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scher Fürst es eroberte, vielleicht durch ein aus beiden Völ-‘kern
zusammehgesetztes Heer und dann von der Stadt den
Beinamen Romus oder Romulus erhielt, wie später Feldherren
Asiatici, Africani, Numidici etc. vom Lande ilrer
Siege genannt wurden. Hätte die Stadt von HRomulus
ihren Namen, so würde sie Romula heissen; allein das an-'gehängte
adjectivische Zus zeigt deutlich, dass Rom der Stamm
und Romnlus das Abgelcitete ist. Wäre es nicht spasshaft,
wenn man bos von bubulus oder bubulcus und 0vis von ovile
herleitete, und nicht umgekehrt das Letztere vom Ersten?
Da die Namen der 3 Tribus (sicher kommt wohl
tribus nicht von ires, wenn auch hier zufüllig 3 tribus waren,
sondern ein Trieb — ein Zweig — ein Theil) nach
Varro tuscische waren, ist es am wahrscheinlichsten, dass
der erobernde Stamm ein tuscischer und Romulus ein
tuseischer Fürst war. Durch diese Eroberung bildete sich
das eigenthümliche von Niebuhr zuerst ins Klare gebrachte
Verhältniss des Patrorats und der Clientela. Die alten Bewohner
als Besiegte verloren nämlich ihr freies Landeigenthum,
da es Gemeinland der Sieger wurde, - durften es jedoch
als Liehnsträger benutzen. Sie wurden also Clienten,
wie die Sieger die Patroni; Es wurde diess Lehnsverhältniss
also nicht von Romulus auf eine willkührliche Weise
eingeführt, sondern war eine Folge der Eroberung. Jede
Tribus war in 10 Curien getheilt, die zugleich politische
und religiöse Corporation war. Als durch glückliche Kriege
mit den Lateinern auch diese sich anschlossen, entwickelte
sich als neues Element der Stand der Pledejer, freier Landeigenthümer,
die aber der Theilnahme an der Staatsverfassung
entbehrten. Durch Siege über andere Völker erhöhete
der neuc Fürst die Macht der eroberten und von ihm umgestalteten
Stadt; ein neuer Geist ward darin herrschend.
Rom also bestand schon lauge vor Romulus und hatte auch