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Hausgeräthe, die Kleider, das Leibweißzeug, so wie die bestrittenen und uneinbringlichen
Forderungen.
Befinden sich die Heirathslustigen noch nicht im Besitze der zur häuslichen Einrichtung
nothwendigen Gegenstände, so haben sie neben der oben bestimmten Vermögenssumme auch
den Besitz der zur Anschaffung dieser Gegenstände erforderlichen Mittel darzuthun.
Neben der Nachweisung des Besitzes muß der Bestzende auf Verlangen glaubhaft
machen, daß und wie er das Vermögen eigenthümlich erworben habe.
Art. 5.
Wenn das Prädikat eines Gemeindebürgers oder Beisitzers in der Weise mangelhaft
ist, daß mit Grund angenommen werden kann, derselbe werde von seinem Vermögen oder
Erwerbszweig nicht den den Unterhalt einer Familie sichernden Gebrauch machen, oder es
werde ihm an dem hiezu nsthigen Vertrauen im Verkehr mit Andern fehlen, kann die Hel-
raths= Erlaubniß versagt werden.
Insbesondere ist dieß der Fall:
1) bei Jedem, der offenkundig als schlechter Haushälter zu betrachten ist;
2) bei Jedem, der wegen Vagtrens oder Asotie in gerichtlicher oder polizellicher Unter-
suchung steht, oder wegen eines dieser Vergehen in den nächst vorangegangenen zwei
Jahren zu elner Strafe verurtheilt worden ist;
3) bei Jedem, der der bürgerlichen Ehren= und der Dienstrechte verlustig geworden iß,
ehe von der Verurtheilung an zwei Jahre abgelaufen sind, oder wegen eines Ver-
gehens, welches den Verlust der bürgerlichen Ehren= und der Dienstrechte zur Folge
baben kann, zur Zeit der Anbringung des Verebellchungsgesuchs in Untersuchung
steht;
4) bei Jedem, der wegen wiederholter Verübung der Vergeben des Diebstahls, der
Unterschlagung, des Betrugs, in der Abslcht, sich einen Vortheil zu verschaffen, in
polizeilicher Untersuchung steht, over deßhalb in den nächst vorangegangenen zwei
Jahren zu einer Strafe verurtheilt worden ist.
Der strafbare Versuch oder die Beihülfe haben die nämliche nachtheilige Wirkung auf
die Verehelichungs-Befugniß, wie die Vollendung oder Ucheberschaft.
Vorstehende Bestimmungen finden auch beim Vorhandenseypn der bezeichneten Prädlkats=
mängel auf Seiten der Braut in dem Falle Anwendung, wenn nach den vorliegenden Um-