Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Uummer  1

Raoseneeislter  Anzei#en  .  -

FXGUM1,J.CMIAH

 

Abscheuerseslsteseem

München.  30.  Dez.  Wie  verlautet,  haben  sich
die  städt.  Kollegiens  Münchens  bereiterklärt,
zu  der  Hindenburgspende  der  deutschen  Städte
50  000  Mark  beizusteuern.

München.  30.  Dez.  München  steht  vor  einer
Erhöhung  des  Milchpreises.  In  einer  Ver—
sammlung  des  milchwirtschaftlichen  Vereins
(Großhändler)  wurde  milgeteilt,  daß  den  Produzenten
  ein  Preis  von  1612  Pfg.  für  einmalige
  und  von  17  Pfg.  für  zweimalige  Lieferung
  statt  15  und  1512  Pfg.  im  vorigen  Jahre
zugestanden  wurde.  Daraus  ergebe  sich,  daß
der  Grohhändler  von  der  Milchfrau  1812  Psg.
verlangen  und  diese  den  Liler  um  22  Pfg.  im
Laden  verlaufen  müsse.  Es  sei  zu  hoffen,  daß
das  Publilum  die  Notwenoigleit  der  Erhöhung
des  Milchvreises  um  einen  Pfennig  einsehen
werde.  Die  Versammlung  erklärte  sich  schließ
lich  mit  aden  gegen  eine  Stimme  mit  dem  Ver
kausspreis  von  22  Pfg.  fur  im  Laden  abgeholte
Milch  einvernanden.  Dagegen  wies  der  Verein
der  Kleinhundlser  in  einer  Versammlung  die  geplaute
  Milchpreiserhohunng  der  Produzenten
und  der  Großhändler  als  ungerecht  zurück.  Der
Verein  rust  den  Stadlmagistrat  zur  Schlichtung
des  Konfliltes  an.

Sayerische  Nacheichten.

Miesbach,  30.  Dez.  Heute  fuhr  der  Chaufseur
  Mar  Antretter  mit  dem  einem  Münchener
Nestauraleur  gehörenden  Automobil  auf  dem
Wege  Kren  straße-  Miesbach  unterhalb  Lassen.
thal  insolge  vereister  Snaße  an  einen  am  Wegrand
  sielenden  Baum.  Das  Automobil  überschlug
  sich  und  stürzte  mit  dem  Chaufseur  über
die  etwa  drei  Meter  tiefe  Bosc  ung  hinab.  Antreiter
  mar  sofort  lot,  der  Insasse  des  Automobils,
  ein  Reisender  aus  München,  wurde  aus
dem  Anto  geschleudert  und  kam  mit  dem  Schrekken
  davon.

Miesbach,  30.  Dei.  Der  landwirtschaftliche
Kreisausschuß  von  Oberbayern  hält  in  der  Zeit
vom  11.  Januar  bis  6.  März  1915  einen  acht.
wöchigen  Paushaltungslurs  im  Grohthalerhof
bei  Miesback  für  Mädchen  vom  CLande  ab.
Der  Unlerricht  umjaßt  „Kochen  mit  Berücksichligung
  der  landlichen  Verlälmisse.  Auch  die
Zubereitung  von  Krankentost  wird  gelehrt,  sowie
  An-  -eitung  für  häusliche  Kranlenpflege  gegeben.
  Ferner  erstret  sich  der  Unterricht  auch
auf  jede  Art  Hausarbeit,  wie  sie  auf  dem
Lande  erforderlich  ist.  Das  Kursgeld  beträgt
fur  Wohnung,  Kosr  und  Unterricht  60  Mk.
Anfragen  und  Anmeldungen  an  Fräulein  Dora
Eppner,  wirtschoftliche  Kreiswanderlehrerin  in
München,  1  ———  9—.  Ur.

Siegsdorf,.  30.  Der  H.  H.  Pfarrer  Heinrich
  Wietlistach  9  gestern  aus  diesem  Leben
geschieden.  Er  siar  im  Alter  von  60  Jahren.
Von  Geburt  aus  Schweizer,  war  der  Verewigte
Fnerst  10  Jahre  im  Seelsorgdienst  der  Dizese
Basel  talig:  späler  war  er  u.  a.  im  Jahre  1891
Aushilsspriefter  in  Nitlasreutbz.  Seit  190.
wirlte  er  als  Pfarrer  in  Siegsdorf.  RK.  I1.  1.

Bekanntmachung.

Betzeefff:  Gemeindewahl  1915/17.

Die  am  15.  und  29.  Dezember  1914  dahier
ftaltgehahten  Gemeindewahlen  ergaben  nachsteheudes
  Resultat:

4)  Am  15.  Dezember  wurden  gewählt:

I.  als  Gemeindebevollmächtigte:
Herr  Huber  we  Oekonom,  Fürstätt,  854
Stimmen,  V.=Herr
  Hintterwan  brt  Nbamn,  Bäcdereibesitzer,
851  Slimmen,  V.L.  C;

Helr  Bauer  W  „Weißgerbermeisee,
6351  Slimmen.  V.=DHerr
  Ruband!  Meih.  Vostpacmeisier,
819  Stimmen,  V.  L.  C

5.  Herr  Schreitemsger  Foseph,  Architelt,  808

Stininien,  B.  L

;.  Herr  Kollman?  #  abet,  Rechtsanwalt,
793  Slimmen,  V.-L.  C

Herr  Beilhad  -  Maschinenfabrikant,
530  Stimmen,  VW.L.  B

 

 

2  #  —

—

—

—1
«

8.  Gareis  Martin,  K.  OSberlokom
481  Stimmen,  V.L.  B;  ouiosahret,
9.  Herr  angenoge,  Hans,  Schneider,  412
Stimmen,  V.-L.  2
10.  Derr  Geisloller  fun#ih  Verpacker,  4043
Stimmen,  V.-L.  7
.I.  Als  vr#enanns  .
JIVotIchagSllItcd  «
1.81err0)ctgctJoicpH.  kavek  und  Hausbelitzer,

  mit  408  Stimme,n
Herr  Göpfert  Simen,  tafm  mit  274
Stimmen;
3.  Hert  Ko  Alois,  han  merschnnied,  mit  273
Stimmen;
4.  Herr  Hiniermei-.
Stimmen:
5.  Hert  Pehen
Suimmen:
.  babei  Paul  ESudgehilf,  mit  270
7.  Vorschlagsiste  B7
1.  5  Bucheser  Xaver,  5dewneister,  mit  412
Stimm
2.  Herr  Rebermor  Nohah,  Fälrteiie,  mit
396  Stimmen;

Gorg,  Seiler,  mit  272

-orfer  Gorg,  Gestoirt  mit  271

Herr  Siech  Joseph,  Lederhändler,  mit  365
timm

"Herr  Lo#ok  Joseph,  Gostwir!,  mit  322  Stim.

Herr  Dr.  Rothdauscher  Heinrich,  Privatier,

mit  237  Stimmen:;

Herr  Poschner  Wolfgang,  Metzgermeũer,  mit

229  Stimmen.

3  Vorschlagsliste  *

1.  Herr  Krichbaumer  Joseph,  Bierbrauereibes.,
mit  792  Stimmen:

2.  Herr  Grad!  Georg,  Hafnermeister,  mit  700
Stimm

3.  Herr  Strein  Emil,  Gärtnereibesier,  mit  422
Stimmen:;

4.  Herr  Berchtenbreiler  Leonhard,  Kaufmann,
mit  394  Stimmen:

5.  Herr  Stemplinger  Kor,  Kaufmann,  mit  383
Stimmen:

6.  Herr  Mühlthaler  Georg,  (Schuhmachermeitter.

mit  377  Stimmen.

!l.  Am  29.  Dezember  1914  wurden

I.  Als  Magistratsrätke:
1.  Herr  Kollmann  Franz  Kaurr,  Rechtsanwalt,
mit  30  Slimmen,  V.-L
u  Herr  Riggauer  iein  NMäbelfabrilan,  mit
30  Stimmen,  V.-L.  (
Herr  Zischg!  Joseph,  Pamintehrermeiser,  mit
30  St  timmen
4Herr  Heliel
Stimmen,  V.=Herr
  Kalieis  Afien“  Spediteur,  mit  27
Stimmen,  V.-L.  B
II.  Als  Ersatzmänner:
Vorschlagelsste  t:
1.  Herr  Dr.  Heinrich  Rothdauscher,  Renlier,  mit
18  Stimmen
2.  Herr  Geymayr  Franz,  Kaufmann,  mit  9
Stimmen;
3.  Hertr  Schmidt  Joseph,  Privatier,  mit  9
Stimmen.

Vorschlagsliste  C:
Karl,  Fabrikdirektor,

#  S

Joseph,  Holzhändler,  mit  27

*

1.  Herr  Rais  15
Stimmen;

Her  Wendl  Georg,  Gastwirt,  mit  15  Stimmit



2.

3.  n  Eder  Jakob,  Gastwirt,  mit  15  Stimnen;


4.  ge  Srettenseger  Joseph,  Architekt,  mit  15

Stimm

Dies  uirde-  mit  dem  Bemerken  zur  allgemeinen
Kenntnis  gebracht,  daß  nach  Art.  196  Adf.  V.
der  Gde.-Ordn.  innerhabb  14  Tagen  nach  gegenwärtiger
  Bekanntgabe  des  Wahlresultats  jedem
  Gemeindebürger  das  Recht  der  Wahlanfechtung
  bezw.  der  Beschwerbe  zusteht.

NRosenheim,  den  29.  Dezember  1914.

Der  Wahlkommissär:  Kürzinger.

LIII

8  Tlücku.  Frieden  imunenen  Jahre

6  en  verehrlichen  müitarbeitern.
MWonienten  und  lefern,  allen

Gonnern  und  fFreunden  unferes  Slattes

embicten  zum  neuen  jJahre  gie  vesten
öluck-  und  Semenswunsche

Verlag  und  Redaktion  des
„Rosenheimer  Hnzeiger“.
LAlunrldurkukattekdpn  srnnnrunanun  tntasssdnddddlnnnnnniaussdunk

 

Teratnachrichken.

Rosenhe#im,  31.  Dez.

Auf  dem  Felde  der  Ebre  gefallen:
Raimund  Hönig,  Sohn  der  Maschinenstricker
und  Hausbesigerseheleute  Hönig  in  Bad  Aib--ling;
  Alois  Fischt  acher,  Holzarbeiter  von  Seilnbach;
  Luitpold  Zetmner,  jüngster  Sohn  der  ver
storbenen  Sattlermeistersehegatten  Leluer  von
Bo“,  Töls,  zuletzt  bei  Friseur  Sliyinger  in  Holzden,
  Aes.  im  16.  Juf.-Rgt.,  Ritter  des
eisernen  Kreuzes  (noch  sechs  Brüder  des  Gefallenen
  stehen  im  Feld);  Michael  Grimm,  Kainvanerzsohn
  von  Markach  (Miesbach),  Res.  im
1.  Res.=  Juf.-Rgt.:  Kaspar  Pletzer,  Heißensohn
von  Durham,  Soldat  im  3.  k.  1.  Tiroler  Kaiser-Jäger-Rgt.;
  Hans  Schraml,  Gastwirtssohn
on  Hessenreuih  (Prien),  Unteroffizier  beim
Res.-Inf.-Rgt.;  Wenhdelin  Feuchter,  Kgl.
—  in  Traunstein,  Feldwebelleutnant
  im  16.  Res.-Jnst-Rgt.;  Peter  Enzwieser,
  Ablöswärter  in  Uewpersee,  Unteroffizier
d.  L.  bei  der  2.  baner.  Pionier-Ers.  Komp.:
Alois  Rümpler,  Schmiedneeister  in  Grashof  bei
Auhyolding,  Landwehrmaim  bei  der  Art.-Mun.=Kol.

  Nr.

Das  Eiterne  Kreutz.  Der  Unteroffizier
Jolsef  Beinhofer  aus  Nosenheim  ist  nach  den
jüngst  veröfsentlichten  Verlustlisten  verwundet

worden  und  wird  gleich#eitig  vermißt.  Gleichwohl
  wird  ihm  die  Anerlennung  für  seinc  Verdeense

  nicht  versagt.  Heule  ist  bei  seinen  Eitern
das  Eiserne  Kreuz  für  ihn  einfetrofen.  Mit
Stolz  nahmen  es  Vater  und  Mutter  für  ihren
tapferen  Sohn  in  Empfang  mit  dem  Wunsch.
bald  ein  Lebenszeichen  von  den  Vermißten  zu
erhalten.  Der  Vater  des  Tapferen  ist  Eisen- 



bahnschaffner  und  wohnt  in  der  Münchnerstraße.

Ferner  ist  das  Eiserne  Kreuz  dem  prakt.  Arzt
Dr.  Strauch  in  Mühldorf  verlfehen  worden.
welcher  als  Asistenzarzt  im  Felde  steht.

Ehrenvolle  Auszeichnung  im  Felde
Leutnant  Albert  Scanzoni  v.  Lichlensels,  den
jüngst  das  Eiserne  Kreu"  verliehen  wurde,  is.
jetzt  auch  mit  dem  badischen  Kriegsorden,  den.
Zähringer  Löwen  mit  Schwertern,  ausgereich
net  worden.  Der  Tapsere  liegt  schwer  verwunde
im  Lazarett  in  München.

Ordensverleihung.  Dem  Oberleulnan:
Hermann  Netzsch  der  Landwehr-  Kavallerie  1.
Ausgebots  (Rosenheim)  ist  der  Militärverdienst
orden  4.  Kl.  mit  Schwerlern  verliehen  worden

Schügengraben.  Alobald  nad,
Auderuch  des  Krieges  meldete  fich  auch  der
Neraktionssetretär  des  „Nosenheimer  Anzeiger“,
Herr  Georg  Keidel,  als  Kriegefreiwilliger.  Un
mittellar  darauf  rückte  er  ein  und  wurde  dem
Inf.-Rgt.  Nr.  16  einverleibt.  Hcute  sieht  er
bereito  im  Felde.  Cine  von  ihm  vom  2  1.  De.
zember  datierte  Postlarte  aus  Nordfrantreich
besagt  lurz:  „Wir  sind  glucklich  im  Schutzengraben.
  Hurra“  Wir  wunschen  dem  jungen
Vaterlandsverteidiger  alles  Gute  und  glückiiche
Wiederkehr.

Teilung  der  O  rlelranlenkasse  Nosenheim=
  Land.  Seit  einiger  Zeit  schon
mackten  sich  Bestrebungen  geltend,  welche  dir.
Teilung  der  Ortskrankenkasse  Rosenheim-Land
für  Nosenheim  und  Prien  zum  Ziele  hatten.
Diese  Bestrebungen  sind  jetzt  um  einen  Schrit
weiter  gediehen.  Bei  der  am  28.  Dezemler
stattgehabten  Aueschußsitzung  ist  nämlich  die
Trennung  der  Kasie  beschlossen  worden.  Es  besteht
  die  Absicht,  eine  eigene  Orlolrankenlasse
für  den  Distrilt  Prien  mit  dem  Sit  in  Prien
w  errichten.  Einstweilen  hat  über  diese  wichtige
Frage  erst  der  Ausschuß  beschlossen;  welche  Haltung
  die  übrigen  Instanz  zen,  namentlich  die  Re—
gierung,  zu  der  Trennungsfrage  einnehmen  werden,
  bleibt  abzuwarten.

*  Ein  neuer  Fahrplan.  Am  Freitag,  den
1.  Januar  1915  treten  in  dem  gegenwärtigen
Winterfahrplan  verschiedene  Aenderungen  ein.
Aus  diesem  Anlaß  wird  das  bayer.  Eisenbahnkursbuch
  in  neuer  Auflage  herausgegeben.

Nachtruhe  in  den  Apotbeken.  Un
sere  Leser  machen  wir  darauf  aufmerlsam,  daj.
im  Monat  Januar  die  Niedersche  Apotheke  am
Ludwmigsplatz  den  Nachtdienst  zu  versehen  hat-In
  diesem  Monat  ist  von  8  Uhr  abends  bie
7  uork  morgens  nur  diese  Apothele  zugänglich.

r  Alig.  Pewerbeverein  veranstaltet,
  die  bereits  belanntgegeben,  einen  Unterrichtslurs
  in  gewerblicher  Buchfsührung.  Er  beginnt
  am  Samstag,  den  2.  Januar,  abend-8
  Uhr,  im  Cafe  Wendl.  Die  Teiluchmergebühr
ist  für  Milglieder  oder  deren  Familienangehö
rige  auf  6  Mark,  für  Nichtmitglieder  auf  10
Mark  festgesetzt.  Unterrichtsmaterial  wird  allen
Teilnehmern  unentgeltlich  zur  Verfügung  gesiellt.
  Alles  Weitere  wird  vor  Beginn  des  Unterrichtes
  am  ersten  Abend  mitgeteilt.  Es  können
  noch  Beteiligungen  angenommen  werden.

Pensionistenverein  Rosenheim.  Die
kürzlich  abgehaltene  ordentliche  Generalversamm
lung  des  Vereins  erfreute  sich  eines  ziemlich  gulen
  Besuches.  Nach  Erstamung  des  Jahresberichles
  und  Entlastung  wurde  mit  Rüchsicht  darauf.
Daß  während  des  Krieges  von  jeglicher  Agita
llon  um  Aufbesserung  seitens  des  Pensionülen-Landesverbandes
  und  der  Ortevereine  Abstand
genopunen  werden  soll,  einftimmig  beschioffen,
die  Veceinsbeiträge  für  1915  auf  die  Halfte  zu
ermähigen.  Sodann  wurde  der  frühere  Vereins
lassier,  Herr  Bej;irksamtssekretär  Haffner,  in
dankl  arer  Anerlennung  seiner  erspriehlichen
VBereinstätigleit  zum  Ehrenmitglied  ernannt  un
der  bisherige  Vorstand  einitimmig  wiederge
wählt.

Der  Verein

 

 

katb.  laufm.  Gebil
finuen  und  Beamtinnen  „Maria
Stella“  vereinigte  am  23.  Desember  sein:
Mitglieder  unler  den  strahlenden  Thristlaum
zu  einer  kleinen  Weihnachtsfeier.  Erfreulicher.
weise  sind  recht  viele  der  Einladung  gefolat
Zur  besonderen  Ehre  rechnete  es  sich  der  Ver
ein  an,  seinen  Ehrenpräses  H.  H.  Siadtpfarrprediger
  Thaler  von  Müncken  (St.  Peter:  in
seiner  Mitte  begrüßen  zu  dütfen.  Ferner  waren
als  Gäste  erschienen  H.  H.  Stadtlaplan  Jiger
und  der  Gesangsleiter  2.  Vereinschores  Herr
Th.  Herrmann.  H.  .  Präses  Schönlinner  begrüßte
  in  herzlichen,  zum  Teil  humorvollen
Worten  Gäste  und  Mitglieder.  Eingeleitet
wurde  die  Feier  mit  einem  Prlg,  gesprochen
von  einem  Vereinemitglied,  worauf  zur  allgemeinen
  Ueberrasckung  H.  H.  Stadlkaplan
Jäger  auf  dem  Harmonium  und  Herr  Th.  Herrmann
  auf  dem  Horn  des  alte,  lilbe  Weihnachtslied
  „Stille  Nacht“,  das  überaus  sein  und
stimmungsvoll  wirkte,  zu  Gehör  brachten.  Der
Präses  richtete  dann  ernsie,  unter  dem  Eindruck
der  Kriegszeit  stehende  Worte  an  die  Anwesenden
  und  überließ  hierauf  H.  H.  Thaler  das
Wort,  der  seiner  Freude  darüber  Ausdruck  gab,
daß  es  ihm  vergönnt  sei,  inmitten  des  von  ihm
gegründelen  Vereins  zu  sein.  Er  wußte  gar
manck  Interessantes  vom  Schwesterwerein  in
München,  dessen  Präfes  er  ist,  zu  erzählen.  In
einer  Pause  brachte  ein  Vereinemiglied  „Das
Glöcklein  von  Inissär“  sehr  gefühmoll  zum
(Vortrag.  Mit  einigen  vierstimmigen  Liedern,
darunter  das  „Gebet  für  das  Vaterland“,  vom

 

Vereinschor  unter  der  vortüglichen  Leikung  seines
  Lehtrers  gesungen,  wurde  der  programm- 



mähige  Teil  des  Abends  zum  Abschluß  gebracht.
In  weiteren  Verlauf  der  Siunden  kam  cuch

—  so  weit  es  der  Ernst  der  gegenwartigen  Zeit
#berhaupt  zuläht  der  Frohsinn  zu  seinem
Reckt.  der  noch  erhöht  wurde,  als  der  vom

Berein  geigendete  Punsch  mit  Backwert  aufgetragen
  wurde.  So  wurden  den  Mitglie  dern
wieder  ein  paar  frohe,  gemutliche  Stunden  bereilet,
  in  denen  wenigstens  für  turze  Zeit  der
Druck  und  die  Schwere  der  Gegenwer  dic  auf
jedem  lasect,  gehoben  ward.

Frühschoppenkonzert.  Am  Neujahrstag,
  vormittags,  findet  im  Hotel  „Deutscher
Kaiser“  der  althergebrachte  Neujahrsfrühschoppen
  mit  Lonzert  der  Rosenhcimer  Stadtkapelle
statt.

Hotel  „Deutsches  Haus“.  Am  Neujahrslage
  findet  in  den  festlich  geschmucklen  Lolalitäten
  von  abende  6  1  Uhr  nachts  patriotisches
  Konzert  der  Stadtlapelle  Berr  ftiatl.  Wir
machen  darauf  hesonders  ausmerliam.

Aus  Industrie  und  Gewerbe.

Aus  dem  Leder-  und  Sattler-Gewerbe
  schreibt  man  uns,  daß  jeit  Beginn  des
Krieges  eine  erhöhte  Nachfrage  in  Leder  eingetreten
  ist  und  dadurch  die  Produkte,  welche  aus
Leder  hergestellt  sind,  wesentlich  im  Preise  gestiegen
  sind.  Es  ist  aber  nicht  nur  Knappheit  in
diesem  Material  vorhanden,  sondern  auch  die
Arbeitskräfte,  wie  Schu  hmacher  und  Sattler,
sind  sehr  gesucht.  Viele  Sattler=  und  Schuhmachermeiller
  sind  in  den  Militäreffektengeschäf.
ken  in  München  und  in  anderen  Städten  tätig
an  der  Fer'it  egitellung  von  Ausrüstungsstücken
für  unsere  Armee.  Da  diese  Aufträge  sehr  eilen,
wärc  hier  noch  einer  großen  Zahl  von  Meistern
  und  Cehilfen  Gelegenheit  gegeben,  mitzuhelfen.
  Weitere  Auskunft  erleilen  alle  Arbeitsämter
  sowie  der  Verband  der  Sattler  in  München,
  Edlingerplatz  2,  vierter  Stock.

e2
die  Niehmärkte  der  Stadl  Rofenhelm
im  Jahre  1915.
Dienstag,  den  5.  Jaonuar:  Monats=  und  Hauptviehmarkt
  (Dreikönigemarkt);
Donnerstag,  den  21.  Januar:  Mittemonats.
markt:
Donneeslag,  den  4.  Febrrar:  Monate  viehmarkt:
Donnerslag,  den  18.  Februar:  Hauptoiehmarkt
(Aschermirtwochmarkt):
Donnerslag,  den  11.  März:  Monatz-Jauptviehmarkt
  „Mittefantenmarkt):
Lonnerstag,  den  25.  März:  Mittemonatsmarkt.
Donnerstag,  den  8.  April:  Monats=  u.  Hauptvichmarli
  (One#rmarkt):
Donnerstag.  den  22.  April:  Zuchllälbermarkt
mit  Pramserung  und  Mittemonatsmarkt:
Samsitag,  den  8.  Mai:  Monats-  und  Hauptviehmarkt
  (Chriftihimmelsahrtsmarkl);
Donnerstag,  den  20.  Mai:  Mittemonatsmarkt:
Donneistag,  den  10.  Juni:  Monat=  diehmarit;
Donnerstag,  den  24.  Tuni:  Mittemonatzmarit:
Tonnerstas.  den  l  JuliMoiiatsoiehniqrts
Tonnerstag.  der  Juli:  Wiittenonatsmart;
Dommerstog.  den  5.  v.  dn  Monatsviehmarkt:
Donnerstag,  den  13.  Auguf::  Fohlenmarlt  mit
Prämiierung:

 

 

und

Samstag,  den  21.  Augun:  Hauptviehmarn
Bertholomämarks):

Donnerstag.  den  2.  Sertember:  Monatsrichmartt;

Dome:siag.,  den  16.  September:  Mittemonatsmarkt;
  .
Ton-whende:17.Wtober:MoiiatSoiehs
iiirkl

Samelag,  den  30.  Okttober:  Hauptviehmarkt
(Simon  Judä  Markt!:

Donnerstag.  den  4.  November:  Monatrvieh.
mart:

Donnersteg.  den  18.  November:  Mittemona:smarli:
  "

Donnerslag.  den  2.  Dezember:  Monaisvich
markt;

Samsteg,  den  11.  De#ember:  Hauptviehmartt
(Nilolausmarkt?.

Außerdem  findet  an  jedem  Donnerslag  des
Jahres  ein  Wochenviehmarkt  statt.  Fälll  auf
einen  dieser  Donnerstage  ein  Feiertag,  so  wird
der  Viihmarkt  tags  zuvor  abgehalten.

Rosenheim,  den  26.  November  19134.

Stadtmagistrat.

Der  Weltkrieg.

Depeschenwechksel  zwiscken  Kaiser
und  Konig.

Müncken,  31.  Des.  Aus  Amaß  des  Jahreswechsels
  hat  wischen  Konig  Ludwig  und
dem  Deutschen  Kaiser  ein  Depeschenwechsel  siatlgesunden.


Konig  Ludwig  telegraphierte  an  den  Koiler:
  „An  der  Wende  eines  Jahres.  in  dem
Deutsch  and  gegen  eine  Welt  von  Feinden  zum
S  ,werte  greifen  mußte,  beseell  uns  alle  nur
der  Gedanke:  Moöge  es  unserer  tapferen  Armee
und  unserer  beldenmütigen  Marine  gelingen,
die  Gegner  nieder'uringen  und  möge  dem  Vo.
terlande  im  neuen  Jahre  ein  Frieden  gesichert
werden,  der  wert  ist  der  schweren  Opfer,  die
wir  zum  Sckutze  des  Vaterlandes  freudig  auf
unsere  Schultern  genommen  haben.  In  der