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den irgendwo für den Reichstag bestimmte, gemeinsame Forderungen
formuliert. Im grolsen und ganzen hat sich unter den
deutschen Reichsständen eine scharfe Scheidung in kirchlich-politische
Parteien noch nicht vollzogen.
Das aber war auf der einen Seite — indem die Zersplitterung
nunmehr noch gröfser erscheinen mulste, als wenn eine solche bestimmte
Gruppierung für oder wider Luther bereits stattgefunden
hätte — für die Aussichten auf Erhaltung oder Wiederherstellung
der kirchlichen Einheit in der Nation nicht günstig. Allein andererseits
war doch auch wieder unter diesen Umständen eine Annäherung
zwischen den einzelnen Reichsgliedern — zumal auf Grundlage
der fast überall verbreiteten Erkenntnis, dafs der bestehende
Zustand in Kirche und Staat in hohem Mafse reformbedürftig sei,
sowie überhaupt unter dem Einflusse der unklaren, chaotischen
Verhältnisse im Reiche, die seit langem schon einer Klärung und Entwirrung
entgegendrängten, — eher denkbar, als wenn die vorhandenen
Gegensätze sich als Parteisymbole bereits fixiert gehabt
haben würden. Man sieht: entschieden war noch nichts; noch
kam alles auf die fernere Entwicklung der Dinge im Reiche an,
zunächst also und vor allem auf den Verlauf und das Ergebnis des
Reichstages, an dessen Darstellung wir nunmehr herantreten.