Full text : Badischer Heimatdienst im Weltkrieg.

B.
Durchführung.

J.

jedem  Amtsbezirk  treten  die  maßgebenden  Perkeiten
  zu  einem  Ausschuß  zusammen.

II.

Dieser  Ausschuß  berät  und  beschließt,  was  zur  Volksaufklärung
  in  Stadt  und  Land  geschehen  soll.

III.

sönli

Der  Ausschuß  stellt  einen  Geschäftsplan  für  die

Wintermonate  auf,  der  bestimmt:

a)  wann  und  wie  in  den  einzelnen  Orten  vorgegangen
werden  soll  und
b)  wer  die  Aufklärung  in  den  einzelnen  Orten  übernimmt.

.
Dabei  sollen  in  erster  Reihe  die  maßgebenden  Persönlichkeiten
  der  einzelnen  Orte,  Bürgermeister,  Geistliche,

Lehrer  und  andere  angesehene  Personen  männlichen  und
weiblichen  Geschlechts  in  Betracht  kommen:

a)  sowohl  als  Redner,
b)  als  auch  bei  der  Bestimmung,  wer  etwa  von  auswärts
als  Redner  beigezogen  werden  soll,
c)  in  der  äußerst  wichtigen  Einwirkung  von  Person  auf
Person.
V.
Auswärtige  Redner  werden  auf  dem  Land  da  und

dort  nützlich  wirken  können,  weil  sie  in  der  Lage  sind,
dem  Landvolk  zu  sagen;  wie  es  mit  der  Ernährung  der

Masse  in  den  Städten  tatsächlich  bestellt  ist.
VI.

Für  die  Aufklärung  dienen  die  nachfolgenden  Richtlinien.


C.
Richtlinien.

Der  Sinn  des  Krieges.

Der  Krieg  ist  Deutschland  aufgezwungen  worden.

Er  ist  nicht  durch  Deutschland  verschuldet.

Es  ist  der  Aufstieg  Deutschlands,  der  ihn  verursacht
  hat.

Dieser  Aufstieg  ist  Deutschlands  gutes  Recht.

Er  verletzte  aber  fremde  Interessen.

Deutschland  entriß  Frankreich,  als  dieses  es  grundlos
  angriff,  die  früher  geraubten  Provinzen  Elsaß  und
Lothringen.  Frankreich  erstrebte  deren  Wiedergewinnung.


während  Rußland  den

Deutschland  Herband  sich  mit  Österkeich-Ungern  und
der  Türkei  und  sicherte  den  Fortbestand  dieser  Staaten,
Zerfall  beider  Länder  erstrebte,
um  die  Beherrschung  2#3  Slaventums,  Kleinasien  und
Konstantinopel  zu  erlangen.

Deutschlands  Industrie  und  Handel  wuchsen  mächtig
heran  und  störten  durch  den  Wettbewerb  auf  dem  Auslandsmarkt
  die  anderen  Mächte,  vor  allem  England,  in
ihrem  bisherigen  Besitz,  bedrängten  und  verdrängten  sie,
zwangen  insbesondere  England  zu  unerwünschter  vermehrter
  Anstrengung.  England  mußte  getreu  seiner
jahrhundertelangen  Politik  die  gewaltsame  Vernichtung
oder  doch  Zurückdrängung  des  unbequemen  Wettbewerbs
ins  Auge  fassen,  sah  dieses  Ziel  aber  gefährdet  durch  das
Anwachsen  der  deutschen  Rotte.

Daraus  ergab  sich  ein  Ziel,  das  zunächst  unsere
Hauptfeinde  zum  Kampf  gegen  Deutschland  zusammenschloß.


Frankreich  will  Elsaß-Lothrin

Rußland  will  Konstantino  Beberrschung  der
österreichisch-ungarischen  Slaven  und  Kleinasien.

England  will  Zerstörung  der  deutschen  Flotte,  Beseitigung
  des  deutschen  Wettbewerbs  und  unsere  im  Frieden
  erworbenen  Kolonien,  deren  es  zur  Ausbreitung
seines  Weltreichs  in  Afriba  bedarf.

Anlaß  zum  Kriege  gab  die  Ermordung  des  österreichtsch-ungarischen
  Thronfolgerpoares  unter  Mitwissen
und  Mitschuld  der  serbischen  Regierung  und  das  Ultimatum

  Osterreich-Ungarns  an  Serbien,  dem  Serbien  auf

Veranlassung  Rußlands  nicht  entsprach.

Das  Ziel  des  Krieges  ist  für  unsere  Feinde  neben
Teilung  Österreich-Ungarns  und  der  Türkel  die  Vernichtung
  Deutschlands  als  Groß-  und  Weltmacht.

Der  Kampf  geht  um  unser  Dasein,  um  die  Gegenwart

  und  Zukunft  unseres  Volkes.  Verteidigungskrieg
schließt  Eroberung  und  Festhaltung  des  Eroberten  nicht

aus,  soweit  es  zu  unserer  künftigen  Sicherung  erforderlich

  ist.
II.
Der  Stand  unserer  Sache  im  Feld.

a)  Die  militärische  Lage  ist  für  Deutschland  und  seine
Bundesgenossen  durchaus  günstig.

1.  Der  russische  Ansturm  im  Osten  ist  zum  Stehen
gebracht.
2.  Der  französisch-britische  Ansturm  im  Westen  hat
nachgelassen.
3.  Das  italienische  Vordringen  stockt.
4.  Die  Niederwerfung  Rumäniens  sichert  uns  die
Verbindung  von  Berlin  bis  Bagdad.
Besetzt  von  unseren  Truppen  sind,  abgesehen  von
Serbien  und  Montenegro:
Kurland,
Polen,
Teile  des  eigentlichen  Rußland,
fast  ganz  Belgien,
ein  großer  und  wichtiger  Teil  des  industriellen
Frankreichs,
ein  beträchtlicher  Teil  von  Rumänien.