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Tage lang kein Dorf und kein Haus. Oft waren wir außer den
Raben, die wie ein schwarzes Gewölk auf dem blassen Gefllde lagen,
die einzigen lebenden Wesen in der weiten weißen flimmernden
Steppe.
Und so langsam kamen wir vorwärts! Wir brochen dahin
wie in tiefer Ermattung. Manches Mal hätten wir den Weg verloren,
wäre er für uns nicht bezeichnet gewesen durch deutsche Soldaten,
die erschöpft zusammengebrochen waren, die wir erquichten
und aufluden. So wurde uns die Richtung gewiesen — weit und
weiter in das weiße Land hinein, neuen Schlachten, neuem Entsetzen
zu.
Eines Tages geschah es, daß wir und auf der weiten weißen
Fläche wirklich verirrten. Ein starker Schneefall, der in einen
Schneesturm ausartete, war schuld daran. Längst hatten wir den
Weg verloren und irrten nun weglos umher. Weiße Aebel stiegen
auf, die der Sturm bald auseinanderriß, bald zusammenballte. Sie
wurden dicht und dichter, hüllten uns ein wie eine himmelhohe
weiße Mauer. Es schien kein Ausweg, kein Entrinnen. Dann
wurde es Nacht, eine bleiche, gespenstische Mondnacht, darin die
vom Sturm gesagten Aebel Geisterkolonnen glichen, die uns den
Weg weisen wollten. Es war eine erstarrende Kälte. —
Endlich ein Haus! Endlich ein Mensch! Die Bewohner des
einsamen Hauses schliefen — wenn sie nicht entflohen waren. Dieser
Gedanke kam uns erst, als wir vor dem Hause anhielten und
daraufzueilten. Es war verschlossen. Wir pochten, lärmten. Endlich
Stimmen. Also wirklich lebende Wesen! Endlich würden wir
auf den rechten Weg kommen.
Unser Klopfen und Rufen wechte ein altes Ehepaar. Die
beiden schienen uralt zu sein. So ehrwürdig standen sie vor uns
in dem bleichen Mondlicht, von dem rötlichen Glanz unserer Laterne
bestrahlt. Der Mann war ein Wegarbelter. Also wußte er
gut Bescheld.
„Wir sind verirrt. Wo ist der Weg? Weist uns zurecht!
Führt uns!“
„Ich weise den Weg nicht.“
„So wißt Ihr nicht Bescheld?“
„Bescheid weiß ich. Aber den Weg weise ich euch nicht. Ihr
seid Feinde.“
„ôAehmt Vernunft an, alter Mann!“
Er nahm keine Vernunft an. Wir waren Prussiens, und die
Prussiens waren Frankreichs Feinde. Er konnte für Frankreich