Prüpostere
„se [8 24, 21: ein „Vorgesetzter“, z. B. am byzantinischen
Hof: Oberkämmerer od. Vorsteher des
heil. Gemachs, P. säcri cublculi. Weiss 2, 101 2c.;
heute nam., wie Pröpst (zssgzgn aus Propösitus)
als Titel höherer Geistlichen. — Präpöster-e
(lat.), adv.: verkehrt. -iren, tr.: Etwas umkehren,
verkehren; verkehrt betrelben. ität, f.;
en: verkehrte Ordnung, ein „Hinterstzuvörderst"
(ogl. Hysteron-Proton). — Präpot-ent (lat.), a.:
überwiegend-mächtig, übermächtig. -nz, f.; (en):
überwiegende Macht, Ubermacht. Jomüler 7, 444;
auch: eine übermäßige Potenz (s. d. 1) od. Zeugungskraft.
— Präpüti-ätus (lat.); -seẽrt, a.:
mit einer Vorhaut versehn, unbeschnitten. um,
n., —; zen [8 24, 2, n.): Vorhaut (s. Posthion):
Ein Membrum virile mit einem schwarzen præpũtio.
Ohen 5, 294. — Präreptiön (lat.), f.; Sen:
Präripierung. — Prärie: s. Pratrie. — Präripikeren
(lat.), tr.; Einem Etwas gleichsam vor
dem Munde wegreißen, wegschnappen 2c. —
Prärog-ativ (lat.), n., —(e); —e: Vorzug,
—8-Recht. Gtenzb. 26, 3, 262 „. ativa, f.
!15 24, 11): Prärogativ: P. pignorum, p. hypo
thecärum, der Pfandgläubiger 2c. -ative, f.; -n:
Prärogativ. Naz. 21, 165; w. 31, 116. -ieren,
tr.: Etwas als Vorrecht fordern 2c.
PDräsäg-Eren (lat.), tr.: m. persönl. Subj.:-etwas
Zukünftiges voraus-fühlen, -empfinden,
zahnen 2c.; auch: das Kommende vorausverkünden
(s. prorhezeien); ferner m. sachl. Subj.: ein vorausverkündendes
Anzeichen, ein Vorzeichen, Vorbote
des Kommenden sein. -ium, n., —; -len
8 24, 2, nu.]: (frz. présage Ipreßäshl): 1) Vorgefühl,
Ahnung, Ahnungsvermögen 2c.: Die Feinfühligk.
der Censur, ihr P. Dessen, was an höchster
Stelle unangenehm wirken konnte. Gutzkom Sch Stund.
261 2#c. — 2) Vorzeichen, Vorbedentung, Vorbote.
— HDräsc-ibel (nlat.), a.: so beschaffen, daß man.
es vorauswissen kann. nz, f.; 0: das Vorauswissen:
Die P. Gottes. Scheling 1, 7, 387 2c.; Die
Un= (od. Im.) P. — HDräsem (gr.), m., —;; uv.:
P., mit „lauchgrüner“ Hornblende durchwebter Quarz.
Ohen 1, 140; G. 28, 54; 19, 327; P. (Smaragdmutter).
Prechtl 4, 5 41 2c.; Dieser Stein hat die Farbe
eines Prasius od. Präsem. k. 8, 173; auch Praser
1c. — Präs-ens (lat., § 24, 3, -ntis; Mz.
neutr. : Sntia), a.: gegenwärtig, anwesend (Ggstz
absens) 2c., z. B.: (Témpus) p. od.: das P., die
Zeitform der Gegenwart; so: Der Konjunktiv des
P. od. Conjunectivas Praséntis; Das P. bistöricum,
das in lebhafter Erzählung „ zur Vergegenwärtigung“
angewandte P. 2c.; In preesénti (sc.
témpore), in der gegenwärtigen Zeit; jetzt; Pré
prascnti, für jetzt 2c.; Præsénte mödico nihil nöcet,
in Gegenwart des Arztes schadet Nichts (mit scherzhaft
falscher Ubersetzung: Präsente schaden dem Arzt
ulcht); Preséntibus téstibus, in Gegenwart der
Zeugen; Prasentes, die Anwesenden. — Präsensiön
(lat.), f.; —en: Vorgefühl, Vorempfindung
(ogl. Präsagtum 1). — Präsent: 1) a.: gegenwärtig,
anwesend, zugegen, auf dem Posten ꝛc.:
Präsenz 333
Mit jenem Enthusiasmus, der bei allen Dingen immer
p. [da, auf dem Fleck 2c.J ist. Guykow 3. 4, 14; 8,
253; Daß derselbe sofort einberufen u. vorläufig auf
die Dauer v. 4 Wochen p. lbei der Fahnej gehalten
werde. Na 22, 273. — 2) n., —(e); -e, (—er.
Goner Sch. 199; Sch. 182a): Geschenk: Die Presente,
die er ihr machte. W. Luc. 4, 21 u.; P.= sod.
Donativ-, s. d.] Gelder, vrsch.: Präsenz-G. äbel,
a.: präsentierbar, präsentationsfihig, z. B.: Diese
Eremplare [Nachbildungen syphilitischer Krankheitsfälle
ꝛc.I. . werden im Stillen, da sie öffentlich nicht
gut p. lvorzeigbar] sind, aufbewahrt. G. 31, 329;
Daß Sie schon einen p-en Sohn hätten. HGtimm
Unübrw. 1, 261, der sich — od.: den man — in
der Gesellschaft präsentieren, zeigen kann 2c.
ndum §8 24, 2, n.]: das Präsentieren: Jua
(s. d.) presentándi, Präsentations= (s. d.) Recht.
-änèum, n., —; -änsen [824, 2, n.): ein augenblicklich,
sofort wirkendes Mittel. -ant, m., Sen,
(5); —en: Einer, der Etwas zur Annahme prisentiert,
nam. einen Wechsel. -ät, n., —e)s; -e:
s. presentatus. -atiõn, f.; —en: Präsentierung
zur Annahme, z. B.: P. eines Wechsels, dazu:
Ps-Tag; -Zeit #.; Das Recht der P., das P-s-Recht,
das Recht (mittels sogenannter Ps=Schreiben)
Bewerber um ein Amt — zur Auswahl
od. zur Bestätigung — vorzuschlagen; Die
P. lder Bischöfel. Grenzb. 2 6, 3, 266 2c., vgl. Kollatur
2c. altus, a.: präsentiert, eingereicht, eingelaufen
— v. Schriftstücken 2c., so: Præsentãtum
(abgek.: Pras.; Pr.), auf Briefschaften, Aktenstücken
2c., mit Beifügung des Datums; Das Präsentätlum)
auf dem Schriftstück vermerken, die Einlaufszeit
2c., ia, f. [8 24, 1): Gegenwart 2c. (s.
Präsenz): In p., in der Gegenwart, für jetzt rc.
„ĩẽr bar, a.: präsentabel (s. d.), so beschaffen, daß
man es — od. : daß es sich — präsentieren kann.
S#ren, tr. 2c.: 1) zur Annahme darreichen, z. B.:
a) Speisen, Getränke 2c.; bildl.: Wie mir .. Alles
.. hier geglückt ist, ja, wie mir Alles auf einem Teller
ist präsentiert worden, was ich nur gewünscht habe. G.
24, 44 2c.; Präsentier= lvgl. Kredenz-) Brett
(Spielhagen Pr. 4, 81), „Teller 2c., s. Plateau. —
b) (kaufm.) elnen Wechsel zum Accept vorzeigen;
ähnl. übrh.: Ein Schriftstück p., einreichen. — e)
bel Besetzung elnes Amts kraft des Präsentations-=rechtes
Kandidaten (zur Auswahl vd. zur Bestätigung)
vorführen. — d) vralt. Zsstzg: So hätte ich
ihm . ein Degen od. paar Pistolen a npräsentiert langeboten,
zum Duelll. Simplicissimus K. 438 2rc. —
2) (s. 1): (Das Gewehr) p. od. richten, es mit beiden
Händen vor sich emporhalten: Er präsentiert u.
schultert. Heine Reis. 1, 8 2c. — 3) refl.: sich darstellen,
sich Einem gegenwärtig zeigen, vorstellen 2c.:
Sich gut, schlecht p., zeigen ꝛe. — Präs-entisch, a.:
(Sprachl.) dem Präsens entsprechend, gemäß rc.
Tenz, f.; (-e): das Präsent= (s. d. 1) Sein (s.
Presentia, Présence u. Ggstz: Absenz), z. B. in
Bezug auf Soldaten: der Stand bei der Fahne,
im Ggsti zur Beurlaubung: Der P.-Stand rer
preuß. Armee. Grenzb. 24, 1, 159, der Stand, die