieger  getötet  und  110  englische  Flugzeuge
  vernichtet  worden.  (3.)

Ein  Kriegsarsenal  im  Flieger.

borbardement.

Berlin,  19.  März.  Auf  das  Kriegsarsenal
von  Funeß  warfen  zwei  deutsche  Flieger  Bomhen
  co,  deren  Wirkung  bisher  geheim  gehalten
wurde.  (3.

Die  Reste  der  Garibaldiner.

Mailand,  17.  März.  Peppino  Garibaldi
erllärte,  die  Hälfte  seiner  drei  Bataillone  habe
er  auf  dem  Schlachtfelde  und  durch  Krankheiten
verloren.  (3.)

Die  Kosten  des  Weltkrieges.

Amsterdam,  19.  März.  Ueber  die  Koslen
des  Welttrieges  hieit  Edgar  Crammond  in  London
  einen  Vortrag,  worin  er  die  gesamten
Kriegskosten  bis  zum  31.  Juli  1915  auf
9147  900  000  Pfd.  Sterl.  6  Milliarden
Mart)  errechnete.  Er  nimmt  für  die  Verbündeten
  4870  900  000  Pfd.,  für  Deutschland  und
Oesterreich-Ungarn  3277  1110  Pfd.  an.  Dabei
würden  entsallen  auf  Belgien  5261:  Millionen,
Rußland  1400  Millionen,  Frankreich  1686  Millionen,
  Großbritannien  1258  Millionen.
Deutschland  2775  Millionen  und  Oesterreich=  Un.
garn  1502  Millionen  Pfund.  ()).)  Einstweilen
  fehlt  für  diese  Ziffern  jede  Unterlage.
Selbstverständlich  prophezeite  der  Redner  auch,

daß  das  deutsche  Volk  lange  vor  Einbringung
der  Ernte  des  laufenden  Jahres  verhungern
werde,  was  zu  beweisen  augenscheinlich  der  Zweck
des  ganzen  Vortrages  war.

Die  russische  Wirtschaftskrise.

Petersburg,  19.  März.  In  der  Kohlenproduktion
  Rußlande  herrscht  große  Krise.  Der
Bedarf  des  Moskauer  Industriebezirkes  ist  mit
nur  670°27  gedeckt.  Die  Ausführung  der  Kriegsbesiellungen
  ist  daher  in  Frage  gestellt.  Die
Holzindustrie  beklagt  das  völlige  Darniederliegen
  des  Exportgeschäftes,  bessen  Umfang
früher  150  Millionen  Rubel  jätrlich  beirug.
In  Sibirien  greist  eine  Getreidefeuerung  um
sich.  Die  Preise  sind  in  14  Tagen  um  40%
gestiegen.  (3.)

Das  Eiend  in  Serbien.

Petersburg,  19.  März.  „Rieisch“  meldet
  aus  Nisch:  ###  Wu7d  Verhältnisse
Serbiens  sind  durch  den  Krieg  völlig  vernichtet.
Die  frühere  Aus  fuhr  und  Einfuhr  im  Werte  von
200  Millionen  Fr.  hörte  gänzlich  auf.  Es
herrscht  grohe  *  an  Mehl.  (3.)
Japanisches  Kriegsmaterial

für  Rußland.

Basel,  19.  März.  Nach  einem  Telegramm
aus  Tolio  hat  Rußland  Ende  Februar  von
Jopan  neun  Batterien  Feldgeschütze  japanischen
Fabrikates  bezogen  und  weitere  Bestellungen  gemacht.
  (3.)

Teuerungsunruhen  in  Italien.

Venedig,  13.  März.  Eine  vielhundertl5-pfige
  Menge  versuchte,  das  Nathaus  am  17.
März  zu  stürmen.  Es  kom  zu  einem  blutigen
Handgemenge.  Der  Ausbruch  des  Generalstreils
  wird  befürchtet.  Es  handelt  sich  um  Teuerungsunruhen.
  (3.)

Neue  türkische  Erfolge.

WITB.  Konstantinopel,  19.  März.  Dos
Hauptaquartier  melden:  Am  Donnerstag  vormittags
  11½  Uhr  eröffneten  14  feindliche  Panzerschisse
  das  Feuer  gegen  die  Dardanellenbatterien.
  Um  3  Uhr  nachmittags  zog  sich  ein  Teil
der  Panzerschiffe  aus  unserem  Feuer  zurücck,

 

Samstag,  20.  Arz  1915
8  Panzerschiffe  setzten  das  Bombardement  bis
5  Uhr  in  sehr  großen  Jwischenräumen  fort.
Außer  dem  französ.  Panzer  „Bouvet“  wurde
ein  feindliches  Torpedoboot  zum  Sinken  gebracht.
  Ein  englischee  Panzerschiff  vom  Irresistible.
  Typ  wurde  sampfunfähi)  gemacht  und
ein  anderes  vom  Cornwallis-Typ  beschädigl.
Sie  wurden  gezwunoel,  sich  aus  der  Kampflinie
zurückzuziehen.

·  ·

Norh  zwei  englische  Panzerkrenzer  von
den  Türken  in  den  Grund  gebohet.
WTB.  Konstantinopel,  19.  März.  Die

Agence  Milli  meldel:

 

Zwei  englische  Panzerlreuzer  vom  Typ  Irre- 



sistible  und  Afrika,  die  bereits  beschädigt  wor

 

den  waren,  sind  heute  Nacht  durch  das  Feuer

der  türlischen  Batteren  zum  Sinken  gebrackht
worden.

 

Pergnügungsanzeigee.

Auf  dem  Spielolan  des  Sladti-Kinematograph
  ist  Samstag,  Sonntag

und  Montag  der  mit  Spannung  erwariele  Z.
und  vorletzte  Detelliv.  Film  Sinart  Welbs  „Der
Mann  im  Keller".  Unerreicht  in  Handlung  und
spannendster  Darstellung  wird  auch  dieser  Film
volle  Anerkennung  sinden.  Weiter  gelangt  noch
ein  erstllassiges  Nebenprogramm,  darunter  interessante
  Aufnahmen  vom  Kriegeschauplaße,  zur
Vorführung.

Städt.  Arbellsamt  Rosenheim.

anden:  Männl.  Abtellung  6—113/  Uhr
vorm.,  2—6  Uhr  nachm.  Weidh  Abteflung—11
Uhr  vorm.,  2.—5  Uhr  nachmirtags.

Ofsene  Stellen:  Hier:  2  Fuhrknechte.
1  Stallschweizer,  1  Masckinenschlosser,  7  Konürultions=
  und  Buuschlosser,  1  Spengler,  1
Initallateur,  1  Pivatköchin.  Auswärts:  1
Stallschweizer,  2  Unterschweizer,  136  Feld
knechte,  4  Fuhrlueckhte,  10  Bauschlosser.  15
Saitler,  3  Gang,  2  Kreisfäger,  Schreiner,  1
Gangführer,  6  Metger,  8  Schneider,  2  Schul
macher,  Jimmerleute,  1  Schankburscke.  Haus- 



 

hurschen,  1  Dauzreeiit#  ca.  L  Erdardeiter,
24  Stal!.  L  FKeldr  s.
Mambeetchte.
München.  18.  März.  Der  Münchener

Schlachtviehmarkt  am  17.  März  haite
ein  Gesamt.  Angebol  von  7142  Schlachttieren
und  zwar:  137  Ocsen,  70  Bullen,  226  Kühe,

12  Jungrinder,  1693  Kälber,  4499  Schweine,

2211  Schafe  und  253  Lammer,  Kitze,  sowie
Spanferkel.  Aus  Lebend-Zufuhren  geschlachter
zum  Marlt  gebracht  wurden  neu  628  Schweine,
12  Schafe  und  (69  Lämmer  ufw.,  zusammen
*89  Stück.  Am  mähig  beschickten  Großviehmarkt
waren  an  barerischem  Vieh  nur  32  Ochsen  und
13  Kühe  guter  Qualität.  Etwa  80)  Stück  des
Gesamt-Vorrates,  isbesondere  Kühe  und  Jungbieh,

  waren  mindere,  alle  übrigen  Tiere  mittlere

  Ware.  Der  Handel  gestaltele  sich  anfangs
hiemlich  schleppend,  weil  insbesondere  bei  den
Bullen  und  Kühen  die  Preise  neuerlich  steigende
Richlung  zeigten.  Später,  als  sich  die  Preise
wieder  auf  der  Höhe  des  Montagemarkles  bewegten,

  entwickellen  sich  die  Geschäfte  etwas
besser.  In  der  Hauptsache  galt  je  nach  Beschafsenheit

  der  zentner  Lebendgewicht:  Ochsen  48
lis  65  Mark,  sonstige  Inlandsochsen  56  bis  63
Mark,  Bullen  38  bis  50  Mart,  Küũhe,  sowie
Kalbinnen  25  bis  52  Mark  und  Jungvieh
24  bis  37  Marl.  Der  Kälbermarlt  hatte  gute
Zufuhr.  Etwa  4/01  Stück  waren  gulte,  800
Stück  milllere  und  der  Rest  mindere  Ware.  Bei
hiemlich  ruhig  einietzender  Nachfrage  mußten
schon  ab  Marltbeginn  die  Preise  um  2  Murk,  im
weileren.  Verlause  in  mittleren,  inebesondere
minderen  Qualilät#n  allmählich  bis  zu  6  Mark
der  Zentner  ermehigt  werden.  Je  nach  Beschafsenheit
  nolierten  lebende  Tiere  46  bis  62  Mark,
geschlachtete  56  bis  72  Mark  der  Zemtner.  Der
Schweinemarkt  hatle  für  einen  Wochen-Hauptmartt
  besseres  Millel-Angebot.  Etwa  300  Stück
des  Vorrates  waren  Fetischweine,  1600  Stück
mittelschwere,  alle  üorigen,  lleine  unter  120  Pfd.
Lebendgewicht  shwere  Tiere.  Unter  letzteren
waren  auch  etwa  600  Stück  schlachtunreife  Ware,
sogar  unter  50  Pfund.  Bei  sehr  schleppendem
Geschäftsgang  wurde  anfangs  zu  unveränderten,
später  insbesondere  in  mitileren  Qualitäten  weiter
  nachgebenden  Preisen  gehandelt.  In  der
Hauptsoche  galten  lebende  Tiere  58  bis  68  Mk.,

geschlachtete  60  bis  82  Mk.  Beste  Ware  erzielte
  lebend  bis  zu  72  Mk.,  geschlte“  #is
zu  84  Mk.  der  Zentner.

 

Wetlerbericht  für  Samstag,  den  20.  März.
Weiterhin  unbeständig,  zeitweise  Regen.