38
der exekutiven Gewalt aus, wenn man letztere, wie geschehen
muß, im weitesten Sinne nimmt; denn das pouvoir
administratif besteht doch eigentlich nur in einer steten Vollziehung
der konstitutionellen und organischen Gesetze des Staats.
Selbst das pouvoir judiciaire macht eigentlich einen Theil
der Erekutiven aus, so daß man im strengen Sinn nur
zwei solcher Gewultem unterscheiden sollte.) Das dreifache
Geschäft der: oborsten Gewalt ist demnach: Gesetze geben,
auwenden. und vollstrecken. Die Grundsätze aber, welche
für (dasselbe auszustellen sind, sind folgende:
Erstes Ariom. Die Organisation des Staats mag werden
welche sie will, nie darf gesetzgebende, gesetzanwendende
und gesetzvollziehende Gewalt in eine
und eben dieselbe Hand kommen. Eine Verbindung
der Art ist der gerade Weg zum Despotismus. Es fließe
dieß aus der Natur der Sache; eine und eben dieselbe Macht
giebt das Gesetz, bringt den einzelnen Fall unter dasselbe
und vollzicht es: die Verführung ist hier gar zu groß, nicht
für ein zur Entscheidung vorgelegtes Faktum, welches in
der Regel jeden menschlichen Richter mehr oder weniger interessiren
wird, sogleich ein Gesetz erst zu schaffen. So hat
in Frankreich den ganzen Druck des Despotismus ehedem allein
mur noch dieses aufzehalten, daß die Haupt-Corps, auf
welchen die gerichtliche Gewalt beruhte (die Parlamente),
das Gegengewichr gegen legislative und erekutie
Gewalt bildeten, und eine gewisse Unabhängigkeit
von diesen beiden Gewalten zu erringen gewußt hatten. Sobald
aber die Macht, bei welcher Legislation und vollziehende
Gewalt war, auch an der judiciellen unmittelbar Theil nahm,
sobald der König außerordentliche gerichtliche Commissionen formirte,
wie z. B. in Chalotais Sache, so war offeubar die