Volltext : Archiv für öffentliches Recht.Erster Band. (1)

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der  exekutiven  Gewalt  aus,  wenn  man  letztere,  wie  geschehen
  muß,  im  weitesten  Sinne  nimmt;  denn  das  pouvoir
administratif  besteht  doch  eigentlich  nur  in  einer  steten  Vollziehung
  der  konstitutionellen  und  organischen  Gesetze  des  Staats.
Selbst  das  pouvoir  judiciaire  macht  eigentlich  einen  Theil
der  Erekutiven  aus,  so  daß  man  im  strengen  Sinn  nur
zwei  solcher  Gewultem  unterscheiden  sollte.)  Das  dreifache
Geschäft  der:  oborsten  Gewalt  ist  demnach:  Gesetze  geben,
auwenden.  und  vollstrecken.  Die  Grundsätze  aber,  welche
  für  (dasselbe  auszustellen  sind,  sind  folgende:

Erstes  Ariom.  Die  Organisation  des  Staats  mag  werden
welche  sie  will,  nie  darf  gesetzgebende,  gesetzanwendende
  und  gesetzvollziehende  Gewalt  in  eine
und  eben  dieselbe  Hand  kommen.  Eine  Verbindung
der  Art  ist  der  gerade  Weg  zum  Despotismus.  Es  fließe
dieß  aus  der  Natur  der  Sache;  eine  und  eben  dieselbe  Macht
giebt  das  Gesetz,  bringt  den  einzelnen  Fall  unter  dasselbe
und  vollzicht  es:  die  Verführung  ist  hier  gar  zu  groß,  nicht
für  ein  zur  Entscheidung  vorgelegtes  Faktum,  welches  in
der  Regel  jeden  menschlichen  Richter  mehr  oder  weniger  interessiren
  wird,  sogleich  ein  Gesetz  erst  zu  schaffen.  So  hat
in  Frankreich  den  ganzen  Druck  des  Despotismus  ehedem  allein
mur  noch  dieses  aufzehalten,  daß  die  Haupt-Corps,  auf
welchen  die  gerichtliche  Gewalt  beruhte  (die  Parlamente),
das  Gegengewichr  gegen  legislative  und  erekutie
  Gewalt  bildeten,  und  eine  gewisse  Unabhängigkeit
von  diesen  beiden  Gewalten  zu  erringen  gewußt  hatten.  Sobald
  aber  die  Macht,  bei  welcher  Legislation  und  vollziehende
Gewalt  war,  auch  an  der  judiciellen  unmittelbar  Theil  nahm,
sobald  der  König  außerordentliche  gerichtliche  Commissionen  formirte,
  wie  z.  B.  in  Chalotais  Sache,  so  war  offeubar  die