Metadata : Mecklenburgische Schulgesetzsammlung.

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erst  bestellen  und  besäen,  so  müssen  die  Witwe  und  Erben  seines  Vor—
gängers  auch  ¼  der  Bestellungs=  und  Saatkosten  tragen.  (Vgl.  Nr.
310.  327).

9)  Heu  und  Stroh,  insoweit  es  nicht  schon  hat  verfuttert  werden
müssen,  sondern  nur  wirklich  vorhanden  ist,  bleibt  unentgeldlich  zur  Stelle,
zum  Nutzen  des  Ackers  und  der  Gärten;  nur  muß  der  neu  angehende
Küster  und  Schulmeister,  wenn  er  nach  der  Heuernte  eintritt,  das  Werbelohn
  nach  Proportion  der  Zeit,  da  der  Ab=  und  Zuzug  geschieht,  vergüten.
(Vgl.  Nr.  306).

10)  Hat  der  abgehende  Küster  und  Schulmeister  junge  Bäume  in
den  Garten  gepflanzt,  und  diese  haben  noch  keine  Früchte  getragen,  so
muß  der  neue  Küster  und  Schulmeister  ihm  die  Bäume  wieder  bezahlen,
so  viele  er  derselben  behalten  will.  Doch  findet  dieser  Artikel,  und  alles.
was  ihm  gleich  ist,  bei  nur  versetzt  werdenden  Küstern  und  Schulmeistern
aus  der  im  §  6  erwähnten  Ursache  nicht  statt.  (Vgl.  Nr.  219.  308).

11)  Da  die  Natural-Hebungen  der  Küster  an  Eier,  Roggen,  Gersten,
Hafern,  Würsten,  Käsen  2c.  jährlich  zu  ihren  gewissen  bestimmten  Zeiten
geliefert  werden,  als  die  Würste  gewöhnlich  um  Weihnachten,  die  Eier
um  Ostern,  die  Käse  um  Johannis,  das  Meßkorn  an  Roggen,  Gersten
und  Hafern  um  Michaelis,  und  so  auch  die  Brote,  da  diese  nicht  auf
einmal  gehoben  und  verbraucht,  sondern  nur  successive  abgefordert  werden,
ebenmäßig  als  eine  Michaelis-Oebung  anzusehen  sind;  so  ist  hiernach.
die  Teilung  einzurichten,  dergestalt,  daß,  wenn  ein  Küster  um  Weihnachten
  abgeht,  er  oder  seine  Witwe  und  Kinder  von  den  Ostereiern
3  Teile,  von  dem  was  auf  Johannis  fällig  ist,  die  Hälfte,  vom  Brot
und  Meßkorn  ¼,  von  den  um  Weihnachten  aus  fälligen  Würsten  nichts
bekommen.

12)  Die  übrigen  gewäöhnlichen  Küster-Accidenzien  für  Taufen,  Trauen,
Leichen  2c.  genießt  der  alte  Küster  bis  an  den  Tag  seines  Abzugs  und
der  neue  Küster  von  dem  Tage  seiner  Introduktion  an.  Nach  dem  Tode
eines  Küsters  genießt  die  Witwe  die  Accidenzien,  bis  der  neue  Küster
angewiesen  wird.

13)  Das  jährliche  Schulholz  wird  ebenfalls  allemal  zum  Voraus.
für  den  bevorstehenden  Winter  zur  Schule  und  das,  was  übrig  bleibt,
für  den  darauf  folgenden  Sommer  gegeben.  Es  ist  daher  der  Küster
und  Schulmeister  verbunden,  mit  diesem  Holze  auf  das  sparsamste  zu
wirtschaften,  damit  davon  wenigstens  ein  halber  Faden  für  den  etwaigen
Nachfolger  auf  den  Sommer  übrig  bleibe.

14)  Damit  über  die  Auseinandersetzung  zwischen  beiden  Teilem
desto  weniger  Streit  entstehen  könne,  soll  jedesmal  der  kompetierende
Prediger  die  Ausrechnung  und  Ausgleichung  nach  vorstehenden  Grundsätzen
  zu  übernehmen  haben,  die  kompetierenden  Beamten  aber  sollen  jeden
der  beiden  Schulmeister  als  respektive  deren  Witwe  und  Kindern,  die
ihnen  nach  der  Ausrechnung  des  Ehrn-Predigers  zukommende  Ratam.
zur  Verfallzeit  besonders  zu  teilen.

15)  Uebrigens  sollen  in  dem  Fall,  wenn  eine  Schulmeister-Witwe
mit  Kindern  hinterbleibt,  und  diese  kein  Witwen-Gehalt  und  Aufenthalt