Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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S.  5.

Nach  diesem  Kriege  fuhr  Ludwig  fort,  gute  Anstalten  zum  Aufschwung
  seines  Landes  zu  treffen.  Er  züchtigte  die  unbändigen  Ritter,
die  Straße  nraub  übten,  und  stellte  Sicherheit  im  Lande  ber.  —
Unvergeßliches  Verdlenst  und  ewigen  Dank  erwarb  sich  aber  Ludwig
  durch  die  Stiftung  der  hohen  Schule  in  Ingolstadt,  wozu
ihm  sein  Kanzler  Martin  Maier,  nach  dem  Beispiele  der  Schule
zu  Wien,  den  Plan  vorlegte.  Sie  wurde  1472  feierlich  eröffnet.
Pbilosopben  und  Theologen  lebten  mit  ihren  Lehrern  in  gemeinsamen
  Herbergen,  Bursen  genannt.  Durch  diese  bohe  Schule  trat
das  Heiligthum  der  Wissenschafe  allmählig  aus  der  Klosterzelle  in'G
Leven  ein.  —  Dazu  teug  das  in  Italien  ersundene  Papier,  die  Erfindung
  der  Buchdruckerkunst  in  Deutschland  (1440)  nicht  wenig  bei.
Diese  Erfindung,  die  Vertreibung  gelehrter  Griechen  aus  dem  durch
die  Türken  1455  eroberten  Constantinopel,  dann  die  Entdeckung
von  Amerika  durch  Christoph  Kolumbus  1402  so  wie  die  schon  früber
  gemachte  Erfindung  des  Pulvers  gaben  der  Welk  eine  neue
Gestalt,  und  wirkten  auch  folgereich  auf  Bayern  ein.  Bayern
hatte  in  dleser  Zeit  manchen  gelehrten  Mann  und  wir  besitzen  aus
dieser  manches  Werk:  Schriften  vom  sternkundigen  Johannes  Engel
  von  nNichach,  vom  Arzte  Ortolf  Megdenberger,  vom  Abte  Ungelikus
  Rumpler  zu  Formbach;  Geschichtbücher  von  Burkhard  Zink
aus  Memmingen,  vom  Priester  Veit  Arnpekh  von  Landshut,  vom
Ritter  Hans  Ebran  von  Wildenberg,  und  von  andern.

.  4.

Eben  so  eifrig,  wie  Ludwig,  wiekte  für  das  Glück  seines
Landes  Albrecht  III.  in  München.  Er  ist's,  der  sich  als  Jüngling
  mit  Agnes  Bernauer  von  Augsburg  heimlich  vermählte,  welche
aber  sein  Bater  Ernst  zu  Straubing  in  die  Donau  stürzen  ließ,
1450.  Ein  Jahr  darnach  vermählte  er  sich  auf  des  Vaters  Geheiß
  mit  Anng  von  Braunschweig.  Er  wies  die  Krone  von  Böhmen
  zurück,  und  sorgte  väterlich  für  sein  Land,  1430.  Er  gab
die  schönsten  Verordnungen  nicht  blos  für  Rechtspflege  und  Verwaltung,
  sondern  auch  für  bürgerliche  Zucht  und  Ehrbarkeit,  so  wie
über  Einführung  gleichen  Maaßes  und  Gewichtes,  über  Zoll  und
Markt  und  gegen  jüdischen  Wucher.  Den  Rittern,  die  den  Land-