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Krieg zwischen Frankreich und Osterreich zu verhüten und die eigenen
Grenzen zu decken. Der König versagte sich, wenn er auch angesichts
der im Lande herrschenden Erregung zeitweise schwankte und sogar
die Einstellung der Kontributionszahlungen zuließ, endlich doch und
mit Recht den Stimmen der leidenschaftlichen Patrioten, die ihn zur
Teilnahme am Kampfe OHsterreichs drängen wollten, als dieser im
Frühjahr 1809 begann. Auf die Hilfe Rußlands war nicht zu rechnen,
zu den militärischen Leistungen der Österreicher hegte er wenig Vertrauen,
die traurigen Erfahrungen im eigenen Lande hatten ihn
mit Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit erfüllt, vor allem war die
eigene Rüstung zu schwach. Nach den Rapporten für April und Mai
1809 zählte die Armee 45 897 Kombattanten. Die UÜberschreitung
der nach der Pariser Konvention zulässigen Stärke um einige tausend
Mann ergab sich daraus, daß die Oberschlesische Brigade ihre Formation
nach den neuen Etats noch nicht beendigt und viele Überzählige
hatte, die zum Schutze der zunächst gefährdeten schlesischen
Plätze (Glatz, Silberberg, Cosel) vorläufig noch im Dienst behalten
wurden. Der Pferdestand der Kavallerie wurde im Frühjahr 1809
von 100 auf 110 bei jeder Schwadron erhöht, die noch fehlenden
15 sollten im Bedarfsfalle aus dem Lande ausgehoben werden.
Infanterie und Kavallerie hatten außer der etatsmäßigen Stärke
die Kriegsaugmentation (Kompagnie 38, Eskadron 25 Mann) in
Bereitschaft. Eine Reservearmee aber war nicht vorhanden, und die
Waffenvorräte genügten nicht, um eine solche aufzustellen 36). Die
Krümperausbildung hatte erst vor kurzem begonnen. Erst im Frühjahr
1809 kehrten die Kriegsgefangenen zurück 7). Daß Napoleon
sie in diesem Zeitpunkt ziehen ließ, zeigt deutlich, wie sicher er seiner
Überlegenheit war: „Preußen ist heute sehr wenig, ich habe der
Mittel genug, es zu unterwerfen“. Ein im Entstehen niedergeschlagener
Erhebungsversuch hätte das Ende des preußischen Staates besiegelt.
Der Entschluß des Königs war also der allein richtige.
Damit die in Schlesien vorhandenen Truppen in die neue
auf sechs Brigaden beschränkte Formation der Armee eingereiht
werden konnten, wurde das 2. Brandenburgische (vorher Pommersche)
Infanterieregiment durch A.K.O. vom 21. November 1808 aufgelöst,
die Mannschaft nach ihren Geburtsorten größtenteils den
beiden pommerschen Regimentern überwiesen. Das Niederschlesische
und Oberschlesische Husarenregiment wurden auf A.K.O.
26) Sogar von den 38 Mann der Kriegsaugmentation sollten 10 unbewaffnet
bleiben, um später die Gewehre von Kranken usw. zu übernehmen. Verf. des Allg.
Kriegsdepartements vom 6. 4. 1809.
In sämtlichen Artilleriedepots waren Ende März 1809 nur 6301 brauchbare,
16149 reparaturfähige Gewehre und Büchsen aller Sorten vorhanden. Die Zahl
der brauchbaren Gewehre wuchs bis Ende August auf 12436, die der reparaturfähigen
auf 18190.
7) Vom 24. 1. bis 8. 5. 1809 kehrten 15219 Unteroffiziere und Gemeine aus
der Kriegsgefangenschaft zurück, ferner 313 Offiziere.