718 Kropf — Kurzatmigkeit.
güsse, Gymnastik usw. bringen sehr bald Besserung. Dampfkompressen, nächtliche
Kreuzpackungen vermögen Kreuzschmerzen gleichfalls zu beseitigen.
Kropf. Die Verdickung der Schilddrüse an der Vorderseite des Halses,
die bis zu einem hängenden Gewächs ausarten kann, wird Kropf genannt.
Befällt die Verdickung die ganze Drüse, dann nennt man sie „Blähhals“.
Über ihre Entstehung ist man sich ganz unklar. Vorübergehend tritt auch
bei schweren Entbindungen ein Blähhals auf, auch skrofulose Mädchen neigen
dazu. Ein mäßiger Gefäßkropf, durch inneren Druck entstanden, kann, nach
Beseitigung des letzteren, auch durch eingreifende Behandlung entfernt werden.
Wo sich aber festes Gewebe gebildet hat, mit reichlichen Kalkeinlagerungen
oder gallertartigen Massen, dort kann nur Operation Hilfe bringen: eine
Entleerung der Geschwulst durch Einschnitt, eine Ausschneidung der ganzen
Geschwulst unter Schonung der gesunden Drüsenteile.
Solange nicht Atemnot, durch Druck auf die Luftröhre entstanden, eintritt,
lasse man den Kropf unoperiert; durch Vibrationsmassage, kräftige Ableitung,
degelung der Darmtätigkeit und der Zirkulationsverhältnisse kann man auch bei
großen Kröpfen erträgliche Verhältnisse schaffen. Ist man aber hauptsächlich
des Schönheitsfehlers wegen besorgt, dann helfe man sich durch geschickte Kleidung,
welche den Kropf ganz verbergen kann. Niemals dürfen jedoch der Halskragen,
die Krawatte usw. einen fühlbaren Druck ausüben; denn dieser ist erstens
für den Kropf sehr schädlich, zweitens führt er zu Kongestionen nach dem Kopf,
zur Verengung der Luströhre und Behinderung des Kehlkopfes und kann
daher plötzliche Ohnmachten oder Erstickungsanfälle auslösen. Also lockere
und durchlässige Kleidung, um jeglichen Druck und Erhitzung zu vermeiden!
Krupp (Croup). Unter „Brätine“ haben wir sie schon besprochen. Die
Auflagerung von Häuten im Kehlkopf und der Luftröhre ist ihr Hauptmoment.
Kupferrole. So nennt man eine bleibende Erweiterung der Gefäße
auf der Nase, die sich zuweilen auch auf die Wangen erstreckt und blaurote Färbung
besitzt. Am häufigsten entsteht sie durch gewohnheitsmäßigen Schnapsgenuß,
wird also bei alten Trinkern gefunden (siehe unsere Tafel Nr. 6), doch kann
auch eine finnige Nase oder eine erfrorene ganz ähnlich aussehen. Man denke
also nicht immer gleich an Trunksucht! Entfernung der Grundursache, Massage
der Nase und des ganzen Körpers, ableitende Bäder, kalte Leibaufschläge,
nur laue Gesichtsbäder, zuweilen mit zusammenziehenden Stoffen vermischt,
vermindern das häßliche Übel bedeutend. Meist gehen dieser Erkrankung
wiederholte Entzündungen der Nase voraus, chronisch kalte Füße, übermäßiger
Zufluß des Blutes zum Kopf bei vorwiegender Kopfarbeit. Das wäre also
vorher noch zu bekämpfen! Wird man bedenklich über den Zustand der Nase,
dann hole man in jedem Falle das Urteil eines Nasenarztes ein.
Kurzatmigkeit. Wenn der Atem hastig, stoßweiße genommen wird,
wenn man die Anstrengung der Nasenflügel und Halsmuskel sieht, dann ist
das Atmen krankhaft. Merkt man bei Kindern dergleichen, dann lasse man sie