Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Uummer  40

No#cnscm###  nge##

Donnerstas,  25.  Sehrua#  1973

 

Mi##het0-.M  1918,
für  die  Gemeinden:

Mauerkirchen,

Neubeuern,

Neulirchen,

Niederaschau,

Niederaudorf,

Nußdorf,

Hierandan

0P  Pnn  oor,
J9.  Pietzing,
40.  Prien,
41.  Prutting.
arstag,  den  11.  März  1915,
für  die  Gemeinden:
4  Reischenhart,
43.  Riedering,
44.  Rimsting,
45.  Rohrdorf,
46.  Roßholzen,
47.  Sachrang,
18.  Söchtenau,
49.  Söllhüben,
50.  Steinkirchen,
51.  Stephanskirchen,
52.  Törwang.
Freitag,  den  12.  März  1915.
für  die  Gemeinden:
53.  Umratoehausen,
5d.  Vogtareuth,
55.  Westerndorf,
56.  Wildenwart.

Kommundles.

Sitzung  des  Kolleglums  der  Gemeinde-Bevollmächtigten
  in  Rosenheim.
Mittwoch,  den  24.  Februar,
vormittags  halb  9  Uhr.
Anwesend:  23  Mitglieder.
Vorsinzender:  G.-B.  Finsterwalder.
„  Der  Vorsitzende  leilt  ein  Schreiben  des
B.  Ceistaller  mit,  welaäier  milteilt,  daß  er
einige  Wochen  in  der  Heilanstalt  Planegg
weilt.  Für  diese  Zeit  gilt  er  als  entschuldigt.
Ein  Geschenk  fur  die  städtischen  Sammlungen.
  bestehend  aus  einem  Album  mit  Aquarell:
ansickten  von  Rosenheim,  wird  mit  Dank  angenommen.
  Schankgeberin  ist  die  Magistratsoffiziantenswitwe
  Kotz  in  Nosenheim.
Dem  Magistratsbeschlaß  betr.  unentgeltliche
Abgabe  von  Wasser  an  das  Gencsungeheim
Kaiserbad  wird  zugestimmt.

Entsernung  von  Bäumen.

Eine  ausgedehnte.  zum  Teil  sehr  erregte
Debatie,  knupfte  sich  an  die  Behandlung  der
Frage  über  die  Entfermung  von  Bäumen  am
rechten  Mangsallufer  durch  die  Stadtgärtnerei.
Wie  der  Vorsitzen  de  berichtete.  nahm  das  Kol
legium  am  3.  Februar  einen  Antrag  des  GB.
Beppo  Huber  an,  welcher  an  den  Magistrat
die  Ansrage  richteie.  mit  welcher  Genehmigung
am  ted  ten  Mangfallufer  Bäume  entfernt  wür
den.  Der  Magistrat  teilte  dann  mit,  daß  mit
seuberen  Beschlüssen  beide  Kollegien  die  Ausforstung
  daselbst  beschlossen  hätten.  so  zwar,  dasß
200  Mark  Kosten  in  den  Etat  eingcesetzt  wor

en  seien,  während  der  Erlös  des  anfallenden
Huier-  auf  650  Mark  eingeschätzt  worden  wäre.
Die  jetzige  Entsernung  von  Baumen  sei  also
durc,  übereinstimmende  Beschlüsse  beider  Kollegien
  gedeckt  saweit  dabei  nicht  den  Direktiven
Newider  gel.  l  worden  sei.  Der  Magistrat
ricetete  auch  ein  Schreiben  an  die  Stadtgärtnerei,
  in  welchem  uf  diese  Direltiven  hingewiesen
  und  sie  wiedertelt  eingeschärft  wurden.
Sie  betreffen  die  Entser#  ing  von  alten  mor-30.


31.
32.
33.
34.
35.
38.

3

Lonn

—.

 

schen  Bäumen.  Fur  die  Entfernung“  anderer
Bäume  mühte  erst  die  Genehmigung  des  Verwaltungsrates
  eingeholt  werden.  Ein  Schreibe
des  Verwaltungsrates  stellt  sest,  daß  nur  olbe
Bäume  entfernt  worden  seien,  welche  zum
Teil  schon  morsch  waren  oder  bei  der  Durchforstung
  im  Wege  standen.  Mangels  Zeit  sei
es  ihm  nicht  möglich  gewesen.  die  ganze  Strecke
mit  dem  Antragsteller  abzugehen,  um  ihn  von
der  Notwendigkeit  der  Entsernung  der  Bäume
zu  überzeugen.
Diese  Darlegungen:  gaben  Veranlassung  zu
einer  äußerit  scharsen  Debatte.  in  der  von  verschiedener
  Seite  gegen  die  Entsernung  der  Bäume
  Siellung  genommen  wurde.  An  der  Diskussion
  beteiligten  K  die  Gemeindebevollmächtigten
  Schmidt,  Pauer,  Schener,  Wendl,
nedorsser.  Göpsert,  Huber,  Schreitenseger,
Geymahr,  Dachs  und  der  Vorsitzende.  Sämiliche
  Nedner  legegneten  sich  in  dem  einmütigen
Protest  gegen  die  Entfernung  der  Bäume,  nur
über  die  Frage,  welche  Mittel  und  Wege  eineschlagen
  werden  sollen,  um  den  Protest  wirkaen
  gestalten  zu  können.  gingen  anfänglich  die
Ansick-ten  augeinander.  Teils  wollte  man  sosort
Beschluß  gesaßt  sehen  mit  den  schärfsten  Konsequenzen,
  teils  wollte  man  die  Angelegenheit
dem  Verwaltungosausschuß  überweisen,  um  durch
dessen  Beratung  und  Beschlußfassung  eine  ficherere
  (Grundlage  für  die  Beschlüsse  des  Kollegiums
  zu  erhalten.

Zum  Schlusse  der  Debatte  einigte  sich  das
Kollegium  indessen  einstimmig  auf  folgenden
Autrag  Scheuer  Ruedorffer:  „Das  Gemeinde.
kollegium  spricht  seine  Entrüslung  aus  über
die  mit  einigen  menigen  Ausnahmen  nicht  ge
boten  gewesene  Emsernung  der  Bäume  an  der
Mangsall  und  stellt  fest,  daß  der  Stadtgartenverwalter
  Stange  neuerlich  den  ihm  von
den  zuständigen  Stellen  gegebenen  Weisungen
rücksichtslos  zum  zidergehandeli  hat.  Die  Aufs
fassung  des  Herrn  Verwaltungsrates.  wonach
die  Entsernung  der  Bäume  notwendig  gewesen
sein  soll.  muß  als  unzutreffend  bezeichnet  wer
den.  Das  Gemeindetollegium  richtet  daher  an
den  Magistrat  die  Aussorderung,  eine  Dissipli
nierung  des  Stadtgartenverwalters  Stange  ins
Auge  zu  fassen,  da  dessen  fortgesetzten  Uebergriffen
  endlich  einmal  ein  Ziel  gesetzt  werdermuß."
  Wie  schon  erwähnt.  wurde  dieser  An
trag  einstimmig  zum  Beschluß  erhoben.  Auf  die
Debatie  kommen  wir  nock  zurück.

Vom  Haustättergut.

Für  bauliche  Verbesserungen  in  den  Gebäuden
  des  Hauflättergutes  sind  bereits  4500  Mk.
lewilligt.  Es  sind  jedoch  noch  weitere  Beträge
  erforderlich,  über  die  der  Vorsitzende  des
Bau  Ausschusses.  .  Schrettenseger,  berich
tete.  In  Beiacht  kommt  zunächst  eine  Waschküche.
  Nach  längerer  Debatte.  in  der  namentlich
  die  Frage  erwogen  wurde,  ob  die
Waschküche  jetzt  errichtet  oder  ob  die  Frage
zurückgestellt  werden  solle.  wurde  die  Errichlung
  einer  Waschlüche  in  einem  Anbau  beschlossen.
  Bezüglich  der  Kosten  soll  noch  ein
Anschlag  vom  Stadtbauamt  einverlang!  werden.
  Weiter  sind  für  drei  Zimmer  Oefen  um
160  Marl  erforderlich.  In  der  Pferdestallung
sollen  Aenderungen  um  100  Mark.  im  Kuhstall
  um  350  Mark  orgenommen  werden.  Auch
der  Eislasten  ist  auszubessern.  sodaß  sich  ein  Gesamtersordernis
  von  noch  690  Marl  ergibt.  Der
Betrag  wurde  bewilligt.  Der  Bau  der  Waschküche
  wurde  mit  17  gegen  6  Stimmen  für  notwendig
  befunden.  Dagegen  wurden  die  vom
Pächter  welter  gewönschten  Aenderungen  in  den
Wirtschaflslokalitäten  mit  allen  gegen  eine
Stimme  abgelehnt.

Im  weiteren  Verlaufe  der  Sizung  beschäf
tigte  man  sich  noch  mit  der  Sicherung  der  Broternäahrung
  der  Sliodtbevöllerung.

 

Sie  verschwand  in  der  Vonn#-  und
Breitschwert  rieb  sich  vergnügt  die  Hano

Wer  die  beiden  dann  Arm  in  “  durch
dre  abendlichen  Straßen  schlendern  sah,  hätte  sie
füt  ein  richigr  Arbeiterliebespärchen  gehalten,
das  nach  des  Tages  Last  und  Müuhe  den  freien
Abend  in  gusus  Gesellichaft  genoß.

Alreilschwerl  bemühte  sich,  die  Gewohnbeiten
der  Arbeiter  so  täuschend  wie  moöglich  nachzuahmen.
  Beim  ersten  Glas  Bier  legie  er  seinen
Arm  um  Annas  Taille,  beim  zweiten  duzte  er  sie
schon  und  als  er  eben  dar  dritte  angetrunken
batte,  beriet  er  den  Tag  der  Hochzeit  mit  ihr  und
wie  sie  sich  dann  das  Leben  einrichten  wollien.
Auf  Erich  von  Winkelmann  kam  er  an  diesem
Abend  nicht  mehr  zu  sprechen,  das  behielt  er  sich
für  den  nächsten  Sonntag  vor,  an  dem  ein  größerer
Ausflug  mit  Tanzvergnugen  verabredet  wurde.

Der  Erfolg  entsprach  diesmal  durchaus  seinen
Erwartungen.  Freilich  mußte  er  vorsichtig  sein,
denn  Winlelmann  hatte  sicherlich  seine  Späher
biwer  ihm  hergeschickt  und  die  Tatsache,  daß  die

übsche  Anna  jent  mit  einem  Arbeiter  verkehrte,
war  ihm  wohl  schon  längast  gemeldet  worden.
Hofssentlich  hatten  die  Späher  ihn  nicht  in  seiner
wahren  Eigenschaft  erkann

Er  wurde  sast  arnch  bei  dem  Gedanken
mid  machte  sich  Vorwürse,  daß  er  selbst  Anna

nahe  getreten  sei.  Irgend  ein  ibtkansster.  Polizist
von  außerhalb  wäre  schließlich  eben  dabin  geklonrmen,
  wie  er.  Unangenehm  war  es  zu  wissen,
daß  man  cinc  geschickle  Kenjunktur  durch  eigene
Dummheit  vielleicht  verdorben  hal.  Daß  er  auch
daran  nicht  gleich  denlen  lonnte.  Nun,  wenn  es
diesmat  7nm  wurde,  daun  konnte  er  seinen  Beruf
überhaupt  aufstecken,  hatte  er  doch  den  wichligsten
E#ndsatz,  erst  zu  denken  und  dann  zu  handeln,

na

 

m’'  geradezu
lässigt...  Nun,  vielleicht  gelang  alles  besser,  als
man  annahm.

Ter  Sonntag  kam  und  er  lockte  Tausende
von  Menschen  noch  einmal  vor  die  Tore  Franlkfurls,
  denn  der  Oklober  zeigte  im  Scheiden  sein
freundlichiier  Geiicht.  Warmer  Sonnenschein  lag
über  den  ####ld.  :  und  es  war  trocken,  wie  an
einem  Lochsommertag.

Breitschwert  hatte  sich  zu  rechter  Zeit  vor

.-.  Hsiutichmct  tgcncllt  und  war  mit
dem  sanber  gepunten  Tienstmädchen  in  den  Stadtwald
  binausgesahren,  um  durch  einen  Spaziergang
  ein  Alleinsein  zu  ermoöglichen.  Waren  sie
erst  in  cinen  Tanzloral,  so  mußte  es  viel  schwieriger
seln,  d  lädchen  aus  mfragen,  als  wenn  sie
auf  der  sauberen  Waldwegen  in  den  warmen
Oktobersonnenschein  lustwandelten.

Der  Eriolg  seines  vorsichtigen  Verhörs  war
geradezu  überraschend,  denn  er  erfuhr,  daß  der
7  Annas  sich  augenblicklich  in  Berlin

 

„Und  er  schreiot  dir  von  dort?  Hör'  mal,  das
muß  doch  amshören.=Ach,
  du  deulst,  das  sind  Lichee#e  ?
ar  soll  er  denn  anders  zu  schreiben  haben?“
Nein,  nein,  sorge  dich  nicht,  er  gibt  nur
Auweisungen,  wie  ich  das  Hauswesen  fuhren  soll,
Bücher  und  so  weiter.“
Tas  gleube  ich  im  Leben  Ach-  wenn  er  so
einer  ant.  der,  lrohdem  er  eine  Frau  hat,  einem
chen  die  GEir  welspricht:
„Aber  d  u't  dich  dar  uf  verlassen,
hier  1,.  nein  kersn  Vries,  lich  nur
erreicht,  was  Breitschwert  in  mühevollet
  Kleinarbeit  erstrebt  hatte.
hielt  den  Brief  des  Gesuchten  in  der  Hand,  aber
die  Adresse  feblte  leider

da,

 

Unverankwörtucher  Wei#  r.  1  l
die  Kl#e  des

EELILL
Colalnachrichten.
·  Rosenheim,  24.  Febr.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Josef  Derl  aus  Kirchdorf  a.  H.,  Ersatzreservist
  im  Inf.-Reg.;  Georg  Schußmann,
Buneiimonn.  zum  Stoib  in  Finsterwald  (Miesbach),
  Gefreiter  im  12.  Res.-Juf.-Reg.;  Bäckermeister
  Blank  aus  Teisendorf;  Grschestereisenree
Sangerer  aus  Teisendorf.

Das  Eiserne  Kreuz.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  wurden  ferner  ausgezeichnet:  Karl  Hromadni#,
  Sohn  des  Kommerzienrates  Hromadnik
  in  Pasing,  Unteroffizier  bei  der  2.  gemischten

  Landwehrbrigade;  Tanduehrmann  Egid
Hartmann  aus  Adling  (Glonn).
Justizdienst.  Der  Selretär  am  Amtsgerichte

  Wasserburg  Otto  Heseler  wurde  an
das  Amtsgericht  Laufen  und  der  Selrelär  am
Amtsgerichte  Laufen  Joseph  Mar  Mayer  an
das  Amtsgericht  Wasserburg,  jeder  auf  sein
Ansuchen  in  gleicher  Diensteseigenschaft  in  etatsmäßiger
  Weise  versetzt.

Postuverwaltung.  WBesördert  in  etatsmähiger
  Weise  ab  1.  Februar  1915  zum  Pack
meister  der  Schaffner  Michael  Kleinhuber  in
Wasserburg  a.  J.

Verboteue  Haferverläufe.  Durch
die  Bundeorats-Bekanntmachung  vom  13.  Februar
  1915  über  rie  Regelung  des  Verkehrs
mit  Haser  sind  mit  dem  Beginn  des  16.  Februar
  1915  über  die  Regelung  des  Verkehrs
räte  an  Hafer  für  das  Reich,  vertreten  durch
die  Jentralstelle  zur  Beschaffunn  der  Heeresversflegung
  in  Berlin,  beschlagnahmt.  Gleich-Usohl
  wmurde  am  vergangenen  Donnerstag  von
zahlreichen  Bauern  aus  der  Umgegend  Hafer
zur  Rosenheimer  Schranne  verbracht  und  dort
ohne  Genehmigung  des  zuständigen  Kommunalverbandes
  (Bezirlaamt  an  Pserdebesitzer
oder  Händler  verlauft.  Diese  Verläuse  sind
nach  3  der  genannten  Bundesralo-Bekannlmachung
  nich  tig.  Es  wird  daher  nachdrücklichst
davor  gewarnt,  solche  Verkäuse  lünstig  vorzuneh’nen,
  ohnc  torber  die  bezirlsamtliche  Genehmigung
  zu  erholen.

Die  Ge  werbebanul  Rosenheim  hielt
am  Mittmoch  ihre  Generalversammlung  ab.
Nach  dem  Jahresbericht  stellte  sich  der  Gesamtumsag
  1912  auf  1,5  Milenmn,  1913  auf
rund  2,2  Millionen  und  1914  auf  rund  3.2
Millionen  Mark  (wweiseitig).  Das  Konto  für.
dreimonatliche  Kündigung  beziffert  sich  auf  rund
30  000  Mr,  für  tägliche  Kündigung  auf  16  500
Mark,  das  Konto  für  laufende  Rechnung  auf
126990  Mark.  Die  Banken-  und  Scheck-Konti
  erreichten  556  000  Mk.  Der  lebhafieste
Geschästsmonat  war  der  Juli.  Wesentliche  Faktoren
  an  der  Steigerung  der  Geschäftstätigleit
  der  Bank  sind  der  Anschluß  des  Rabattsrarvereins
  und  die  Verrechnung  der  korporativen
  Arbeiten  des  Allgemeinen  Gewerberereins,
  hauptsächlich  bei  Behurden.  Als  eine
Warnung  und  einen  Fingerzeig,  wie  man  es
nicht  machen  darf,  führt  der  Bericht  folgendes
an:  „Bei  dem  Bau  von  Wol#nhäusern  einer
Vaugenossenschaft,  welche  die  Hersiellung  billiger
  Wohnungen  für  kleine  Leute  bezweckie,
besteht  die  Tatsache,  daß  Gewer  omeister  für
Arbeiten,  die  zum  Teil  schon  im  November
und  Dezember  1913  ferlig  waren,  von  der
Unternehmerin  bis  heute  noch  keinen  Pfennig
für  ihre  saueren  Verdienste  erhielten.  Vertrauenb
  auf  die  Solidarität  des  Unternehmens,  wurden
  die  Leistungen  der  Deeilege  von  uns
zum  großen  Teil  belehnt.  Es  ist  Pflicht  der  Un
ternehmerin,  daß  sie  urs  sofortige  Regelung
sorgt;  durch  Einsatz  der  Reserven,  der  Geschäftsamteile
  und  der  Haftlsumme  lönnte  bei
gutem  Willen  die  Kalamität  aus  der  Welt
v#  genan
auf  den  Slempel

a.  sagte  er,
Pestamtes
eingeprägt  zu  haben.
„Aber  woher  Krhi-  du  denn,  wohin  du  seine
Sachen  schiclen  soll
Das  ist  kinmer  -  Adresse,  die  set  eibi  er
nicht  auf.  n  hat  er  mir  mündüch  nesanl.
tl  du,  daß  du  die  Adresse  der  Polizei
—  zennn
„Ach,  davon  rede  nur  nicht,  denn  wenn  er
so  einer  ist,  den  die  Polizei  sucht,  so  bringt  er
mich  sicher  um,  wenn  ich  ihn  verrale.  Nein,  nur  so
was  nicht,  jiur  die  Polizei  aus  dem  Spiel  tu
as  ist  ges  dannlich.  ns  at  u5
uͤderhaupt  M  wir  rl.  dhetcatei  Aens
brauchen  wir  hache  ihm  nichts  mete  zu  frage
„Ja,  ja.“  antwortete  Breitschwert  und  paßte
seiner  Cigarre  so  stark  vor  sich  hin,
esicht  in  eine  Wolke  von  Damyf  geden

  Haua
daß  sein
hüllt  wa
e  hreint  Wohh,  Vostlagernd  an  ihn?“
r%  sach  A  60  Kauptpostamt.  “
„Und  haf  u  5,0  5*  beschrieben?“
„Nein,  i4  nuß  aber  heute  noch  einige  Sachen
für  ihn  abschick
Da  warf  Vreischwert  seine  Cigarre  weg  und
sagte  Laui
Du,  a  r*-  #  dit  Cigarre  ist  schlecht.
mir  wird  so  übel,  machte
gans  jämmerliches  Gelnn  ga  S  4  Mödchen.
im  Grunde  ja  ein  gutes  Herz  hatie,  ihn
osu  cbesorgt.  ansah.

r  wollen  doch  lieber  in  die  Stadt  fahren
und  sehen  ob  eine  alhele  offen  ist,  ich  glaube,
ich  habe  5.  Micolinoert  istun
„W  t  dent  8
aß  i  ein  Gist,  das  manchmal  in

 

*—'  -
Ciaarren  vorlommt.“

 

geschafft  werden.“  Weiter  sagt  der  Bericht:
„Die  Hauptursache  für  das  Emporschnellen  von
Geschäft  und  Umsatz  ist  in  bedentenden  Militärlieserungen
  zu  finden,  die  infolge  des  Krieges
  an  das  mit  uns  verlkehrende  Gewerbe  kamen.
  Der  Krieg  brachte  für  verschiedene  Branchen
  namhafte,  gut  verdienstliche  Aufträge.  Die
rechnerischen  Abschlüsse  vollsichen.  sich  nach
allen  Seiten  ohne  Störung.  Die  Aussicht,  auf
absehbare  Zeit  diese  erhöhten  Umsätze  dauernd
zu  erhalten,  ist  wohlbegrundet.“  Der  Bericht
erwähnt  auch  das  Darniederliegen  mancher  gewerblichen
  Branchen,  so  des  Baugererbes,  des
Kleinhandels.  Auch  die  Beschlüsse  zur  Herbeiführung
  eines  Moratoriums  sind  erwähnt.  In
dem  Schlußwort  heißt  es:  „Das  Jahr  1914
lann  für  uns  mit  ideellen  und  materiellen  Ersolgen,
  mit  ungebeugter  Juversicht  für  die  Zulunft
  geschlossen  werden.  Offener  Blick  für
lommende  Neugestallungen  wird  als  besondere
Ausgabe  angesehen.“  Der  Mitgliederstand  betrug
  am  1.  Janar  1915  113  Genossen  mit
212  Geschäftsanteilen  und  einer  Gesamthaft.
summe  von  106.000  Das  Ergebnis  des
Berichtsjahres  würde  neben  den  satzungemäßjigen
  Zuweisungen  eine  Dividende  von  10  Pro-#em
  ermöglichen.  Der  Gewinn  beträgt  Mk.
.  Weiter  wurden  ertra  zur  Reserve
et  und  ebensoviel  dut  Hilfsteserve  verwendet,
während  333.06  Ml.  dem  Abschreibefonds  zugute
  lommen.  Es  ergibt  sich  somit  die  höchstässi
  Dividende  ven  4  Prozent  im  Betrage
von  843.  90  Mi.  Altiva  und  Pafsiva  schlieben
mit  202  475.34  Mk.  ab.

Peivalpakele  an  das  Felaheer.

Vom  22.  Februar  ab  sind  Privatpäckereien
nach  dem  Feldheer  bis  zum  Gemichte  von  50
Kilo  zugelassen,  zunächst  jedoch  nur  nach  dem
Westheer.  Die  Beförderung  zu  den  Militärdepot##
  ersolgt  bis  10  Kilo  durch  die  Post  (mit
Beglcitadresse  Paletadresse  ),  von  10  bis
5½  Kilo  durch  die  Eisenbahn  (mit  Frachtbrief).
Da  die  Einrichtung  nunmehr  dauernd  beilehen
bleibt,  liegt  er  im  Interesse  des  Publikums,
Massenauflieserungen  hintanzuhalten.

 

1.  Alle  Palele  und  Frachtstücke  sind  mit  der
genauen  Adresse  sowohl  des  Absenders  wie  des
Empfängers  zu  bezeichnen,  die  auf  dem  Versandtstück
  selbst  angebracht  sein  muß.  Anhänger
von  Papier  oder  Leder  werden  nicht  zugelassen.
(Auch  das  zuständige  Militärpaketdepot  ist  anäugeben.)


2.  Die  Ver:,  u.  n  mus  se  ud  dauerhaft.
auch  gegen  ...  ..lanossahig  sein.  Feste

Papplartons  sind  zur  Verpacung  geeigneter
als  leichte  Holzlisten.  Dünne  Pappkartons  usw.
müssen  in  Leinwand  eingenäht  sein.

3.  Es  empfiehlt  sich,  soweit  tunlich,  den  deullichen
  Vermerk  anzubringen:  Falls  unanbringlich,
  zur  Verfügung  der  Truppe.

4.  Das  Poüporto  (bei  der  Auflieserung  zu
entrichten)  beträgt:  bis  5  Kilo  25  Pfg.,  6  Kilo
30  Pfg.,  7  Kilo  35  Pfg.,  8  Kilo  40  Pfg.,
9  Kilo  45  Pfg.,  10  Kilo  50  Pfg.

5.  Versandtstücke,  die  den  Anforderungen  nicht
entsprechen,  sind  von  der  Annahme  ausgeschlossen.
  Sind  sie  versehentlich  übernommen  worden,
  so  unterbleibt  nachträglich  ihre  Weitersendung.
  Die  entstehenden  Kosten  fallen  dem  Absender
  zur  Last.

—  horit  Tu,  da  kommt  eben  die
Waldlallu,  wollen  wir  doch  so  schnell  wie  möglich
  nach  Hause  fahren.“

Breusehwert  tallulierte  so:  Wenn  Anna  noch
heure  dir  vertangten  Bücher  und  Gegenstände
nach  Berlin  schichte,  mußte  das  Hauptpostamt,
wo  Wintelmann  sie  abholen  ließ,  scharf  bewacht
werden.  Der  Mann,  der  lam  und  W.  100  forderte,
mußte,  wenn  es  Winkelmann  selbst  war,  verhaftet,
wenn's  einer  seiner  Genossen,  verfolgt  und  beobachtet
  werden.

Jetzt  galt  cs  lein  Zögern  mehr,  und  kaum
bulte  ich  Breitschwert  von  Anna  rerabschiedet,

eine  Droschle  heraurief  und  nach
ase  fuhr.

Es  bedurste  der  schärssten  Vorsichtemaßregeln,
die  arheb  möglich  waren,  um  vor  den  Augen
der  ihn  sicher  beobachtenden  Anarchistenst  seine  Meise

nach'  Berlin  zu  verbergen.  Virlleicht  wäre  es
besser  gewesen,  wenn  er  einfach  Depesche  gegeben
älte,  daß  man  deujenigen  Menschen,  der
auptpostamte  Briese  und  Sendungen  *—
LV.  100  sorderte,  verhaften,  beziehungsweise  beobachten
  solle.  Dies  hätte  vielleicht  genügt,  und
Breitschwert  wäre  auch  ohne  Zögern  au  biesen
Ausweg  verfallen,  wenn  es  sich  nicht  um  Winkelmann
  und  den  Klub  Morgeirräte  gehandelt  hätte,
Verbrecher  von  aus.  außerordentlicher  Schlauheit,
die,  wie  er  selbst,  die  Maßregeln  vorauszusehen
pflegten  und  sie  dann  vereitelten.

Er  mußte  selbst  am  Hüa  sein  und  subr
deshalb,  diesmal  aber  nicht  in  der  Ma##l#e#d#
Gepäckträgers,  sondern  ie  der  c#e  ##ot  *
#chmiasten  und  extravagant  gelleide.  u  ungläne##

r  kein  Deuusch  verstand.

—m—